Vandalismus: Bremer St.-Martini-Gemeinde wiederholt attackiert

  • Unbekannte haben Kirche beschmiert und Auto des Pastors zerkratzt
  • Pastor Latzel gilt als Gegner von Abtreibungen und Homosexualität
  • Staatsschutz ermittelt gegen die Vandalen
Pastor Olaf Latzel steht in der Sankt Martini Kirche in der Altstadt
Pastor Olaf Latzel erzählt, zu Schmierereien und Attacken gegen ihn komme es seit Jahren. Der Pastor gilt aufgrund seiner Einstellungen etwa zu Abtreibungen als nicht unumstritten. Bild: DPA | Carmen Jaspersen

Bislang Unbekannte attackieren seit Wochen die evangelisch-konservativ ausgerichtete Bremer St.-Martini-Gemeinde und ihren umstrittenen Pastor Olaf Latzel. Sein Auto sei mehrfach zerkratzt, Schilder und Schaukästen seien beschmiert, Kondome und ein Dildo auf das Kirchengelände geworfen worden, so Latzel. Zudem seien auf seinen Namen Bestellungen aufgegeben worden. Er selbst vermute die Täter im linken Milieu und habe Strafanzeige gestellt. Der Staatsschutz ermittele, sagte Latzel.

Gemeinde und Pastor sorgten für Schlagzeilen  

Die Gemeinde hatte 2008 bundesweit Schlagzeilen gemacht, weil sie Frauen auf ihrer Kanzel nicht duldete. Harsche Kritik gab es auch, als sich Latzel 2015 in einer Predigt gegen andere Religionen stellte. Der damalige leitende Theologe der Bremischen Evangelischen Kirche, Renke Brahms, sprach von "geistiger Brandstiftung".

Auch dass sich der Pastor gegen Abtreibungen und homosexuelle Lebensformen wendet, hat ihm in der Vergangenheit Proteste eingebracht. So wurde jetzt das ehemalige Küsterhaus der Martini-Kirche mit dem Schriftzug "god is gay" besprüht. Attacken wie diese gebe es seit Jahren, sagte Latzel. Obwohl die Polizei mit Ermittlungen und größerer Präsenz reagiert habe, sei es schwierig, die Täter dingfest zu machen.

Pastor warnt vor "Attacken auf evangelikale Gemeinden"

Der Theologe warnte vor einer bundesweiten Entwicklung. In ganz Deutschland gebe es "Attacken auf evangelikale Gemeinden und bibelfeste Christen". Die Bremische Evangelische Kirche kritisierte die Schmierereien. Das sei inakzeptabel, sagte ihre Sprecherin Sabine Hatscher. Kritik sollte ausnahmslos gewaltfrei und respektvoll erfolgen: "Abweichende Meinungen rechtfertigen keinerlei gewalttätige Handlungen gegenüber Menschen oder Sachen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 9. April 2020, 23:30 Uhr