Zahl der Wölfe steigt an – sie reißen aber offenbar nicht mehr Nutztiere

  • Immer mehr Wölfe in Niedersachsen
  • Zahl der gerissenen Nutztiere hat sich allerdings wohl kaum verändert
  • Mögliche Gründe: viel Jungwild und verbesserter Herdenschutz
Ein Wolf in der Nahaufnahme.
Etwa 300 Wölfe leben laut Experten zurzeit in Niedersachsen.

Trotz stetig steigender Zahl der Wölfe in Niedersachsen hat sich die Zahl der getöteten Nutztiere im ersten Halbjahr wohl kaum verändert. Das ergaben vorläufige Erkenntnisse des Umweltministeriums in Hannover.

Bis Mitte Juli habe es in diesem Jahr 46 gemeldete Attacken auf Nutztiere wie etwa Schafe gegeben, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Im vergangenen Jahr waren es im Vergleichszeitraum 67 Angriffe, die mit Hilfe von DNA-Untersuchungen eindeutig Wölfen zugeordnet werden konnten. Eine mögliche Ursache könne etwa das trockene Frühjahr mit viel Jungwild als mögliche Beute sein, oder ein verbesserter Herdenschutz.

Wölfe töten bei Angriffen oft mehrere Tiere

Nicht selten kommen bei einem Wolfsangriff mehrere Tiere zu Schaden. Dieses Jahr gehen 130 getötete Tiere nachweislich auf das Konto von Wölfen, im vergangenen Jahr waren es 186. Allerdings steht das DNA-Ergebnis bei rund 50 Angriffen noch aus, sage die niedersächsische Ministeriumssprecherin weiter.

Ein Grund dafür, dass möglicherweise nicht so viele Nutztiere gerissen werden, könne das trockene Frühjahr mit viel Jungwild als mögliche Beute sein, oder ein verbesserter Herdenschutz.

Etwa 1.000 Tiere bundeweit unterwegs

In Niedersachsen gibt es nach Angaben der für die Beobachtung der Tiere zuständigen Landesjägerschaft (LJN) bereits 22 nachgewiesene Rudel. "Mit den Welpen von diesem Jahr dürften mehr als 300 Wölfe in Niedersachsen leben", sagte der LJN-Wolfsbeauftragte Raul Reding. Ein Jahr zuvor seien es zwischen 200 und 250 Tiere gewesen, meinte er. Die Schätzungen würden mit zunehmender Population aber immer unsicherer.

Bundesweit sind mittlerweile mehr als 70 Rudel unterwegs. Das lasse mit Paaren und Einzelgängern sowie umherwandernden Jährlingen mit den Welpen auf bundesweit rund 1.000 Tiere schließen, sagte Frank Faß vom Wolfcenter Dörverden. "Vor allem bei den heimatlosen Jährlingen kann man den Bestand bestenfalls vage schätzen."

Wird der Abschuss von Wölfen erleichtert?

Ein Wolf, der in einem Waldstück steht.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 20. Juli2019, 13 Uhr