Fragen & Antworten

Rekord in Bremen – noch nie so viel Stau auf der A1

Die Staus auf der A1 bei Bremen haben drastisch zugenommen. Das geht aus einer Senatsvorlage hervor. Woran liegt's und wird es besser? Die wichtigsten Antworten.

Autos im Stau auf einer Autobahn.
Bremer Autofahrer brauchen häufig viel Geduld und starke Nerven.
Wie stark ist die Staugefahr auf der A1 bei Bremen angestiegen?
Allein im vergangenen Jahr stand den Daten des Bremer Senats zufolge der Verkehr drei bis vier Mal häufiger als in den Jahren zuvor. In Richtung Hamburg mussten die Auto- und Lkw-Fahrer vor drei Jahren noch etwa 1.000 Stunden im Stau verharren. Im vergangenen Jahr waren es dann mehr als 3.000 Stunden. Noch extremer entwickelte sich die Lage auf der A1 Richtung Osnabrück: Dort haben sich die Staustunden vervierfacht – auf fast 4.000 Stunden.
Was sind die Gründe? Die Baustellen?
Ja, auch. Einige Baustellen hätten möglicherweise schon eher abgearbeitet werden können, sagt Nils Linge vom ADAC: "Man hätte es besser machen müssen", so Linge. "Man hat über Jahre die Baumaßnahmen geschoben, weil kein Geld da war oder weil es nicht passte. Aber das ist jetzt das Problem, dass viele Brücken und Straßen nun saniert werden müssen, weil es nicht anders geht. Das ist ein Zustand, der in Deutschland eigentlich nicht sein kann." Aber auch der steigende Verkehr ist dem ADAC zufolge mitverantwortlich. Jedes Jahre fahren demnach mehr Lkw auf den Straßen.
Was sagt der Senat dazu?
Dass insbesondere der Anstieg der Staustunden auf der A1 in Richtung Osnabrück auf die Brückensanierung zurückzuführen ist. Chaotische Baustellen-Planung will man sich nicht vorwerfen lassen. Die Baustellenkoordination hätte insbesondere im Jahr 2018 kaum besser sein können. Es mussten nämlich neben den geplanten Baumaßnahmen auch noch unerwartete und zusätzliche Baustellen eingerichtet werden – wegen vieler Hitzeschäden im Sommer.
Wird es jetzt wieder besser ?
Was dieses Jahr noch alles gemacht werden muss, steht laut Amt für Straßen und Verkehr noch nicht komplett fest. Man hofft aber, dass es im Vergleich zum vergangenen Jahr etwas entspannter wird. Nils Linge vom ADAC ist da eher skeptisch: "Es wird nur besser werden, wenn wir weniger Baustellen haben", sagt er. "Dann wünschen wir uns eine gute Koordination. Fest steht, dass die Verkehre bis 2020 weiter steigen werden. Auch der Lkw-Anteil auf der A1 wird weiter steigen. Die Rechnung ist einfach: Viele Baustellen, viele Lkw = viel Stau." Bleibt als Fazit und Tipp für alle Autofahrer, die im Stau auf der A1 stehen: Geduld, Lächeln und freundlich Winken. 
  • Wolfgang Loock

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, 19. März 2019, 16:45 Uhr