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Corona-Ticker (9. Juni): 15 neue Infektionen im Land Bremen

Die Gesamtzahl der bestätigten Corona-Fälle liegt jetzt bei 1.550. Derweil dürfen Kitas und Grundschulen sowie Kinos und Theater unter Auflagen öffnen. Die Entwicklung im Ticker.

Eine Frau in Laborkleidung hält mit einem Handschuh eine Ampulle hoch, auf der "Covid" steht.
15 neue Fälle wurden in der Stadt Bremen registriert. Bild: DPA | Grigory Sysoev

+++ Karl-Marx-Schule in Bremerhaven bleibt länger geschlossen +++

Die Karl-Marx-Schule in Bremerhaven-Leherheide bleibt noch eine weitere Woche geschlossen. Geplant ist aktuell, dass der Unterricht am 22. Juni wieder beginnt, teilte ein Magistratssprecher mit. Man beobachte aber die Entwicklung der aktuellen Fallzahlen und werde die Öffnung gegebenenfalls noch weiter verschieben. Die Schule war ursprünglich bis Ende dieser Woche geschlossen worden. Grund sind Corona-Fälle in einer freikirchlichen Gemeinde in Bremerhaven. Mehrere Schüler aus der Glaubensgemeinschaft besuchen die Schule.

+++ Gastronomen sollen länger öffnen dürfen +++

Gastronomen in der Stadt Bremen sollen ihren Außenbereich vorübergehend länger öffnen können. Das hat die Bremische Stadtbürgerschaft mit den Stimmen aller Fraktionen beschlossen und damit die Landesregierung aufgefordert, entsprechende Regelungen zu schaffen. Grund sind die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie für die Gastronomie. Demnach sollen Restaurant- und Kneipenbesitzer künftig ihre Gäste zwischen Sonntag und Donnerstag bis 23 Uhr draußen bedienen dürfen, freitags und samstags sowie vor Feiertagen bis 24 Uhr. Das Bremer Stadtparlament hat die Landesregierung außerdem aufgefordert, zu prüfen, ob Gastronomen dafür zusätzliche Flächen in Grünanlagen oder Parks nutzen können, um auch dort Gäste zu bedienen.

+++ Zahl der Infektionen steigt auf 1.550 +++

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen im Land Bremen ist auf 1.550 gestiegen. Das sind 15 mehr als am Vortag. Alle neu registrierten Infektionen stammen aus der Stadt Bremen, wo die Gesamtzahl jetzt bei 1.371 liegt. In Bremerhaven bleibt die Zahl der Corona-Fälle bei 179.

Aktive Corona-Fälle gibt es im Land Bremen aktuell 254. Auf die Stadtgemeinde Bremen entfallen davon 156 aktive Fälle, auf Bremerhaven 98.

+++ Auch Bremen von Export-Einbruch betroffen +++

Eine Luftaufnahme vom Bremerhavener Containerterminal am Meer.
Rund 30 Prozent weniger Export - das erwartet auch die Handelskammer für die Bremischen Häfen. Bild: Radio Bremen

Auch in Bremen und Bremerhaven wird mit einem dramatischen Einbruch der Exporte gerechnet. Den Fachleuten der Bremer Handelskammer ist klar: Bremen wird der bundesweiten Entwicklung folgen. Das hätten Gespräche und Umfragen unter den Betrieben ergeben. Vor allem der Umschlag in den Bremischen Häfen und bei den Spediteuren sei um mindestens ebenfalls 30 Prozent eingebrochen, sagt die Kammer. Genaue Zahlen werden aber erst in den nächsten Tagen erwartet. Ähnlich reagieren auch Bremens Häfensenatorin Claudia Schilling (SPD) und Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke). Tenor aus beiden Ressorts: Wir haben noch keine genauen Zahlen, rechnen aber mit der gleichen Entwicklung vor allem in den Bremischen Häfen.

+++ Kitas in Niedersachsen ab 22. Juni wieder offen +++

Die Notbetreuung im Zuge der Corona-Epidemie werde beendet und ein eingeschränkter Regelbetrieb aufgenommen, sodass es für jedes Kind mit einem Kindergartenplatz wieder eine Betreuung angeboten werde, kündigte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) am Dienstag in Hannover an.

+++ Stadtbürgerschaft beschließt Beitragsfreiheit für Krippe +++

Eltern von Krippen- und Hortkindern in der Stadt Bremen werden die Beiträge von April bis inklusive Juli erlassen. Das haben die Abgeordneten der Stadtbürgerschaft beschlossen. Der Bremer Senat verzichtet außerdem auf die monatliche Pauschale für das Mittagessen. Damit sollen Eltern in der Corona-Pandemie entlastet werden. Der Senat rechnet wegen der Erstattung der Beiträge mit Kosten von knapp vier Millionen Euro. In allen Kindertagesstätten ist der Normalbetrieb seit Mitte März eingestellt.

