Lokomotivführer mit Streik zufrieden – weitere Ausfälle in Bremen

Lokomotivführer mit Streik zufrieden – weitere Ausfälle in Bremen

Ein leeres Gleis im Bremer Hauptbahnhof.
Bild: Radio Bremen
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  • Rund 800 Bahn-Mitarbeiter im Norden pro Streiktag am Ausstand beteiligt
  • Reisende müssen noch bis Mittwoch mit Ausfällen und Verspätungen rechnen
  • Viele Fernverbindungen, außer nach Köln und Hamburg, komplett gestrichen

Für die Gewerkschaft der Lokomotivführer Nord ist der erste Tag des Warnstreiks erfolgreich verlaufen. Das bestätigte ein Sprecher buten un binnen. Man habe erreicht, dass etliche Züge im Regional- und Fernverkehr stillstanden. Gut 800 Beschäftigte der Deutschen Bahn hätten sich pro Streiktag beteiligt. Das ist in etwa so viel, wie beim ersten Warnstreik vor zwei Wochen.

Dadurch sind wieder viele Züge im Regional- und Fernverkehr ausgefallen. Die Bahn versucht mit einem Ersatzfahrplan die wichtigsten Verbindungen aufrecht zu erhalten. So fährt in Bremen nur noch ein IC alle zwei Stunden von und nach Hamburg und Köln, alle anderen Fernverbindungen sind gestrichen – unter anderem nach Leipzig und Stuttgart.

Auch im Regionalverkehr gibt es Ausfälle. Hier fährt der RE1 zwischen Bremen und Oldenburg im Zweistundentakt, genau wie der RE9 zwischen Bremen Hauptbahnhof und Osnabrück. Fahrgäste werden dazu angehalten, auf dem Streckenabschnitt Bremen Hbf und Bremerhaven-Lehe die Nordwest-Bahn zu nutzen. Die Nordwest-Bahn ist als privates Eisenbahnunternehmen nicht vom Streik betroffen.

Erneuter Bahnstreik: Trügerische Harmonie am Bremer Hauptbahnhof

Video vom 23. August 2021
Eine Gruppe aus sechs Leuten halten ein Wir Streicken Banner der GDL in den Händen.
Bild: Radio Bremen
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Ausstand im Personenverkehr seit Montagmorgen

Der Ausstand im Personenverkehr der Deutschen Bahn hatte am frühen Montagmorgen begonnen. "Pünktlich um 2 Uhr morgens sind wir in den Streik gegangen", sagte ein Sprecher der GDL. Zunächst sei die Lage an den Bahnhöfen ruhig geblieben. Fahrgäste hätten sich augenscheinlich auf den Streik eingestellt, sagte eine Bahnsprecherin. "Auch wir haben uns so gut wie möglich darauf vorbereitet", sagte sie.

Die Deutsche Bahn versuche, wie bereits beim Streik vor etwa zwei Wochen, ein Grundangebot an Zügen im Nah- und Fernverkehr bereitzustellen. "Trotzdem wird es für Fahrgäste heute und morgen zu deutlichen Einschränkungen kommen", sagte die Sprecherin weiter.

Güterverkehr wird bereits seit Samstag bestreikt

Schon seit Samstagnachmittag bestreikt die Gewerkschaft den Güterverkehr. Nicht bestreikt werden Konkurrenten der Deutschen Bahn. Demnach sind Züge des Metronoms nicht betroffen. Bundesweit hat die Deutsche Bahn 75 Prozent ihrer Fernzüge gestrichen und rechnet auch im Regionalverkehr mit zahlreichen Ausfällen und Verspätungen.

Am Freitag hatte die GDL angekündigt, den Fern- und Regionalverkehr ab Montag, 2 Uhr, für 48 Stunden bundesweit zu bestreiken. Die GDL-Mitglieder streiken für höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen. Unter anderem verlangen sie eine Corona-Prämie von 600 Euro und 3,2 Prozent mehr Geld in zwei Stufen. Die Bahn will die Erhöhung nach den Corona-Verlusten über eine längere Zeit strecken. Zuletzt zeigte sich das Unternehmen auch bereit zur Zahlung einer Prämie. Die GDL hatte das Angebot aber als Täuschungsversuch zurückgewiesen. Dahinter schwelt in der Belegschaft ein Streit zwischen GDL und der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG darum, wer letztlich die Tarifverträge mit dem Unternehmen maßgeblich aushandelt. Der Warnstreik im Personen- und Güterverkehr soll in der Nacht zu Mittwoch enden.

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Nachrichten, 23. August 2021, 16 Uhr