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Corona-Ticker (6. April): Neuinfektionen in Bremen gehen weiter zurück

Im Land Bremen gibt es am Montag zwei neue Corona-Infizierte. Am Samstag waren es noch 34, am Sonntag fünf. Die Einzelheiten im Live-Ticker.

Coronatest positiv
Zwei neue Infizierte in Bremen: Ein niedriger Wert. Bild: Imago | Action Pictures

+++ Landkreis Oldenburg stellt Strafanzeige gegen Leitung von Seniorenheim +++

In der Einrichtung in Wildeshausen hatte sich mehr als die Hälfte der Bewohner mit dem Coronavirus infiziert. Zwei waren gestorben. Der Landkreis wirft der Heimleitung nun einen groben Verstoß gegen Auflagen nach dem Infektionsschutzgesetz vor. Die Heimleitung habe Vorschriften missachtet, die eigens für das Haus erlassen worden seien. Einzelheiten nannte die Kreisverwaltung nicht. Ermittlungen der Polizei gegen die Betreiber der Seniorenresidenz laufen bereits seit Freitag.
In dem Haus hatten sich nach Medienberichten 36 Bewohner mit dem Coronavirus angesteckt. Zwei 89-jährige Männer waren daran gestorben. Vergangenen Donnerstag hatte der Landkreis 15 noch gesunde Heimbewohner umquartiert. Auch von denen wurden inzwischen zwei positiv getestet. In dem Heim befinden sich inzwischen nur noch erkrankte Bewohner.

+++ Ein neuer Corona-Todesfall, zwei neue Infizierte +++

Im Land Bremen gibt es am Montag zwei neue Corona-Infizierte. Das vermeldet das Gesundheitsressort. Im Vergleich zu den 34 Neuinfektionen vom Samstag ist die Zahl damit weiterhin gering, am Sonntag waren es fünf Neuinfektionen. Eine weitere Person ist laut Gesundheitsressort an den Folgen ihrer Corona-Infektion verstorben. Es handele sich dabei um eine 83-jährige Frau, die bereits schwere Vorerkrankungen hatte. Die Zahl der Corona-Toten in Bremen steigt damit auf insgesamt neun. Infiziert sind in Bremen 395 Personen (25 davon in Bremerhaven), 161 sind von der Krankheit genesen.

Bislang wurden in Bremen seit Ausbruch der Pandemie rund 11.500 Corona-Tests durchgeführt. Mehr als 40 Prozent der positiv Getesteten in Bremen und Bremerhaven sind bereits genesen. Laut Gesundheitsressort müssen im Land Bremen aktuell 24 Personen stationär behandelt werden, 13 davon auf Intensivstationen. Elf der Personen auf den Intensivstationen müssen beatmet werden.

+++ Bremer Airbus-Werk stellt Produktion teilweise ein +++

Durch die Corona-Krise würden einige weltweite Lieferketten nicht mehr funktionieren, so der Konzern. Die meisten der betroffenen 2.700 Mitarbeiter sollen nun in Kurzarbeit. Von der Schließung betroffen ist am Bremer Standort in erster Linie die Produktion und Montage der Landeklappen. Die Produktion in der Rüstungs- und Raumfahrtsparte am Bremer Airbus-Standort läuft indes vorerst weiter.

+++ Twitter-Diskussion zwischen Wirtschaftssenatorin und CDU-Fraktionsvorsitzendem +++

Welche Corona-Hilfen sind an den Landesmindestlohn gebunden? Auf Twitter entwickelte sich dazu ein emotionaler Schlagabtausch zwischen der Linken und der CDU. Wir haben das mal auseinandergepuzzelt.

+++ Polizei erhält erstmal keine Listen über Infizierte mehr +++

Die Gesundheitsbehörde hatte Daten von Corona-Infizierten an die Polizei weitergeleitet. Datenschützer kritisierten das. Diese Woche wird über weiteres Vorgehen entschieden.

+++ Auch Bremerhaven-Bus und die Weserfähre klagen über Umsatzeinbruch +++

Nicht nur die Bremer Straßenbahn-AG, auch Bremerhaven-Bus klagt über Umsatzeinbußen infolge der Coronakrise. Sie lägen bei bis zu 60 Prozent, sagte ein Sprecher des Unternehmens am Montag. Es würden nur noch halb so viele Menschen wie sonst Bus fahren. Genaue Zahlen nannte die Geschäftsführung aber nicht. Wegen der Abstandsregeln müssen auf einer Strecke in Absprache mit der Stadt allerdings sogar mehr Busse eingesetzt werden.

Auch bei der Weserfähre Bremerhaven gibt es Einbußen. Normalerweise nutzen 2.500 Menschen täglich die Fähre zwischen Bremerhaven und Nordenham. Jetzt sind es laut Geschäftsführung deutlich weniger. Darum fährt nur noch eine Fähre im 40-Minuten-Takt statt bislang zwei Fähren alle 20 Minuten. Ein Grund für den Fahrgastrückgang sind demnach auch nachlassende Pendlerverkehre wegen Kurzarbeit und Urlaub.

