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Corona-Ticker (7. April): 27 Neuinfektionen in Bremen

In Bremen ist die Zahl der bestätigten Corona-Fälle auf 422 gestiegen. Das sind 27 mehr als gestern. Ein 93-jähriger Mann ist gestorben. Die Entwicklung im Live-Ticker.

Ärztin mit Teststäbchen
27 Tests sind in Bremen innerhalb der letzten 24 Stunden positiv ausgefallen. (Symbolbild) Bild: Imago | Frank Sorge

+++ Lloyd-Werft will vorerst auf Kurzarbeit verzichten +++

Laut Werft ist die Auftragslage im Moment noch gut. So soll bis Ende des Jahres der Bau einer millionenschweren Yacht abgeschlossen sein. Die Geschäftsführung rechnet im Juni mit einem weiteren Großauftrag. Dann soll das hochmoderne Expeditionsschiff REV Ocean in Bremerhaven ausgerüstet werden. Die Werft kümmert sich unter anderem um die Einrichtung und Decksbeläge. Sollte es krisenbedingt doch zu Engpässen kommen, sollen die rund 300 Beschäftigten lauft Betriebsrat erst einmal Überstunden abbauen. Nur im Notfall könne es auch zu Kurzarbeit kommen. Corona-Fälle gibt es laut Geschäftsführung noch nicht.

+++ Zoo am Meer mit großen finanziellen Sorgen +++

Gerade jetzt zu Ostern machen die Zoos normalerweise große Umsätze. Der Zoo am Meer in Bremerhaven zählt laut Zoodirektorin Heike Kück in den Osterferien normalerweise rund 3.500 Besucher pro Tag. Durch die Schließung verliert der Zoo jeden Tag etwa 23.000 Euro. Der Bremerhavener Zoo finanziert sich zu 70 Prozent über Eintrittsgelder, 30 Prozent kommen von der Stadt.

+++ Weiterer Todesfall in Bremen +++

Nachdem die Zahl der Neuinfizierten in den vergangen zwei Tagen in Bremen niedrig waren, ist sie nun erneut deutlich gestiegen. 27 Menschen sind seit gestern positiv auf das Coronavirus getestet worden. 422 Menschen sind im Land Bremen offiziell infiziert. Das gab das Gesundheitsressort bekannt. Außerdem ist ein 93-jähriger Mann im Krankenhaus an Covid-19 gestorben. Er ist das zehnte Todesopfer im kleinsten Bundesland. In Bremerhaven ist seit gestern eine Neuinfektion dazugekommen. Am Montag gab es lediglich zwei neue Corona-Infizierte im Land Bremen, am Sonntag fünf.

Aktuell werden laut Gesundheitsressort in Bremen 25 Personen stationär behandelt, zwölf davon befinden sich auf Intensivstationen. Ihr Zustand wird als kritisch beschrieben. Elf dieser Patienten müssen beatmet werden.

+++ Abi unter Sicherheitsvorkehrungen +++

Die Abiturprüfungen in Bremen sollen in diesem Jahr unter besonderen Sicherheitsbedingungen stattfinden. Diese hat die Bremer Senatorin für Bildung jetzt festgelegt. Danach sollen maximal zehn Schülerinnen und Schüler in einem Klassenraum ihre Klausuren schreiben. Die Schulen können auch auf Sporthallen oder die Schulaula ausweichen. Außerdem sollen die Räume mindestens ein Mal in der Stunde gelüftet werden. Schülern, die zur Risikogruppe gehören,  soll ermöglicht werden, auch alleine in einem Raum zu schreiben.

