Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen ist in Bremen noch kein Thema

  • Lauterbach fordert bundesweit Maskenpflicht im öffentlichen Raum
  • Gesundheitsressort: "Spielt für Bremen akut keine Rolle"
  • München hatte Maßnahme aufgrund steigender Zahlen eingeführt
Ein Mann trägt eine Maske und läuft eine Straße entlang. (Symbolbild)
Eine Maskenpflicht im öffentlichen Raum – für Bremen scheint das noch weit entfernt. Bild: DPA | Christoph Hardt

In München gibt es sie bereits, der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert sie deutschlandweit: Eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen. Es sei "dringend notwendig, auf Plätzen die Maskenpflicht einzuführen, wo Menschen Sicherheitsabstände nicht einhalten können“, so der Politiker. München hatte diese und weitere Maßnahmen angesichts der steigenden Infektionszahlen beschlossen, nachdem die Stadt den bundesweit gesetzten Grenzwert von 50 Infizierten pro 100.000 Einwohner überschritten hatte.

"Das war ja quasi die Ultima Ratio, die die Stadt da ergriffen hat", so Lukas Fuhrmann vom Bremer Gesundheitsressort – daher spiele eine solche Überlegung für Bremen auch "akut keine Rolle." Natürlich gelte es nach wie vor, die Zahlen stets im Blick zu haben, niemals zu unterschätzen und angemessen zu reagieren. Lauterbachs Vorstoß halte er jedoch noch nicht für notwendig. Der Weg der letzten paar Monate sei "ein erfolgreicher" gewesen, so Fuhrmann. "Sollte Bremen aber die Obergrenze reißen, ist das gewiss eine Maßnahme, über die wir diskutieren werden", erklärte Fuhrmann. "Jetzt aber noch nicht".

Bremer Wissenschaftler pflichten Lauterbach bei

Anders sieht es Andreas Dotzauer, Leiter des Laboratoriums für Virusforschung an der Uni Bremen: Es mache "grundsätzlich Sinn, was Lauterbach fordert". Die Zahlen in Bremen entwickelten sich zwar aktuell nicht dramatisch, aber dennoch aufwärts. "Die aktuellen Neuinfektionen sind vor allem in der Altersgruppe 20 bis 45 – das sind Leute, die im Leben stehen und sich viel an öffentlichen Plätzen aufhalten".

Auch mit Blick auf den vermutlich infektionsreicheren Herbst und den Winter halte er die Maßnahme für sinnvoll. Man solle aber dennoch situationsabhängig schauen, welche öffentlichen Plätze betroffen wären und auf welchen das Abstandhalten problemlos möglich ist. in der aktuellen Situation mit ansteigenden Infektionen und kommendem Winter ist klar, dass weitere Massnahmen auch mit Blick auf die weitere Entwicklung in die Diskussion gebracht werden.

Auch Hajo Zeeb vom Leibniz-Institut in Bremen glaubt, dass eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen sinnvoll sein kann. Allerdings müsse das nicht bundesweit passieren. "Gleichzeitig sollten Maßnahmen wie Maskenpflicht im öffentlichen Raum nicht zu kleinteilig geregelt werden, dann würde es wahrlich ein Flickenteppich werden, der zu unübersichtlich ist", sagte Zeeb auf Nachfrage von buten un binnen.

Sind die Corona-Maßnahmen im Bremer ÖPNV zu lasch?

Video vom 25. August 2020
Ein Polizist der in der Straßenbahn eine Maskenkontrolle durchführt.
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 24. September 2020, 23:30 Uhr