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Corona-Ticker (22. Mai): 2 Menschen in Bremen an Corona gestorben

Insgesamt wurden 21 Neu-Infektionen registriert. Alle in der Stadt Bremen. In Bremerhaven gibt es keine Neu-Infektionen. Die Entwicklung im Liveticker.

Coronavirus-Modell mit Impfspritze (Symbolbild)
Zwei weitere Menschen sind in Folge einer Corona-Infektion gestorben. (Symbolbild) Bild: Imago | Christian Ohde

+++ Bremerhavener Schüler wollen versäumte Klausuren nicht nachholen +++

Die Oberstufenschüler im Land Bremen sollen alle Klausuren der vergangenen Wochen nachholen. Dagegen wehren sich jetzt Schüler des Bremerhavener Lloyd Gymnasiums mit einer Petition.

+++ Bürgermeister Bovenschulte befürwortet Familienbonus +++

Finanzminister Olaf Scholz (SPD) plant wegen der Corona-Pandemie einen Bonus für Familien. Im Gespräch sind 300 Euro pro Kind, um die  Kaufkraft der Bevölkerung anzukurbeln. Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) befürwortet eine solche Prämie, wie er buten un binnen sagte.

Das ist ein guter Vorschlag von Bundesfinanzminister Olaf Scholz, von dem sowohl die Konjunktur als auch die Familien profitieren würden. Wichtig ist, dass die Prämie nicht auf Transferleistungen angerechnet wird, damit auch Hartz-IV-Empfänger mehr Geld zur Verfügung haben.

Andreas Bovenschulte, Bürgermeister Bremen

+++ Weitere Neuinfektionen in DHL-Verteilzentrum +++

Die Zahl der registrierten Infektionen im DHL-Verteilzentrum im Güterverkehrszentrum (GVZ) ist laut Gesundheitsbehörde auf insgesamt 53 gestiegen. Vor drei Tagen gab es dort noch 37 Infektionen. Ein Teil der Zahlen fließt nicht in die Bremer Statistik ein, da einige der DHL-Mitarbeiter im Umland leben.

+++ Zwei Corona-Tote seit Mittwoch in der Stadt Bremen +++

Zwei weitere Menschen sind laut Gesundheitsressort an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben, beide in der Stadt Bremen. Insgesamt gibt es im Land Bremen jetzt 40 Todesfälle.

21 neue Corona-Infektionen sind zudem seit Mittwoch registriert worden – 17 an Himmelfahrt, vier am heutigen Freitag – alle in der Stadt Bremen. In der Gesamtstatistik werden aber nur 20 Fälle dazu gezählt, weil in der Vergangenheit ein Corona-Fall fälschlicherweise dem Land Bremen zugeordnet war, aber aus dem Umland stammte. Dieser wurde entsprechend herausgerechnet.

+++ Demo gegen Corona-Maßnahmen in Bremerhaven +++

Auch an diesem Samstag ist in Bremerhaven wieder eine Demo gegen die Corona-Maßnahmen geplant. 75 bis 100 Demonstranten sind angemeldet. Die Demo findet von 14.30 bis 16.30 Uhr in der Bürgermeister-Smidt-Straße vor dem Haupteingang des Columbus-Centers statt. Laut Polizei sind zudem 100 Gegendemonstranten angemeldet.

+++ Küstenorte ziehen nach Himmelfahrt positives Fazit +++

Tausende Menschen haben das schöne Wetter an Christi Himmelfahrt für einen Besuch in Niedersachsens Küstenorten genutzt. "Es war eine unheimlich tolle Stimmung", sagte der Geschäftsführer für Tourismus und Bäder in Norddeich, Armin Korok. Zwischenfälle hat es demnach in Norddeich, einem Stadtteil der Stadt Norden, nicht gegeben.

