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Corona-Ticker (6. Juni): 5 neue Fälle im Land Bremen

Drei Neuinfektionen entfallen auf die Stadt Bremen – zwei auf Bremerhaven. Damit sind im Land insgesamt 1.519 Corona-Fälle registriert. Die Entwicklung im Liveticker.

Arzt in Schutzkleidung macht die Anamnese mit dem Patienten in der Corona-Ambulanz.
Die Zahl der Corona-Patienten ist im Land Bremen am Samstag leicht gestiegen. Bild: Gesundheit Nord gGmbH | Kerstin Hase

+++ 5 Neuinfektionen im Land Bremen +++

Das Gesundheitsressort hat für das Land Bremen fünf Neuinfektionen gemeldet. Drei entfallen auf die Stadt Bremen – zwei auf Bremerhaven. Damit sind im Land insgesamt 1.519 Corona-Fälle registriert.

Damit sind in Bremerhaven  insgesamt 170 Corona-Infektionen bekannt. Die zwei Neuinfektionen sind keinem Cluster zuzurechnen. Im Zusammenhang mit dem Ausbruch in einer Pfingstgemeinde wurden am Samstag keine neuen Fälle gemeldet. Die Zahl der Toten wurde in Bremerhaven um einen neuen Fall auf vier korrigiert. Die Berichtigung bezieht sich auf einen Fall vom 13. Mai, sie sei mit dem Robert-Koch-Institut abgesprochen, teilte der Bremerhavener Magistrat mit.

+++ Wie sich die Corona-Krise in Bremen normalisiert +++

Nach den erneuten Lockerungen Anfang Juni füllen sich Schlachte, Spielplätze und Sportanlagen wieder. Den Bremern scheint es jetzt schwer zu fallen, sich nach wie vor an die Corona-Regeln zu halten.

+++ Protest gegen Corona-Maßnahmen auf dem Bremer Marktplatz +++

Sogenannte Hygienedemo auf dem Bremer Marktplatz.
Die Kundgebungen gegen die Corona-Maßnahmen werden immer kleiner.

Etwa 80 Menschen haben heute auf dem Bremer Marktplatz gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. Sie forderten die vollständige Wiederherstellung der Grundrechte. Außerdem müssten die Entscheidungen politisch überprüft werden. Auch heute wurde die sogenannte Hygienedemo von Protesten begleitet: Schon um 13 Uhr hatten Gegendemonstranten zu einer Kundgebung aufgerufen.

+++ "Omas gegen Rechts" demonstrieren auf dem Marktplatz +++

Eigentlich könnten sie ihren Ruhestand genießen. Aber das wollen die "Omas gegen Rechts" nicht. Im Gegenteil: Sie gehen auf die Straße und demonstrieren gegen Rassismus, Intoleranz und Frauenfeindlichkeit. Heute demonstrierten sie um 13 Uhr auf dem Bremer Marktplatz gegen sogenannte Hygienedemos.

+++ Präsident des Lehrerverbandes fordert Maskenpflicht im Unterricht +++

In der Debatte über die Rückkehr zum Normalbetrieb in deutschen Schulen fordert der deutsche Lehrerverband eine Maskenpflicht für Schüler im Unterricht. Der Präsident des Verbandes Heinz-Peter Meidinger sagte der "Bild"-Zeitung, dass ein völlig neues Hygienekonzept für die Schulen entwickelt werden müsse. Ähnlich wie in asiatischen Ländern sei eine Maskenpflicht sinnvoll, wenn alle Schüler wieder unterrichtet werden sollen, sagte Meidinger. Gleichzeitig räumte der Präsident des Lehrerverbandes ein, dass die Masken allerdings einen herkömmlichen Unterricht erschwerten. Doch der Gesundheitsschutz für Lehrer, Schüler sowie deren Angehörigen in ihren Haushalten habe Vorrang. Des Weiteren schlug Meidinger regelmäßige Corona Tests für Lehrer und Schüler vor.

Sollten trotz dieser Maßnahmen die Infektionszahlen in den Schulen steigen, müssten diese auch sofort wieder geschlossen werden können sagte Meidinger. Zuvor hatte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) erklärt, dass die 1,5-Meter-Abstandsregel nicht mehr zu halten sei, wenn alle Schüler nach den Sommerferien in die Klassen zurückkehrten. Die Kultusministerkonferenz hatte sich gestern darauf geeinigt, möglichst schnell den Regelbetrieb in den Schulen wieder aufzunehmen.