+++ Diskussion um Strandverbot in Cuxhaven +++

Verwirrung um das Strandverbot in Cuxhaven: Kurz hieß es, auch Bremerhavener dürfen an die Strände der Stadt Cuxhaven, das bleibt nun doch verboten. Im Landkreis Cuxhaven ist das allerdings erlaubt.

+++ Passagier auf "MS Amera" in Bremerhaven starb nicht am Coronavirus +++

Der Passagier, der am Samstagmorgen an Bord des Kreuzfahrtschiffes "MS Amera" verstorben ist, war nicht mit dem Coronavirus infiziert. Das hat ein Test ergeben, der nach Anlegen des Schiffes am Sonntagmorgen in Bremerhaven durchgeführt worden ist. Das Testergebnis gab die Stadt Bremerhaven am Montagabend bekannt.

+++ Etwa 13.000 Bremer beantragen Soforthilfe beim Wirtschaftsressort +++

Insgesamt haben bislang etwa 13.000 Kleinunternehmer, Freiberufler und Selbstständige in Bremen beim Wirtschaftsressort finanzielle Soforthilfe beantragt. Am Freitag waren es noch 11.000. Laut dem Wirtschaftsressort habe man von diesen bislang gestellten Anträgen etwa 1.800 bewilligt, rund fünf Millionen Euro wurden dadurch ausgezahlt. 20 Millionen Euro hatte der Bremer Senat für ein erstes Hilfsprogramm freigegeben. Künftig übernimmt der Bund die Kosten dafür. Anspruch auf die Soforthilfen haben kleinere Firmen mit bis zu zehn Mitarbeitern sowie Selbstständige und Freiberufler, die durch die Corona-Krise in finanzielle Not geraten sind.

+++ Polizei Bremerhaven nimmt Mann bei Kontrollen gegen Kontaktbeschränkungen fest +++

Die Polizei Bremerhaven hat am Sonntagabend einen Mann festgenommen, der zunächst gegen die aktuellen Kontaktbeschränkungen verstieß und bei einer Kontrolle dann auch noch eine Polizistin angriff. Der 22-Jährige hatte gemeinsam mit drei Freunden in der Parkanlage am Walther-Rathenau-Platz in Geestemünde auf einer Bank gesessen. Eine Fahrradstreife der Polizei machte die Männer auf die Kontaktbeschränkungen aufmerksam. Der 22-Jährige, der nach Angaben der Polizei augenscheinlich alkoholisiert war, reagierte daraufhin aggressiv, so dass die Beamten Unterstützung anforderten. Weil der 22-Jährige sich weigerte, seine Personalien herauszugeben, einer Polizistin drohte und sie übel beleidigte, nahm die Polizei den Mann fest. Gegen ihn wird nun wegen tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte, Beleidigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt.

+++ Polizei Bremen registriert 50 Ordnungswidrigkeiten, 60 Platzverweise +++

Die Bremer Polizei war wegen des schönen Wetters am Wochenende mit Zusatzkräften im Einsatz und kontrollierte etwa 400 Personen. Die Polizisten ahndeten knapp 50 Ordnungswidrigkeiten und sprachen 60 Platzverweise aus. Im Vergleich zum Vorwochenende konnte man keinen wesentlichen Unterschied bei der Zahl der Verstöße feststellen, hieß es in einer Mitteilung. Unter den Verstößen waren Fälle, in denen der Mindestabstand im öffentlichen Raum nicht eingehalten wurde, Gartenpartys oder auch spielende Menschen auf Spiel auf Spiel- und Sportplätzen. Die überwiegende Mehrheit der Menschen verhielt sich jedoch kooperativ und zeigte sich bei angesprochenem Fehlverhalten einsichtig, teilte die Polizei mit. Lediglich in Einzelfällen reagierten manche mit Unverständnis. Auch zu den Osterfeiertagen wolle man weiter verstärkt im Einsatz sein.

+++ Rückstau: Stadtreinigung bittet Kunden, alle Recyclinghöfe in Bremen zu nutzen +++

Nach Angaben der Bremer Stadtreinigung sind derzeit nur neun der insgesamt 15 Recyclinghöfe in Bremen geöffnet. Viele Kunden fahren deswegen momentan offenbar hauptsächlich den Hof in Bremen-Blockland an, was dort zeitweise zu Rückstaus bis auf die A27 führt. Das teilte die Stadtreinigung mit. Um Sicherheits- und Abstandsregelungen einhalten zu können, werden die Kunden dringend gebeten, auch die übrigen geöffneten Recyclinghöfe anzufahren. Wegen der Corona-Krise sind die Stationen in Aumund, Findorff, Hemelingen, Horn, Huchting und Oslebshausen bis auf Weiteres geschlossen.