+++ Vor Ostern: Kontaktbeschränkungen in Niedersachsen angepasst +++

Menschen im Park in Zeiten der Corona-Pandemie
Um die Regeln in Niedersachsen gab es teils Verwirrung. Heute hat die Regierung in Hannover die Kontaktbeschränkungen angepasst. Bild: DPA | Sven Simon

Private Besuche in abgespeckter Form seien über die Feiertage möglich, sagte die stellvertretende Krisenstabsleiterin, Claudia Schröder, am Dienstag in Hannover. Das strikte Verbot von Besuchen von Menschen, die nicht zum eigenen Haushalt gehören, wurde wie bereits angekündigt aufgehoben. Zugleich appellierte Schröder aber, Besuchskontakte wegen des Infektionsrisikos einzuschränken. Eine Begegnung im Freien sei einer Verabredung zu Hause vorzuziehen. Große Familientreffen oder Partys blieben tabu.

Erweitert wird mit der neuen Verordnung die Möglichkeit zur Teilnahme an
Hochzeiten und Beerdigungen, die nun von maximal zehn Menschen aus dem Familien- oder engen Freundeskreis besucht werden dürfen. Außerdem wurde die Begleitung Sterbender ermöglicht. Zudem ist künftig das vollautomatische Betreiben von Autowaschanlagen möglich.

Erstmals seit Ausbruch der Epidemie ist die Zahl der aktiv mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Niedersachsen gesunken. Am Dienstag kamen weniger Neuinfektionen hinzu als neue Genesene, so Schröder. So gab es seit Montag 141 neue Infektionen und 221 neue Genesene. Allerdings wollte sie aus den Tageswerten noch keine generelle Trendwende ableiten.

+++ Landesarchäologie spendet Schutzausrüstungen +++

Ursprünglich waren Einmalhandschuhe, Schutzmasken, -anzüge und ähnliches für die Bearbeitung von mit Schadstoffen belasteten archäologischen Funde gekauft worden. Jetzt würden sie aber in Krankenhäusern und Pflegeheimen dringender benötigt. "Da die Magazinierungsmaßnahmen der Landesarchäologie im Moment aufgrund der herrschenden Einschränkungen zurückgestellt werden müssen, können die Schutzausrüstungen jetzt lieber sinnvoll im Medizin- oder Pflegebereich eingesetzt werden", teilte Bremens Landesarchäologin Uta Halle mit.

+++ Bremerhavener Krisenstab stattet Pflegeheime mit Schutzmaterial aus +++

Der Krisenstab der Stadt Bremerhaven hat alle elf Alten- und Pflegeheime der Stadt sowie die ambulanten Pflegedienste mit Schutzmaterial versorgt. Die Mund-Nasen-Schutzmasken sind sowohl für die Bewohner als auch für das Personal gedacht. Damit folgt die Stadt einer Empfehlung des Robert-Koch-Instituts. Das Schutzmaterial stammt von der Feuerwehr Bremerhaven. Bei der Auslieferung unterstützte das Technische Hilfswerk.

+++ Zwei weitere Infizierte in Bremer Flüchtlingsunterkunft +++

Frau mit Tasche läuft über den Flur einer Flüchtlingsunterkunft (Archivbild)
Die Zahl der Bewohner in der Erstaufnahmeeinrichtung in Bremen wurde laut Sozialbehörde auf 450 reduziert. Bild: Imago | Klaus Haag

Erneut sind in der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Bremen Geflüchtete angekommen, die mit dem Coronavirus infiziert waren, wie die Bremer Sozialbehörde mitteilt. Die beiden Brüder waren am Sonntag gemeinsam in Bremen eingetroffen und routinemäßig auf das Virus getestet worden. Nachdem der Befund vorlag, sind sie in einer separaten Einrichtung in Quarantäne genommen worden. Die übrigen Bewohnerinnen und Bewohner des Flurs für Neuangekommene wurden als Kontaktpersonen ebenfalls für 14 Tage unter häusliche Quarantäne gestellt.

Einen weiteren Coronafall hatte es vor einer Woche gegeben. Auch da war die Geflüchtete gerade erst in Bremen angekommen. Sozialsenatorin Stahmann sagte, man habe die Zahl der Bewohner in der Erstaufnahme inzwischen von 600 auf 450 reduziert. Weitere 100 Menschen würden kommende Woche ausziehen. Die Einrichtung solle aber in jedem Fall erhalten bleiben.