+++ Bremerhavener Kitas bleiben geschlossen +++

In Bremerhaven werden die Kitas voraussichtlich erst später als in Bremen öffnen, teilt Stadtrat Michael Frost auf Nachfrage von buten un binnen mit. Grund ist unter anderem der Corona-Ausbruch in einer freikirchlichen Gemeinde. "Im Moment ist es angesichts der Entwicklung bei uns nicht verantwortbar, weiter zu öffnen", so Frost.

+++ Auch Grundschulen öffnen +++

Auch Grundschulen sollen – wie die Kitas – wieder öffnen. Die Grundschulen seien den Kitas ähnlicher, als weiterführenden Schulen, so Bogedan. So könnten alle Grundschulkinder an vier Tagen die Woche in die Schule gehen. Die Klassen sollen aber auch hier getrennt bleiben. Für die Beschäftigten sei Schutzausrüstung angeschafft worden, unter anderem Plastikvisiere, Spuckschutze und FFP2-Masken.

Mitschnitt der Senats-PK zur Öffnung von Kitas und Grundschulen

Video vom 9. Juni 2020
Senatorin Claudia Bogedan
Bild: Radio Bremen

+++ Kita-Gruppen sollen unter sich bleiben +++

Wenn die Kitas am 15. Juni wieder öffnen, müssen die Gruppen unter sich bleiben. Offene Gruppen seien nicht erlaubt. Außerdem dürften Betreuungspersonen auf keinen Fall zwischen verschiedenen Einrichtungen wechseln. Das hat Claudia Bogedan (SPD) angekündigt. Eltern sollen beim Wegbringen und Abholen ihrer Kinder einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

+++ Ab dem 15. Juni sollen alle Kinder wieder in die Kita dürfen +++

Kinder einer Kindertagesstätte, vorne ist ein Begrüßungsschild zu sehen (Symbolbild)
Kitas und Grundschulen sollen ab dem 15. Juni wieder öffnen. Bild: DPA | Rolf Vennenbernd

Auf den bisherigen Erfahrungen aufbauend, könne man sagen, dass sich das Risiko der Öffnung der Kitas in Grenzen halte, sagte Bovenschulte. Alle Kinder können ab dem 15. Juni ihre Einrichtungen wieder besuchen, sagte Claudia Bogedan. Allerdings sei das ein eingeschränkter Normalbetrieb. Wie schon bekannt sollen alle Kinder ein Anrecht auf mindestens 20 Stunden in der Woche. Alle Kinder sollen die Chance bekommen, jeden Tag in der Woche vier Stunden in die Einrichtung zu kommen, sagte Bogedan (SPD). Wir gehen aber davon aus, dass die Träger auch andere, kreative Lösungen finden werden – beispielsweise beim Platzsharing. Nicht alle Eltern werden ihre bisherigen Betreuungszeiten behalten. "Das ist der Solidarbeitrag, den wir erwarten“, sagte Claudia Bogedan.

+++ Kinos, Theater und Konzerthäuser werden wieder geöffnet +++

Auch Kinos, Theater und Konzerthäuser dürfen ab dem 12. Juni in Bremen wieder öffnen – allerdings mit Regeln. Unter anderem brauchen die Betreiber ein Hygienekonzept. Außerdem müssen zum Beispiel Abstandsregeln eingehalten und Namenslisten geführt werden. Auch die Zahl der erlaubten Personen ist auf maximal 200 Personen begrenzt. Zentrale Größe ist laut Senat zu jedem Zeitpunkt der Mindestabstand. Wird dieser eingehalten, könnten auch mehrere Säle pro Gebäude genutzt werden.

+++ Bovenschulte: "Das Virus ist noch nicht besiegt“ +++

Der Stand der Corona-Zahlen sei gespalten. In Bremen gehe die Zahl der Neuinfektionen stetig zurück. In Bremerhaven sehe die Situation wegen des Ausbruchs in der Pfingstgemeinde anders aus, sagte Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) bei der Pressekonferenz des Senats. Es sei jedoch weiter Vorsicht geboten: Das Virus sei nicht endgültig besiegt. Mit jeder Rückkehr zur Normalität steige das Risiko von Infektionen.

+++ Pressekonferenz des Bremer Senats gestartet +++

Der Bremer Senat hat am Vormittag über ein Konzept für die Kita-Öffnungen beraten. Aktuell informieren Bürgermeister Bovenschulte (SPD) und weitere Senatsmitglieder über die Entscheidungen. Wir übertragen die Pressekonferenz live.