+++ Gastro-Service Maribondo liefert Essen an Bedürftige +++

Mitarbeiter des inklusiven Gastronomie-Service Maribondo liefern mit der Aktion "Mittagessen für 1 Euro" ab heute Mittagessen an Bedürftige. Maribondo aus Osterholz-Scharmbeck beschäftigt 70 Menschen mit Behinderung. Bis zu 700 Mittagessen könnten seine behinderten Mitarbeiter am Tag kochen, sagt der Organisator der Hilfsaktion, Erwin Bienewald. Eine eingeschweißte Portion koste für Bedürftige mit Ausweis einen Euro, für alle anderen drei Euro. Die Essen stehen täglich ab 9 Uhr abholbereit in den beiden eigenen Maribondo-Supermärkten in Osterholz und Bremen-Vahr. Denjenigen, die ihre Wohnung nicht verlassen können, werde das Essen im Landkreis Osterholz auch gebracht, verspricht Bienewald. Er hofft, dass er so zumindest einige seiner Mitarbeiter wieder beschäftigen kann. Weiterer Vorteil: So können die Tiefkühl- Lagerbestände abgebaut werden, die für die Schulessen vor den Osterferien angelegt worden waren.

+++ Verstöße gegen Kontaktbeschränkungen: In Bremen großteils ruhig +++

Wegen des schönen Wetters am Wochenende hatte sich die Bremer Polizei mit Zusatzkräften vorbereitet – allerdings sei es großteils ruhig geblieben, hieß es. Auch in Niedersachsen hielten sich die meisten Menschen an die Kontaktbeschränkungen, wie die Polizei mitteilte.

+++ Bremen meldet 2 neue Corona-Todesfälle – Gesamtzahl der Infektionen steigt auf 393 +++

Am Sonntag hat das Gesundheitsressort insgesamt fünf Neuinfektionen mit dem Coronavirus im Land Bremen gemeldet – drei in Bremen und zwei in Bremerhaven. Damit ist die Zahl nach 34 Neuinfektionen am Samstag wieder deutlich gesunken. Darüber hinaus sind in Bremen zwei weitere Menschen an den Folgen ihrer Corona-Infektion verstorben.

Tägliche Neuinfektionen im Land Bremen

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Einer der Patienten wohnte in einem Pflegeheim, in dem es schon drei weitere Todesfälle gegeben hatte. Auch bei dem anderen Mann handelt es sich um einen Patienten aus einem Pflegeheim. Laut Gesundheitsressort sind insgesamt 30 bestätigte Infektionen aus sechs Pflegeheimen bekannt. Zwei Heime stehen unter Quarantäne. Darüber hinaus wurden bei einem ambulanten Pflegedienst, bei dem es einen Corona-Fall gegeben hatte, 31 Menschen getestet. Bisher waren alle Getesteten nicht mit dem Virus infiziert.

+++ Kreuzfahrtschiff "Amera" in Bremerhaven eingetroffen +++

Sonntagmorgen ist das Kreuzfahrtschiff "Amera" mit über 1.000 Menschen an Bord Bremerhaven eingetroffen. Am frühen Samstagmorgen war ein Passagier an einer schweren Vorerkrankung gestorben, teilte das Gesundheitsressort mit. Aus den Meldungen des Bordarztes ergäben sich keine Anzeichen für eine Corona-Infektion an Bord, trotzdem werde bei dem Verstorbenen ein Corona-Test durchgeführt. An Bord des Schiffes befinden sich 568 Passagiere sowie 423 Crew-Mitglieder.

+++ Kritik an niedersächsischer Landesregierung wegen Besuchsverbot +++

Die Opposition in Niedersachsen forderte von der Landesregierung, in der Corona-Krise sorgfältiger vorzugehen. Hintergrund ist der Wirbel um ein strenges Besuchsverbot auch in Wohnungen und auf dem Privatgrundstück. Dieses hatte die Landesregierung am Freitag bekanntgegeben, es am Samstag allerdings schon wieder zurückgenommen und entsprechende Korrekturen angekündigt. Die FDP kritisiert, die Landesregierung gehe zu leichtfertig mit den Bürgerrechten um. Gesundheitsministerin Reimann und Ministerpräsident Weil müssten sich erklären. Auch die Grünen reagierten verärgert: zwar sei in der in der Corona-Krise Eile geboten, solche Fehler dürften allerdings nicht passieren.

+++ Rettungsschirm für die BSAG? +++

Die Bremer Straßenbahn AG muss durch die Coronakrise massive Verluste hinnehmen: Unternehmensangaben zufolge mindestens 150.000 Euro pro Tag. 70 bis 80 Prozent weniger Fahrgäste nutzen Busse und Bahnen. Mobilitätssenatorin Maike Schaefer (Grüne) zeigte sich im Gespräch mit buten un binnen besorgt über die Situation. Ein Lichtblick könnte ein Rettungsschirm für Verkehrsunternehmen sein, den Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) Schaefer zufolge in einer Telefonkonferenz ins Spiel gebracht hat.

Klinikum Bremen-Mitte behandelt französische Corona-Patienten

Video vom 4. April 2020
Zwei Menschen mit Schutzkleidung und Gesichtsmasken transportieren einen Patienten auf einer Liege aus einem Krankenwagen.

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 6. April 2020, 19:30 Uhr