+++ Bremer Ärztekammerpräsidentin für wiederholte Tests bei medizinischem Personal +++

Die Präsidentin der Ärztekammer Bremen, Heidrun Gitter, hat sich für häufigere und wiederholte Tests von medizinischem Personal auf das Corona-Virus ausgesprochen. Knapp die Hälfte der Ansteckungen passiere zu einem Zeitpunkt, zu dem die ansteckende Person noch keine Symptome habe. Daher sei bei jetzt relevantem Ansteckungsrisiko die Kenntnis über eine Infektion basierend auf Tests wichtig, um der Weitergabe der Infektion vorzubeugen, besonders dort, wo Menschen anderen Menschen mit besonderen Risiken besonders nahe kommen müssen. "Das ist zum Beispiel in Kliniken und auch in der Altenpflege der Fall, so dass hier häufigere und wiederholte Testungen wichtig wären. Da ein Test nur eine Momentaufnahme ist, muss der auch regelmäßig wiederholt werden", ließ Gitter in einer schriftlichen Stellungnahme mitteilen.

+++ Erste Arztpraxis in Bremerhaven wegen Corona geschlossen +++

Die erste Arztpraxis in Bremerhaven musste wegen des Coronavirus schließen. Zwei Arzthelferinnen einer Hausarztpraxis in Bremerhaven-Wulsdorf sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Sie hatten Kontakt zu einem infizierten Patienten. In Bremen hatte es einen ähnlichen Fall gegeben.

+++ Pressekonferenz des Senats beendet +++

Das war es von der Pressekonferenz des Bremer Senats. Hier können Sie den Livestream nochmal anschauen.

Video vom 7. April 2020
Drei Menschen sitzen vor Mikrofonen an einem Tisch

+++ Gesundheitssenatorin: Mittlerweile einige Corona-Fälle in Bremen ohne klaren Verlauf +++

Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Die Linke) sagt, dass das Corona-Virus deutlich gefährlicher sei als Grippe-Viren. Der Vergleich zu Influenza-Viren sei nur bedingt hilfreich. Corona-Viren seien nicht nur tödlicher, sondern würden sich auch leichter übertragen. Mit Blick auf die bisherigen Bremer Infektionsfälle sagt Bernhard, dass ein Großteil der Personen zuvor in anderen Ländern gewesen sei und sich dort angesteckt hätte. Mittlerweile gebe es aber auch Infektionsfälle, bei denen die Verläufe nicht ganz klar seien.

+++ Bovenschulte: Diskussion über "Exit-Strategien" am Dienstag nach Ostern +++

Bürgermeister Bovenschulte sagt, dass er davon ausgeht, dass Bund und Länder am Dienstag nach Ostern gemeinsam über Exit-Strategien aus den derzeit bestehenden umfassenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens beraten werden. Der konkrete Zeitpunkt, wann es richtig sei, mit dem Exit zu beginnen, stehe aber noch nicht fest.

Wir werden am Dienstag nach Ostern im Kreis der Länder die Daten diskutieren. Bis Ostern ist 'Zu Hause bleiben' das Gebot der Stunde.

Andreas Bovenschulte mit Gebärdendolmetscherin
Bremens Bürgermeister, Andreas Bovenschulte

+++ Senatorin Bernhard: 47 Beatmungsgeräte werden am Mittwoch erwartet +++

In Sachen Schutzausrüstung gehe es bergauf, sagt Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Die Linke). Man werde bis zu zwei Wochen hinkommen, Bestellungen werden weiterhin getätigt. Am Mittwoch sollen 47 Beatmungsgeräte geliefert werden. Der auf einem Kreuzfahrtschiff gestorbene Mann war nicht an Corona erkrankt. Das Schiff war am Sonntagmorgen in Bremerhaven angekommen. Der Transport der Passagiere läuft laut Bernhard gut. Die Senatorin appelliert, die entsprechenden Hygienemaßnahmen in Alten- und Pflegeheimen unbedingt einzuhalten.

