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Corona-Liveticker (14. März): Bremer Geschäfte beginnen zu leiden

Die Corona-Krise macht sich allmählich negativ für die Bremer Unternehmer und Geschäfte bemerkbar. Wirtschaftssenatorin Vogt verspricht unbürokratische Unterstützung.

Ein leeres Café
Viele Geschäfte in Bremen verzeichnen einen deutlichen Kunden-Rückgang. Bild: Imago | Hanke

Das war der Liveticker vom 14. März. Über weitere Entwicklungen halten wir Sie natürlich auf dem Laufenden in unserem ...

Liveticker vom 15. März

+++ Geschäfte leiden – Wirtschaftssenatorin verspricht Hilfe +++

Die Bremer Geschäfte bekommen die Corona-Krise unangenehm zu spüren: In Kinos, Restaurants und Cafés bleiben Plätze leer, weniger Menschen kommen in die City. Darunter leiden unter anderem Einzelunternehmer. Bremens Wirtschaftssenatorin Kritina Vogt (Die Linke) verspricht unbürokratische und schnelle Hilfe über die Bremer Aufbaubank, wenn die Hausbank nicht helfen kann. Zum Beispiel über bessere Konditionen für Kredite oder Liquiditätshilfen. "Das gab es bislang nur für Existenzgründer, jetzt gibt es das auch für Freiberufler und Kleinstbetriebe", sagte Vogt buten un binnen.

+++ Keine Klassenfahrten mehr für Bremer Schüler +++

Verlängerte Osterferien, dafür aber keine Klassenfahrten mehr: Die Schulen in Bremen und Bremerhaven müssen alle Klassenfahrten, Tagesausflüge, Exkursionen usw. absagen. Das hat die Bildungsbehörde verfügt. Auch in Niedersachsen gibt es bis zum Schuljahresende keine Schulfahrten und-ausflüge mehr.

+++ Lieferboten stellen Essen vor die Tür +++

Essensbestellungen können wegen der Corona-Krise ab sofort auch kontaktlos geliefert werden. Dann stellen die Lieferboten das angeforderte Menü vor der Haustür ab und klingeln beim Besteller. Diesen Service bieten einige Anbieter an. Voraussetzung: Es muss online bezahlt werden.

+++ Besuchsverbot in Bremerhavener Krankenhaus +++

Das Bremerhavener Klinikum Reinkenheide hat wegen der Coronakrise eine weitreichende Entscheidung getroffen: Krankenbesuche sind dort ab sofort verboten. Ausnahmen soll es nur für die Neugeborenen-Station und die Psychiatrie geben. Man habe die Angehörigen der Patienten gebeten, die Notwendigkeit von Besuchen zu überdenken, heißt es auf der Internet-Seite der Klinik Reinkenheide.

+++ Fünf neue bestätigte Corona-Infektionen +++

Im Land Bremen sind aktuell 53 Fälle mit Corona-Infektionen bestätigt. In der Stadt Bremen sind am Samstag drei Fälle und in Bremerhaven zwei bestätigte Infektionen dazu gekommen, bestätigte der Sprecher der Gesundheitsbehörde, Lukas Fuhrmann, buten un binnen. Bei den neuen Fällen handelt es sich demnach um Reiserückkehrer.

+++ Corona-Ambulanz braucht länger für Proben +++

Die Corona-Ambulanz in Bremen meldet Probleme bei der Auswertung der Speichelproben. Der Dienstleister in Hamburg braucht wegen personeller Überlastung länger als die üblichen 24 Stunden. Betroffen sind alle Proben, die Donnerstag, Freitag oder Samstag genommen worden. Die sollen bis spätestens Dienstag vorliegen. Das Personal soll zudem aufgestockt werden, um die Proben schneller auswerten zu können.

+++ Bremer Stadtbibliothek macht dicht +++

Von der ab Montag geltenden Schließung sind auch alle Stadtteil-Bibliotheken und die Busbibliothek betroffen. Sie gilt bis zum 26. März. Damit es keinen Ärger mit der Bücher-Rückgabe gibt, werden alle Leihfristen vorerst ausgesetzt – voraussichtlich bis zum 15. April. Seit dem 13. März fallen keine weiteren Versäumnisentgelte an.

