Crewwechsel erfolgreich: Forscher setzen "Mosaic"-Expedition fort

  • Crewwechsel dauerte das ganze Wochenende
  • Durch den verzögerten Austausch der Teams fehlen Messdaten
  • Eisscholle zerstörte Messinstrumente
Das Forschungsschiff Polarstern in einer Eis- und Schneewüste
Die "Polarstern" kehrt nun ins Eis zurück. Bild: Radio Bremen

Der Crewwechsel hat problemlos geklappt: Das neue Team ist an Bord der "Polarstern“ und kann die große "Mosaic“-Expedition des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts fortsetzen. Am Nachmittag bricht die "Polarstern“ in Spitzbergen auf und kehrt zurück ins Eis. Das bisherige Team tritt mit den beiden deutschen Forschungsschiffen "Maria S. Merian“ und "Sonne“ die Heimreise an.

Der Crewwechsel war eine logistische Herausforderung und hatte das gesamte Wochenende gedauert. 2.800 Tonnen Treibstoff sowie dutzende Tonnen Lebensmittel wurden an Bord gebracht, berichteten der Leiter der Expedition, Markus Rex, und der Leiter des dritten Fahrtabschnitts, Torsten Kanzow, am Mittag bei einer Pressekonferenz. Die eigentliche Konferenz fand im Bundesministerium für Bildung und Forschung in Berlin statt. Rex und Kanzow waren zugeschaltet.

Der Crewwechsel hatte sich wegen der Corona-Pandemie verzögert. Eigentlich sollte das dritte Forschungsteam bereits Anfang April von Kollegen abgelöst werden. Doch der Austausch per Flugzeug konnte wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden. Deshalb ist das neue Team mit zwei Forschungsschiffen nach Spitzbergen gereist. Vorher waren die Forscher zwei Wochen in Quarantäne.

Schon vergangene Woche war die neue Crew mit der "Maria S. Merian“ und der "Sonne“ angekommen. Sie musste allerdings bis vergangenen Donnerstag auf die Polarstern warten. Die war den beiden Forschungsschiffen bis zur Eiskante entgegengefahren, das hatte aber länger gedauert, als gedacht. 160 Meilen musste die "Polarstern" zurücklegen. An den ersten Tagen hätten sie nur fünf Meilen pro Tag geschafft, so Kanzow.

Messinstrumente zerstört

Die "Polarstern" bricht nun wieder ins Eis und driftet weiter mit einer Eisscholle durch die Arktis. Laut Expeditionsleiter Markus Rex fehlen durch die Verzögerung bei einigen Messreihen nun Daten von rund einem Monat. Ein Teil der Messungen konnte mit autonomen Messinstrumenten fortgesetzt werden. "Das schmerzt mich natürlich, aber ich jubel auch, dass es weitergeht", so Rex.

Das Eis sei nun im Sommer dünner und dynamischer, das bringe neue Herausforderungen mit sich, berichteten Rex und Kanzow. Der Aufbau der Messinstrumente müsse immer wieder angepasst werden. Schon beim Abbau der Instrumente vor dem Crewwechsel war eine Scholle im Sturm gebrochen und hatte einige Messinstrumente zerstört. "Wir mussten mit eigenen Augen mit ansehen, wie Messinstrumente vom Eis zerdrückt wurden", schilderte Kanzow.

Klima, Meer und ewiges Eis: Die wichtige Botschaft des AWI

Video vom 6. Juni 2020
Der Boden ist eben und mit Schnee bedeckt. In der Ferne türmen sich schneebedeckte Berge auf.
Bild: Radio Bremen

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Autorin

  • Sonja Harbers Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 8. Juni 2020, 15 Uhr