+++ Gesundheitssenatorin Bernhard: Kurve flacht in Bremen ab +++

Die Kurve der Neu-Infektionen flacht in Bremen ab, sagt Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Die Linke). Warum es am vergangenen Wochenende einen starken Anstieg gab, sei noch nicht ganz klar. Mit 11.500 Testungen liege man deutlich über dem Bundesschnitt. Bremen wolle die Zahl der Tests weiter erhöhen, teilweise steht allerdings nicht genug Testmaterial zur Verfügung.

+++ Wissenschaftssenatorin: Sommersemester komplett digital +++

Die Bremer Wissenschaftssenatorin Claudia Schilling (SPD) sagt, dass das Sommersemester an den Bremer Hochschulen komplett digital stattfinden soll. Dafür hat der Bremer Senat ein vier Millionen Euro umfassendes Sofortprogramm aufgesetzt. Auch die Studierenden sollen unterstützt werden. Und zwar mit Darlehen von bis zu 500 Euro, die für drei Monate rückwirkend zum 1. April gezahlt werden können. Dafür stehen insgesamt 500.000 Euro zur Verfügung.

+++ Projektförderung von 10.000 Euro pro Liefergemeinschaft +++

Es soll eine einmalige Projektförderung von 10.000 Euro pro Liefergemeinschaft geben, sagt Bürgermeister Bovenschulte. Insgesamt stehen erstmal 250.000 Euro für Bremen und Bremerhaven zur Verfügung – Anschubfinanzierungen für 25 Gemeinschaften. Es müssen sich mindestens 10 Unternehmen zusammenschließen.

Unsere Hoffnung ist, dass die Solidarität und der Zusammenhalt die Krise überdauert.

Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte mit Gebärdendolmetscherin
Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD)

+++ Bovenschulte: Einzelhandel besonders betroffen +++

Weil der Einzelhandel von den Kontaktbeschränkungen und Ladenschließungen besonders hart getroffen würden, habe man ausdrücklich erlaubt, einen Lieferservice anzubieten, sagt Bürgermeister Bovenschulte. Um das auch Läden zu ermöglichen, die ein solches Angebot sonst nicht haben, hat der Senat eine Förderung von Liefergemeinschaften im Einzelhandel beschlossen.

+++ Bürgermeister Bovenschulte: Senat hat sich per Videokonferenz beraten +++

Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) sagt auf der Pressekonferenz, dass sich der Senat per Videokonferenz beraten habe. Jetzt gehe es darum, das, was "uns die Krise als Not auflegt, positiv zu wenden".

+++ Senat informiert über aktuelle Corona-Lage in Bremen +++

Der Bremer Senat informiert ab 13 Uhr in einer Pressekonferenz über die aktuelle Corona-Lage in Bremen. Wir übertragen die Pressekonferenz an dieser Stelle live. Thema sind unter anderem Hilfen für Studierende und die kommenden Hochschulsemester. Sprechen werden Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD), Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) und Wissenschaftssenatorin Claudia Schilling (SPD).

+++ Osterfeuer in Bremen und Bremerhaven verboten +++

In Bremen und Bremerhaven werden in diesem Jahr keine Osterfeuer stattfinden. Aus Infektionsschutzgründen sind bis vorerst 19. April alle Menschenansammlungen im Freien verboten. Bereits erteilte Genehmigungen für Osterfeuer wurden vom Ordnungsamt widerrufen, teilte das Bremer Innenressort am Dienstagmittag mit.

"Die Liste der liebgewonnenen Dinge, auf die wir alle aktuell verzichten müssen, wird mit dem Verbot von Osterfeuern leider noch ein wenig länger. Aber um den Anstieg der Infektionen in Bremen ausbremsen zu können, appelliere ich an die Disziplin und das Durchhaltevermögen der Bürgerinnen und Bürger", wird dazu Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) zitiert.