+++ Bremerhavener sollen ab sofort Menschenmengen meiden +++

Der Krisenstab in Bremerhaven hat allen Veranstaltungsorten empfohlen, bis auf Weiteres zu schließen. Dazu gehören unter anderem Bäder, Diskotheken, Tanzschulen, Kinos, Museen, Fitnessstudios, Theater u. ä. Auch die Volkshochschule, die Jugendmusikschule und die Jugendkunstschule sollen ihre Pforten vorläufig schließen. Die Bürger und Bürgerinnen werden zudem aufgefordert, Menschenmengen zu meiden. Der Krisenstab geht davon aus, dass der Senat oder der Magistrat in der kommenden entsprechende Verfügungen erlassen. in Bremerhaven sind derzeit acht Personen positiv auf Corona getestet, 32 weitere befinden sich in Quarantäne.

+++ So soll die Infektionskette durch die Maßnahmen des Landes beeinflusst werden +++

Inzwischen gibt es eine Vielzahl an Maßnahmen. Menschen sollen unnötige soziale Kontakte vermeiden. Deshalb werden unter anderem Schulen und Kitas geschlossen. Ziel ist es, dass sich das Coronavirus langsamer ausbreitet, damit das Gesundheitssystem im Land Bremen die Lage bewältigen kann. Die Grafik zeigt, wie sich das Virus ohne Maßnahmen ausbreiten würde – die Zahl der Infizierten würde in kurzer Zeit stark ansteigen und die Kapazitäten des Gesundheitssystems sprengen. Mit den eingeleiteten Maßnahmen verläuft die Kurve zwar länger, aber dafür flacher, sodass die Menschen besser versorgt werden können.

Grafische Darstellung eines Schemas über die Eindämmung des Corona-Virus Z eit F älle Unkont r ollie r te A usb r eitung Mit Maßnahmen Quelle: Bundesgesundheitsministerium Kapazität des Gesundheitssystems

+++ Schwimmbäder schließen ab Sonntag +++

Die Schwimmbäder der Bremer Bäder GmbH sind ab Sonntag bis auf Weiteres geschlossen. Das teilten die Bremer Bäder mit. Für die Sauna-Bereiche gelte diese Regelung schon ab dem heutigen Samstag.

+++ Eissporthalle Paradice macht früher zu +++

Die Eissporthalle Paradice verabschiedet sich bereits zwei Wochen früher in die Sommerpause. Letztmalig in dieser Saison ist die Halle am Sonntag, den 15. März 2020, geöffnet.

+++ Ärzte: Krankschreibung ohne Artzbesuch möglich machen +++

Der Deutsche Hausärzteverband setzt sich dafür ein, dass Krankschreibungen von bis zu zwei Wochen auch ohne Praxisbesuch möglich sein sollen. Seit dieser Woche können sich Patienten mit leichten Symptomen nach telefonischer Rücksprache mit dem Arzt für sieben Tag krank schreiben lassen. In die Praxis müssen sie dafür nicht kommen.

+++ Städte- und Gemeindebund fordert Hilfe bei Kinderbetreuung +++

Der deutsche Städte- und Gemeindebund hat die Arbeitgeber aufgefordert, den Beschäftigten bei der Kinderbetreuung entgegenzukommen. Es gebe rechtliche Möglichkeiten, dass betroffene Eltern der Arbeit fernbleiben dürfen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Städte-und Gemeindebundes, Landsberg, der "Welt". Landsberg nannte es sinnvoll, wenn Länder und Arbeitgeber zu einheitlichen Absprachen kämen. Aber auch die Kommunen seien hier gefordert – als Arbeitgeber und als Träger von Schulen und Kitas. In Bremen haben Gewerkschaften und Arbeitgeber flexible Lösungen gefordert, wo die Kinderbetreuung zu Problemen am Arbeitsplatz führt. Die IG Metall sprach sich beispielsweise für das Arbeiten von zuhause und die Freistellung für Eltern aus. Unternehmerverbände und die Handelskammer appellierten an die Betriebe, entsprechende Vereinbarungen zu treffen.