+++ Livestream: Pressekonferenz des Senats zu Kita-Öffnungen +++

Nach der heutigen Senatssitzung werden Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) und weitere Senatsmitglieder ab 12:45 Uhr über die Beschlüsse berichten. Insbesondere soll es um das Thema der Kita-Öffnungen gehen. Auf butenunbinnen.de können Sie die Pressekonferenz im Livestream verfolgen.

+++ Deutscher Export bricht ein: Wert um mehr als 30 Prozent gesunken +++

Der deutsche Export ist im April in Folge der Corona-Krise dramatisch eingebrochen. Der Wert der Warenausfuhren sank gegenüber dem April 2019 um 31,1 Prozent auf 75,7 Milliarden Euro. Das teilte das Statistische Bundesamt mit.

+++ Studie: Versorgung von Pflegebedürftigen gefährdet oder sogar nicht sichergestellt +++

Pflegeeinrichtungen und ambulante Pflegedienste haben noch immer mit erheblichen Auswirkungen der Corona-Pandemie zu kämpfen. Das geht aus einer Studie der Universität Bremen hervor. Demnach klagten beispielsweise noch immer jeder vierte Pflegedienst und jedes sechste Pflegeheim über zu wenig Schutzausrüstung. Hinzu komme coronabedingter Personalausfall, da Pflegepersonal ein deutlich erhöhtes Infektionsrisiko habe. In knapp der Hälfte der befragten Einrichtungen sei die Versorgung von Pflegebedürftigen deswegen gefährdet oder nicht sichergestellt.

+++ Stadtbürgerschaft will Beitragsfreiheit für Krippenkinder beschließen +++

Die Bremische Stadtbürgerschaft will heute Nachmittag beschließen, dass Eltern von Krippen- und Hortkindern von April bis Juli keine Beiträge bezahlen müssen. Grund ist der seit Mitte März eingestellte Normalbetrieb in den Einrichtungen wegen der Corona-Pandemie. Eine Mehrheit für einen entsprechenden Beschluss gilt als sicher. Neben den Beiträgen für Kinder unter drei Jahren sowie Hortkindern will der Senat auch auf die monatliche Pauschale für das Mittagessen in Höhe von 35 Euro verzichten.

Die Bremer Landesregierung will damit einerseits die betroffenen Eltern entlasten, und zum anderen soll damit eine mögliche Flut von Härtefall-Anträgen mit hohem Verwaltungsaufwand vermieden werden. Die Beiträge sollen zunächst bis inklusive Juli erlassen werden – wie es ab August weitergeht, ist derzeit noch unklar. Der Senat rechnet wegen der erstatteten Beiträge mit Kosten von knapp vier Millionen Euro.

+++ Grantz will für weitere Kredite werben +++

Zu Beginn der heutigen Bremerhavener Stadtverordnetenversammlung will Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) eine Erklärung zur aktuellen Lage abgeben. Darin soll es auch um die aktuellen Fälle gehen. Außerdem will Grantz an die Stadtverordneten appellieren, sich nicht gegen mögliche weitere Kredite zu verschließen. Es gebe Bundesprogramme und den Bremen-Fonds. Manche Dinge müssten aber auch auf kommunaler Ebene gelöst werden, sagte ein Magistratssprecher. Auch die Grünen fordern eine außergewöhnliche Notsituation festzustellen und für die Bewältigung der Corona-Krise einen Sonderhaushalt aufzustellen. Die Stadtverordneten tagen in der Stadthalle, damit Abstands- und Hygienevorschriften eingehalten werden können.

+++ Eine neue Infektion bestätigt +++

Im Land Bremen ist laut Gesundheitsbehörde heute lediglich ein neuer Corona-Fall bestätigt worden. Er stammt aus der Stadt Bremen. Damit liegt die Zahl der bestätigten Infektionen im gesamten Bundesland bei 1.535 – 1.356 in Bremen, 179 in Bremerhaven. Die Zahl der Genesenen im Land steigt um 52 auf jetzt 1.233, die der Verstorbenen bleibt bei 43. Damit liegt die Zahl der aktiven Corona-Fälle bei 259.

Im Land Bremen müssen laut Gesundheitsressort aktuell 31 Personen stationär versorgt werden, davon sechs auf Intensivstationen. Vier dieser Menschen müssten beatmet werden. 25 der Krankenhauspatienten sind Bremer.

So läuft das Schwimmen im eröffneten Stadionbad

Video vom 8. Juni 2020
Ein Bild des Schwimmbeckens im Stadion-Bad. Links im Bild steht eine Aufsichtsperson.
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 9. Juni 2020, 19:30 Uhr