+++ Hotline für Antragsberatung freigeschaltet +++

Die Handelskammer und die Handwerkskammer haben in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsenatorin eine zentrale Rufnummer für Antragsberatungen zu den Soforthilfeprogrammen von Bund und Land freigeschaltet. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Handelskammer sind unter der 0800 0800 106 telefonisch erreichbar. Die Handwerkskammer nimmt Anrufe unter der 0421 /30500-110 entgegen. Neben der Antragsberatung wird durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kammern auch eine direkte Mitarbeit in der Antragsbearbeitung erfolgen.

Weiterhin stehen bei der Bremer Aufbaubank und der Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung für weitere Fragen, insbesondere zu Krediten und Liquiditätshilfen die folgenden Nummern zur Verfügung: Für Bremen: 0421 9600-333 und für Bremerhaven 0471 / 94646-333.

+++ Polizei meldet 236 Corona-Straftaten in Niedersachsen +++

Die niedersächsische Polizei hat bereits zahlreiche Verstöße gegen die Vorgaben zur Eindämmung der Corona-Pandemie festgestellt. In den ersten zwei Wochen seit Beginn der bundesweiten Beschränkungen zählte die Polizei landesweit 236 Straftaten nach dem Infektionsschutzgesetz - etwa das Öffnen von Geschäften und Bars oder die Missachtung der vom Gesundheitsamt angeordneten häuslichen Quarantäne. Das geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur hervor.

Neben den Straftaten zählte die Polizei in den zwei Wochen bis Sonntagabend auch 2230 Ordnungswidrigkeiten. Das Land Niedersachsen erarbeitet derzeit einen Bußgeldkatalog, an dem sich die Kommunen bei der Höhe der Bußgelder orientieren sollen.

+++ Mäurer kritisiert geplante Bundesliga-Fortsetzung +++

Unter strengen Auflagen durften die Werderprofis am Dienstag wieder ins Mannschaftstraining einsteigen, nachdem Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) sich zunächst dagegen positioniert hatte. Wie es mit dem Spielbetrieb der Bundesliga weitergeht, ist noch offen, angedacht ist eine Forsetzung der Saison mit Geisterspielen ab Mai. Dazu äußerte sich Mäurer erneut kritisch: "Ich bin weiter der Auffassung, dass das keine gute Idee ist."

+++ Mundschutz-Tragen beim Arztbesuch empfohlen +++

Der Bremer Hausärzte-Verband ruft dazu auf, beim Arztbesuch einen Mundschutz zu tragen. Arztpraxen seien die Orte, wo Gesunde und Kranke aufeinandertreffen könnten. "Da wir ja leider nicht von außen immer erkennen können, ob jemand infektiös ist oder nicht, haben wir eben diese Empfehlung rausgegeben: In Arztpraxen sollten alle einen Mundschutz tragen", sagte Hans-Michael Mühlenfeld, Vorsitzender des Bremer Hausärzte-Verbands. Wenn man einen selbstgenähten Mundschutz verwendet, sollte dieser aus hygienischen Gründen täglich gewaschen werden.

+++ Gesellenprüfungen nach dem 24. April sollen stattfinden +++

Die Corona-Krise bringt auch den Prüfungsablauf der Auszubildenden durcheinander, die jetzt vor ihrer Gesellenprüfung stehen und zum Ende des Ausbildungsjahr ihre Ausbildung abgeschlossen haben sollen. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks empfiehlt, alle Gesellenprüfungstermine zunächst bis zum 24. April 2020 auszusetzen. Nach diesem Datum angesetzte Prüfungen sollten unter Berücksichtigung der Infektionsschutz-Regeln durchgeführt werden, heißt es in einer Mitteilung.

Die Handwerkskammer Bremen schlägt vor, dass die wegen der Corona-Pandemie ausgefallene Prüfungen spätestens ab Juni durchgeführt werden. Gleichzeitig bittet die Kammer, dass Berufsschullehrer dafür auch während der Schulferien zur Verfügung stellen. Erklärtes Ziel der Bundesländer sei, dass den Auszubildenden durch die Corona-Krise keine Nachteile entstehen.