In der Stadt Cuxhaven hielten sich nach Einschätzung des Stadtsprechers fast alle Gäste an die Abstandsregeln. Es habe am Donnerstag zwei kleinere Einsätze der Polizei gegeben: Einmal wegen der Missachtung des Mindestabstands und einmal wegen einer Drohne. Dem Sprecher zufolge war Cuxhaven am Donnerstag gut besucht – so viele Gäste wie in den Vorjahren waren es nach einer ersten Einschätzung allerdings nicht.

+++ 57 neue Corona-Fälle in Niedersachsen +++

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in Niedersachsen ist um 57 auf jetzt 11.456 gestiegen. Laut Gesundheitsministerium liegt die Zahl der Corona-Toten jetzt bei 572. Genesen sind in Niedersachsen nach einer Hochrechnung bislang 9.859 Menschen.

+++ KfW-Kredit für Werder rückt offenbar näher +++

Werder Bremen steht offenbar kurz vor der Aufnahme eines Kredits bei der staatlichen KfW-Bank. Der Bundesligist will damit finanzielle Engpässe durch die Coronakrise überwinden. Bereits Ende April hatte der Klub angekündigt, einen KfW-Kredit beantragen zu wollen. Jetzt wurden offenbar letzte Formalitäten geklärt. Ein Sprecher des Vereins bestätigte gegenüber dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel", dass hierzu jetzt abschließenden Gespräche stattfänden. Der Kredit soll nebst Zinsen innerhalb von sechs Jahren zurückgezahlt werden. 

+++ Tiefkühlprodukte in Corona-Krise besonders gefragt +++

In der Corona-Krise sind Tiefkühlpodukte besonders beliebt. Die Bremerhavener Lebensmittelproduzenten Frosta und Iglo steigerten ihre Produktion in den vergangenen Wochen um bis zu 30 Prozent. Am gefragtesten sind Fischstäbchen.

+++ Handelsverband warnt vor vielen Pleiten von Einzelhändlern +++

Trotz offener Geschäfte ist die Shoppinglaune bei den Verbrauchern in der Corona-Krise aus Sicht des Handelsverbands Deutschland (HDE) noch lange nicht zurückgekehrt. "Es werden nur Bedarfskäufe getätigt, mehr nicht", teilte Hauptgeschäftsführer Stefan Genth am Freitag mit.

Der Einzelhandel leidet nach wie vor massiv an schwachen Umsätzen und unter geringen Kundenfrequenzen.

Stefan Genth, Handelsverband Deutschland

Für Geschäfte abseits des Lebensmittelhandels sei die Krise daher noch lange nicht vorbei. Jedes dritte Unternehmen sehe laut einer Branchenumfrage des Verbands seine Existenz "massiv bedroht und braucht dringend weitere finanzielle Hilfen des Staates". Bei rund einem Drittel der etwa 600 teilnehmenden Händler lägen die Umsätze derzeit bei maximal 50 Prozent des Vorjahreszeitraums. Ein weiteres Viertel erlöse zwischen 50 und 75 Prozent.

Ein Grund für die Zurückhaltung der Kunden sieht der HDE in den Auflagen für den Handel in der Krise. Zwar dürfen sämtliche Geschäfte inzwischen bundesweit wieder auf gesamter Verkaufsfläche öffnen. Doch darf je nach Größe nur eine bestimmte Zahl von Kunden die Läden betreten. Zudem müssen Beschäftigte und Verbraucher Mund-Nase-Bedeckungen tragen. Der HDE forderte einen staatlichen Rettungsfonds mit nicht rückzahlpflichten Finanzhilfen.

+++ Gesundheitsminister Spahn will mehr Tests in Krankenhäusern und Pflegeheimen +++

Das Bundesgesundheitsministerium arbeitet an einer Ausweitung der Corona-Tests in Krankenhäusern und Pflegeheimen. Noch im Mai wolle er eine Verordnung vorlegen, die präventive Reihen-Tests in Krankenhäusern und Pflegeheimen ermöglicht, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) der Tageszeitung "Die Welt".