+++ Bundesgesundheitsminister empfiehlt freiwillige Quarantäne +++

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) empfiehlt Reise-Rückkehrern aus Italien, Österreich und der Schweiz, für zwei Wochen zu Hause zu bleiben – auch wenn sie keine Corona-Symptome haben.

+++ Elternvertretung: Arbeitgeber gefordert +++

Petra Katzorke von der Bremer zentralen Elternvertretung sieht den Ball jetzt im Feld der Arbeitgeber: "Für die berufstätigen Eltern ist das jetzt eine echte Herausforderung, die Betreuung ihrer Kinder zu organisieren." Wenn die Großeltern als Betreuung ausfielen und auch nicht klar sei, ob die Betreuung in Kleingruppen aufgrund der Vorgabe, Sozialkontakte zu meiden, eine Alternative wären, "dann ist mein Appell an die Arbeitgeber: Finden Sie bitte mit den betroffenen Eltern eine verträgliche Lösung zum Beispiel in Form von Heimarbeit".

+++ Elternvertretung rät: gegenseitig unterstützen +++

Martin Stoevesandt von der Zentralen Elternvertretung Bremen lobt das Krisenmanagement der Behörde: "Das ist stringent, das ist eine klare Ansage, die ich sehr begrüße." Jetzt müssten sich alle gegenseitig unterstützen, so Stoevesandt weiter. "Jetzt gibt es keinen Unterschied zwischen Vorstandsmitglied und Arbeiter, wir alle müssen die Ruhe bewahren und sehen, dass sich das ruckelt. Und das wird sich ruckeln." Er rät: "Nutzen sie jetzt ihre privaten, ihre sozialen Netzwerke." Und: "Achten sie auch auf ihre Nachbarn.“

+++ Kindergruppen zum Spielen? Je kleiner desto besser +++

Ab Montag bleiben Schulen und Kindertagesstätte in Bremen und Bremerhaven für einen Monat dicht. Das können Eltern tun, um den Nachwuchs zu betreuen.

+++ Gewerkschaften und Arbeitgeber fordern Lösungen für Kinderbetreuung +++

Die weitreichenden Beschlüsse zur Eindämmung des Coronavirus im Bundesland Bremen stoßen auf breite Zustimmung. Die Elternvertreter der Kindertagesstätten haben die geplante Schließung von Kitas und Schulen ab der kommenden Woche als wichtigen Schritt begrüßt. Gewerkschaften und Arbeitgeber fordern jetzt gleichermaßen flexible Lösungen, wo die Kinderbetreuung zu Problemen am Arbeitsplatz führt. Die IG Metall regt homeoffice und die Freistellung für Eltern an. Auch die Unternehmerverbände und die Handelskammer appellierten an die Betriebe, entsprechende Verabredungen zu treffen.

+++ Neue Corona-Fälle im Land Bremen +++

Insgesamt sechs weitere Fälle von Corona-Infektionen sind gemeldet worden. Vier davon in Bremen und zwei in Bremerhaven, sagte der Sprecher der Gesundheitsbehörde, Lukas Fuhrmann, buten un binnen. Damit gibt es aktuell 48 bestätigte Corona-Fälle im Land Bremen.

+++ Diverse Museen und Veranstaltungsorte schließen vorläufig +++

Das Deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven wird für eine Woche, bis zum 20. März, geschlossen. Das gilt auch für alle in dem Zeitraum geplanten Veranstaltungen, sagte Direktorin Simone Eick. Auch das Bremerhavener Klimahaus pausiert vorsorglich. Im Deutschen Schiffahrtsmuseum gibt es vorerst keine Führungen. Der Zoo am Meer bleibt – mit Ausnahme des Shops und des Aquariums – erst einmal geöffnet. In Bremen wird das Universum vorläufig geschlossen. Außerdem unter anderem das Aladin, Tower, Pier 2 und Modernes. Besucher von Veranstaltungen sollten sich vorab informieren.

Liveticker zum Nachlesen:

Gesundheitsressort beantwortet Ihre Fragen zum Coronavirus in Bremen

Video vom 13. März 2020
Auf einer Textkachel steht Corona: Ihre Fragen Dr. Martin Götz antwortet

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 13. März 2020, 19:30 Uhr