Lokführerstreik trifft in Bremen vor allem den Fernverkehr hart

Audio vom 2. September 2021
Der Bremer Hauptbahnhof von vorn.
Bild: Radio Bremen
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  • Lokführerstreik führt zu Einschränkungen im Bahnverkehr
  • Gewerkschaft GDL startet Streik trotz neuem Angebot der Bahn
  • Nur alle zwei Stunden fahren Fernzüge ab Bremen

Der Streik im Personenverkehr der Deutschen Bahn trifft auch im Nordwesten besonders den Fernverkehr. Etwa alle zwei Stunden fahren ab Bremen ICs oder ICEs nach Köln oder Hamburg. Etwas besser sieht es im Regionalverkehr aus. So fährt derzeit alle zwei Stunden ein Zug nach Hannover, Norddeich Mole oder Osnabrück. Die Nordwestbahn und der Metronom fahren laut Fahrplan.

Die Deutsche Bahn hatte am Donnerstag versucht, den Streik mit juristischen Mittel zu stoppen, scheiterte jedoch vor dem Arbeitsgericht Frankfurt. Damit kann der Arbeitskampf der Gewerkschaft GDL weitergehen.

Fahrgastverband Pro Bahn fordert GDL zum Abbruch des Streiks auf

Bahnreisende müssen sich voraussichtlich bis zum nächsten Dienstag, 2 Uhr, auf massive Einschränkungen einstellen. So lange ist der Streik geplant. Ein Ersatzfahrplan soll den Verkehr auf bestimmten Streckenabschnitten sichern. Der Fahrgastverband Pro Bahn forderte die GDL auf, den Ausstand sofort abzubrechen und weiter mit der Bahn zu verhandeln.

Wir hoffen, dass es genauso abläuft wie bei den letzten beiden Streiks und wir ein verlässliches Mindestfahrplanangebot aufrechterhalten können.

Sprecherin der Deutschen Bahn

Kurz vor dem geplanten neuen Streik im Personenverkehr hatte sich die Deutsche Bahn mit einem neuen Angebot an die Lokführergewerkschaft gewandt – ohne Erfolg. GDL-Chef Claus Weselsky erklärte im Morgenmagazin von ARD und ZDF, dass das Angebot der Deutschen Bahn das beste jemals sei, und doch weiter gestreikt werde.

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GDL-Chef Weselsky wies das neue Tarifangebot der Bahn als inakzeptabel zurück. Das Angebot des Managements sei "inhaltlich nicht annehmbar", sagte Weselsky. Der Bahnführung warf er "Janusköpfigkeit" vor. Diese Haltung sei mit dem neuen Angebot offensichtlich geworden. Eigentliches Ziel des Managements sei es, die GDL loszuwerden. Weselsky ergänzte, die Gewerkschaft werde "natürlich" mit der Bahn weiter verhandeln.

GDL fordert mehr Geld für ihre Mitglieder

Die Lokführergewerkschaft kämpft um mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen für ihre Mitglieder. Mit dem auf mehr als fünf Tage angesetzten Streik in der laufenden Tarifrunde bei der Bahn will die GDL ihren Forderungen nach insgesamt 3,2 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 28 Monaten sowie einer Corona-Prämie von 600 Euro mehr Nachdruck verleihen. Die Deutsche Bahn hatte ursprünglich eine deutlich längere Laufzeit von rund 40 Monaten angestrebt. Mit dem neuen Angebot hat sie nun 36 Monate in Aussicht gestellt sowie eine Corona-Prämie von bis zu 600 Euro.

Lokführerstreik sorgt in Bremen für zahlreiche Zug-Ausfälle

Audio vom 2. September 2021
Der Bremer Hauptbahnhof.
Bild: DPA | @jjfarquitectos
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Reisende stehen auf einem Bahnsteig im Bremer Hauptbahnhof. Hinter ihnen fährt ein roter Zug der Deutschen Bahn entlang.
Bild: Radio Bremen
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Autor

  • Milan Jaeger

Dieses Thema im Programm: Bremen eins, Nachrichten, 2. September 2021, 21 Uhr