Immer mehr Menschen im Land Bremen haben einen Nebenjob

  • Zahl der Menschen mit Nebenjob im Land Bremen steigt weiter
  • Im Sommer 2019 waren 36.000 "Mehrfachbeschäftigte" registriert
  • Zuwachs von 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr
Rest einer anzeige für einen möglichen Nebenjob an einem Laternenpfahl Nebenjob
Noch was dazuverdienen: Das machen immer mehr Menschen neben ihrem Hauptberuf. Bild: Imago | Seeliger

Die Zahl der Menschen mit Nebenjob im Bundesland Bremen steigt weiter. Nach Angaben der Arbeitsagentur Bremen/ Bremerhaven waren im Sommer 2019 knapp 36.000 "Mehrfachbeschäftigte" registriert. Das entspricht einem Zuwachs von 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die Mehrfachbeschäftigung in Bremen entfällt zum größten Teil auf sozialversicherungspflichtige Jobs. Nur knapp ein Zehntel geht auf geringfügige Beschäftigung zurück, bei der das Entgelt 450 Euro im Monat nicht übersteigt.

Arbeitnehmerkammer Bremen warnt vor der Entwicklung

Die Arbeitnehmerkammer Bremen sieht die Entwicklung kritisch. Vor allem untere Einkommensgruppen würden sich für einen Nebenjob entscheiden, berichtet die Referentin für Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik der Arbeitnehmerkammer Bremen, Regine Geraedts.

Das ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer das Einkommen aus einem Job nicht reicht.

Regine Geraedts, Arbeitnehmerkammer Bremen

Mehrfachbeschäftigte arbeiten oft überdurchschnittlich viel

Geraedts weist auch darauf hin, dass Mehrfachbeschäftigte mit 45 Stunden pro Woche überdurchschnittlich viel arbeiten, was für eine besonders hohe Belastung sorge.

Die Tendenz zu mehreren Jobs ist auch im Bund ungebrochen. Die Zunahme fiel mit 3,6 Prozent zwischen 2018 und 2019 noch höher aus als im Bundesland Bremen. Deutschlandweit  nahmen zuletzt mehr als 3,5 Millionen Menschen mindestens einen Nebenjob an. Damit hat sich ihre Zahl binnen 15 Jahren fast verdoppelt (2004: 1,86 Millionen).

Autor

  • Christian Schwalb

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 21. Januar 2020, 15 Uhr