"Wenn Patienten und Bewohner aufgenommen oder verlegt werden, sollten Sars-CoV-19-Tests die Regel sein", sagte er. Im Falle einer Infektion in der Einrichtung soll zudem beim gesamten Personal sowie bei allen Bewohnern und Patienten vorsorglich ein Abstrich gemacht werden. Auch symptomlose Kontaktpersonen von Infizierten sollen erstmals Anspruch auf einen Test haben.

+++ CDU-Opposition: Corona-Krisenmanagement klappt in Bremen gut +++

Bremens größte Oppositionspartei CDU hat dem Krisenmanagement der rot-grün-roten Landesregierung im Umgang mit der Corona-Pandemie insgesamt gute Noten ausgestellt. "Das hat in Bremen gut geklappt, und da gibt es nichts zu mäkeln", sagte CDU-Fraktionschef Thomas Röwekamp der Deutschen Presse-Agentur. Dies sei aber vor allem auch dem diszipliniertem Verhalten der Bremerinnen und Bremer zu verdanken.

Keinen Anlass für Lob sah Röwekamp dagegen ein Jahr nach der Bürgerschaftswahl auf anderen Politikfeldern – etwa bei Schulen, Versorgungsangeboten mit Kitas und Wohnungen für Mittelschicht-Familien gebe es Stillstand. "Ein verschenktes Jahr. Kein Ansatz von Neuaufbruch", resümierte er.

Bei der Bürgerschaftswahl am 26. Mai 2019 war die CDU zwar erstmals seit über sieben Jahrzehnten stärkste Kraft in Bremen geworden. Bei den Koalitionsverhandlungen hatten sich aber SPD, Grüne und Linke auf das erste rot-grün-rote Bündnis in Westdeutschland verständigt.

+++ Ruhiger "Vatertag" im Land Bremen +++

Die Polizei hat eine insgesamt positive Bilanz nach dem "Vatertag" während der Corona-Pandemie gezogen. Trotz des schönen Wetters waren die Menschen den Angaben zufolge sehr diszipliniert. Auf die traditionellen Bollerwagentouren in großen Gruppen haben die Feiernden dieses Jahr verzichtet. Es waren zwar viele Menschen unterwegs, nennenswerte Regelverstöße gab es aber nicht. Auch die Gastronomie hat sich demnach weitgehend an die Hygienevorschriften und Abstandsregeln gehalten.

Erst gegen Mitternacht kam es zu einem nennenswerten Vorfall: Im Bereich der Sielwallkreuzung gab es eine Ansammlung von bis zu 150 Personen, überwiegend alkoholisierte, junge Menschen. Vorausgegangen war eine Körperverletzung vor einem Imbiss am Sielwall. Ein Gast hatte sich über sein Essen beschwert, woraufhin er von einem Imbiss-Mitarbeiter mit Fäusten attackiert wurde. Er musste von Rettungskräften behandelt werden. Während der Anzeigenaufnahme strömten immer mehr Menschen zum Sielwall. Die Mindestabstände gemäß der Rechtsverordnung wurden dabei nicht mehr eingehalten. Nach polizeilicher Ansprache wurden Platzverweise erteilt und entsprechende Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet.

Vatertag während Corona: Bollerwagen-Tour oder ganz gesittet?

Video vom 21. Mai 2020
Zwei Männer, Sohn und Vater, auf einer Bank sitzend, während sie mit Bier anstoßen.
Bild: Radio Bremen

+++ Tourismusforscher erwartet Preisanstieg bei Reisen im Inland +++

Laut dem Bremer Tourismusforscher Rainer Hartmann werden viele Menschen gar nicht verreisen oder in der Nähe ihrer Heimatorte bleiben. Grund ist die Sorge vor einer Corona-Infektion. Deshalb werde es in der Hauptsaison schwierig sein, in Deutschland etwas zu finden, das Reisen im Inland werde wohl teurer. Hauptreiseziele wie die Nord- und Ostsee sowie das Alpenvorland würden zudem wohl Massentourismus erleben.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 22. Mai 2020, 19:30 Uhr