+++ Vorübergehende Senkung der Mehrwertsteuer sorgt für Kritik +++

Die Wirtschaft hat die geplante Senkung der Mehrwertsteuer kritisiert. Dabei geht es um Probleme der Unternehmen, dieses Vorhaben bereits zum 1. Juli in die Praxis umzusetzen. Kassensysteme müssen umgestellt , Preislisten und Preise aktualisiert, Rechnungen neu geschrieben werden. Der deutsche Industrie und Handelskammertag sieht eine ganze Reihe von Problemen wegen der kurzfristigen Steuerumstellung. Geschäftsleute treibe auch die Frage um, wie sie jetzt mit bereits erteilten Aufträge umgehen müssen die erst im Juli abgerechnet werden, sagte ein Sprecher.

In den Unternehmen müssten zudem ganze Buchhaltungssysteme und Warenwirtschaftssysteme wegen der neuen Steuersätze neu programmiert werden, moniert die Bundessteuerberaterkammer. Das sei angesichts des frühen Starttermins der neuen Mehrwertsteuer kaum zu schaffen heißt es. Die Politik hat auf die Bedenken bereits reagiert. Man sei mit den Beteiligten im Gespräch sagte die finanzpolitische Sprecherin der CDU CSU Bundestagsfraktion Antje Tillmann. Eine Verschiebung des Termins auf den ersten September komme allerdings nicht in Frage, sagte Tillmann.

Wie der Bremer Haushalt vom Konjunkturpaket profitiert

Video vom 4. Juni 2020
Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte im Interview.

+++ Keine verschärften Maßnahmen in Bremerhaven +++

Die Stadt Bremerhaven sieht nach dem Corona-Ausbruch in der freikirchlichen Gemeinde in Bremerhaven keinen Anlass, bestehende Lockerungen wieder zurückzunehmen. Das gab der Krisenstab der Stadt am Freitag auf einer Pressekonferenz bekannt. Zuvor hatte der Magistrat getagt. Die Infektionen betreffen ein abgrenzbares Cluster und seien nachvollziehbar, sagte Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz. Ein Großteil der Fälle sei auf direkte Kontakte in Großfamilien zurückzuführen.

Wir haben ein gut abgeschlossenes Cluster. Die Übertragungen fanden innerhalb dieses Cluster durch familiäre und soziale Kontakte statt. Wir haben keinerlei Hinweis darauf, dass es darüber hinaus irgendwelche Infektionsketten gehabt. Das Schließung von Restaurants oder Sporteinrichtungen oder sonstigen Betätigungen hätte einfach keinen Effekt, zumindest keinen, den wir begründen können.

Ronny Möckel im Interview
Ronny Möckel, Leiter des Krisenstabs in Bremerhaven

Bremerhaven hat den Schwellenwert von 50 Corona-Fällen pro 100.000 Menschen laut Gesundheitsamt geplant überschritten. Man hätte sonst einfach weniger testen können, sagte Möckel buten un binnen. Ohne die Fälle im Zusammenhang mit einer freikirchlichen Gemeinde wäre die Fallzahl pro 100.000 Einwohner bei 10,2, teilten die Behörden mit. Es gehe nicht um Schuldzuweisungen, sondern darum, alles zu tun, um das Virus einzudämmen. Um mehr darüber zu erfahren, wie sich das Virus ausbreitet, soll noch intensiver getestet werden – auch in Kindertagesstätten und Schulen. Möckel rechnet darum in den nächsten Tagen mit deutlich ansteigenden Werten.

+++ 9 neue Coronafälle in Bremen +++

In Bremen sind am Freitag neun neue Coronafälle bestätigt worden, in Bremerhaven fünf. Insgesamt sind seit Ausbruch der Pandemie im Land Bremen 1.514 Personen positiv auf das Virus getestet worden, 1.181 von ihnen gelten als genesen. Am Freitag ist niemand am Virus gestorben. Derzeit werden nach Angaben des Gesundheitsressorts im Land Bremen 31 Infizierte stationär versorgt, fünf von ihnen auf der Intensivstation.

+++ Bremerhaven liegt wieder unter Obergrenze +++

Bremerhaven verzeichnet fünf neue Coronafälle. Damit liegt die Stadt wieder unter der Obergrenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen. Der Wert beträgt nun 47,6. Der Wert könne in den kommenden Tagen aber wieder ansteigen, da umfangreich getestet werde, sagte Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD). Änderungen der aktuellen Corona-Regeln hält die Stadt nicht für notwendig.

Mitschnitt der Pressekonferenz zur Corona-Lage in Bremerhaven

Video vom 5. Juni 2020
Melf Grantz und Ronny Möckel bei einer Pressekonferenz

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 6. Juni 2020, 19:30 Uhr