+++ Schausteller mit ungewisser Zukunft +++

Für die Schausteller im Norden fällt der Saisonauftakt wegen der Corona-Pandemie aus. Die Aussichten für die kommenden Monate sind ungewiss. "Für viele Betriebe ist das existenzgefährdend", sagte Rudolf Robrahn, Vorsitzender des Schaustellerverbands Bremen, der Deutschen Presse-Agentur. Eigentlich hätten Robrahn und seine Kollegen seit vergangenem Wochenende auf der Bremer Osterwiese stehen wollen – doch sie fällt aus.

Rund um Bremen wäre die Frühjahrstour mit Jahrmärkten in Delmenhorst, Bremerhaven und Cuxhaven weitergegangen. Die Branche hat einerseits Verständnis für die Veranstaltungsverbote, die eine Ausbreitung des Virus Sars-CoV-2 verhindern sollen. "Das muss einfach mal durchlebt werden mit diesen Einschränkungen", sagte Robrahn. Er fordert für sich und seine Kollegen aber auch Klarheit, wann und wie sie weiterarbeiten können.

+++ Landkreis Oldenburg stellt Strafanzeige gegen Leitung von Seniorenheim +++

In der Einrichtung in Wildeshausen hatte sich mehr als die Hälfte der Bewohner mit dem Coronavirus infiziert. Zwei waren gestorben. Der Landkreis wirft der Heimleitung nun einen groben Verstoß gegen Auflagen nach dem Infektionsschutzgesetz vor. Die Heimleitung habe Vorschriften missachtet, die eigens für das Haus erlassen worden seien. Einzelheiten nannte die Kreisverwaltung nicht. Ermittlungen der Polizei gegen die Betreiber der Seniorenresidenz laufen bereits seit Freitag.
In dem Haus hatten sich nach Medienberichten 36 Bewohner mit dem Coronavirus angesteckt. Zwei 89-jährige Männer waren daran gestorben. Vergangenen Donnerstag hatte der Landkreis 15 noch gesunde Heimbewohner umquartiert. Auch von denen wurden inzwischen zwei positiv getestet. In dem Heim befinden sich inzwischen nur noch erkrankte Bewohner.

+++ Bremer Airbus-Werk stellt Produktion teilweise ein +++

Durch die Corona-Krise würden einige weltweite Lieferketten nicht mehr funktionieren, so der Konzern. Die meisten der betroffenen 2.700 Mitarbeiter sollen nun in Kurzarbeit. Von der Schließung betroffen ist am Bremer Standort in erster Linie die Produktion und Montage der Landeklappen. Die Produktion in der Rüstungs- und Raumfahrtsparte am Bremer Airbus-Standort läuft indes vorerst weiter.

+++ Ein neuer Corona-Todesfall, zwei neue Infizierte +++

Im Land Bremen gab es am Montag zwei neue Corona-Infizierte. Das vermeldete das Gesundheitsressort. Im Vergleich zu den 34 Neuinfektionen vom Samstag ist die Zahl damit weiterhin gering, am Sonntag waren es fünf Neuinfektionen. Weiterhin ist laut Gesundheitsressort eine weitere Person an den Folgen ihrer Corona-Infektion verstorben. Es handele sich dabei um eine 83-jährige Frau, die bereits schwere Vorerkrankungen hatte. Die Zahl der Corona-Toten in Bremen steigt damit auf insgesamt neun. Infiziert sind in Bremen 395 Personen, 161 sind von der Krankheit genesen.

Laut Gesundheitsressort müssen im Land Bremen aktuell 24 Personen stationär behandelt werden, 13 davon auf Intensivstationen, elf der Personen auf den Intensivstationen müssen beatmet werden.

Corona-Update: Die wichtigsten Meldungen aus Bremerhaven

Video vom 6. April 2020
Moderator Felix Krömer im Studio von buten un binnen. Auf einem Monitor neben ihm der Redakteur Dirk Bliedtner.

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 7. April 2020, 19:30 Uhr