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Corona-Ticker (3. April): 354 Infizierte in Bremen

Die Zahl der Fälle im Land Bremen steigt somit um 13. In der Stadt Bremen wurden 331 Personen positiv getestet, in Bremerhaven 23. Die Entwicklung im Liveticker.

Eine Hand mit Latexhandschuh hält ein Reagenzglas, auf dem "Covid-19" steht
Die Zahl der Infizierten mit dem Coronavirus in Bremen ist auf 354 gestiegen. Bild: DPA | Bildagentur-online/Ohde

+++ Bislang rund 350 Verstöße gegen die Kontaktbeschränkungen +++

Die Bremer Polizei hat bislang rund 350 Verstöße gegen die Kontaktbeschränkungen festgestellt. Die meisten Menschen zeigten sich einsichtig und kooperativ, doch drei Mal wurden die Beamten laut Polizei angegangen oder angehustet.

Die Kontaktbeschränkungen gelten seit knapp zwei Wochen und halten noch mindestens bis zum 19. April an. Wer sich nicht an die Kontaktbeschränkungen hält, muss mit einem Bußgeld rechnen. Je nach Verstoß beträgt es zwischen 50 und 2.500 Euro.

+++ Zahl der Corona-Infizierten im Land Bremen steigt auf 354 +++

Im Land Bremen gibt es am Freitag 13 neue Corona-Fälle. Die Zahl der Infizierten steigt somit auf insgesamt 354. Aus der Stadt Bremen kommen 331 von ihnen, 23 aus Bremerhaven. Als genesen gelten in Bremen 135 Personen, in Bremerhaven 12. Es bleibt bei 6 Todesopfern.

+++ Bremen wartet auf 176 Beatmungsgeräte +++

Laut der Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) ist Bremen "in der glücklichen Lage", sich auf die zu erwartenden Folgen des Coronavirus einzustellen. In absehbarer Zeit, so Bernhard, seien die Krankenhäuser in der Lage, auf bis zu 380 Beatmungs-Betten zu erhöhen – aktuell stünden etwa 160 bis 170 zur Verfügung. Insgesamt 176 weitere Beatmungsgeräte seien bereits bestellt, so Bernhard weiter.

+++ Bremerhaven erweitert Notbetreuung +++

Die Stadt Bremerhaven lockert für Beschäftigte im Gesundheitsbereich die Bedingungen für die Notbetreuung von Kindern. Bislang mussten beide Eltern im Gesundheitsbereich beschäftigt sein. Ab kommenden Montag reicht es auch, wenn nur ein Elternteil im Gesundheitsbereich arbeitet. Zum Gesundheitsbereich zählen neben Ärzten und dem Pflegepersonal auch Beschäftigte ambulanter Pflegedienste, stationärer Pflegeeinrichtungen sowie Beschäftigte von Kliniken, Laboren, Praxen und Apotheken.

+++ Konferenz zum Schutz der Korallenriffe verschoben +++

Die weltweite Konferenz zum Schutz der Korallenriffe in Bremen wird wegen der Corona-Krise um ein Jahr auf 2021 verschoben. Neuer Termin ist der 18. bis 23. Juli kommenden Jahres, wie die Universität Bremen als Veranstalter mitteilte.

Auf dem Symposium, an dem mehr als 2500 Wissenschaftler aus über 90 Ländern teilnehmen wollen, soll über Möglichkeiten zum Schutz der Korallen beraten werden. Es handelt sich um die bisher größte meereswissenschaftliche Konferenz in Deutschland.

+++ Bremer Behörden tauschen Personal durch +++

Die Bremer Behörden verteilen ihr Personal jetzt nach Bedarf quer durch verschiedene Ressorts: Fast 120 Mitarbeiter arbeiten zur Zeit überall dort mit, wo Hilfe am dringendsten benötigt wird, heißt es aus dem Finanzressort. Dort wurde eine zentrale Anlaufstelle eingerichtet, um Personal aus der Verwaltung auch an anderen Stellen einzusetzen. Aus der Steuerverwaltung helfen Mitarbeiter zum Beispiel im Krisenstab des Bildungsressorts oder beim Bürgertelefon. Je nach Bedarf und Kapazitäten soll das in den kommenden Wochen erweitert werden.

+++ Gericht: Fliesenmarkt ist kein Baumarkt – und muss geschlossen bleiben +++

Die Betreiberin eines Bremer Fliesenmarkts hat vor dem Verwaltungsgericht einen Eilantrag eingereicht, um ihr Geschäft während der Corona-Pandemie öffnen zu dürfen. Sie hatte argumentiert, ihr Geschäft sei ein "Baumarkt" – diese bleiben in Bremen geöffnet. Das Gericht hat den Antrag abgelehnt, somit muss der Fliesenmarkt weiterhin geschlossen bleiben. Ein Fachmarkt habe nicht so ein breites Sortiment wie ein Baumarkt, so das Gericht.

+++ Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Senatspressekonferenz +++

  • Mäurer erklärt, es sei nicht geplant, über Ostern alle Autobahnausfahrten polizeilich zu überprüfen. Es sollen ähnlich große Polizeiaufgebote unterwegs sein wie aktuell. Die Bremer hielten sich bereits größtenteils an die Regelungen und daher müsse man über die Feiertage nicht die Strategie ändern.
  • Sportvereine sollen 5.000 Euro Unterstützung bekommen, so Bovenschulte. Der Vorgang soll unbürokratisch ablaufen, nur ein Nachweis von finanziellen Verlusten durch die Corona-Krise sei nötig.
  • Die Rechtsverordnung sieht laut Mäurer vor, dass Sportstätten für Publikum geschlossen bleiben. Das gelte auch für Stadien. Bis zum Anfang der kommenden Woche wollen die Bundesländer gemeinsam entscheiden, was das für den normalen Trainingsbetrieb der Bundesligavereine bedeutet, so Mäurer.
  • Bovenschulte stellt das heute verabschiedete Soforthilfeprogramm für den Sport vor: Im Land soll es eine Million Euro Unterstützung für die Sportvereine geben. Außerdem werde geprüft, wie sehr hauptamtliche Vereinsmitarbeiter betroffen sind, und ob sie zusätzlich unterstützt werden müssen.
  • Bürgermeister Bovenschulte betont, man versuche sehr darauf zu achten, dass niemand, der in finanzielle Schwierigkeiten kommt, durch das Raster der Unterstützungen fällt: "Da sind wir ständig dran."
  • Zur Auswertung von Corona-Tests sagt Bernhard: "Die Auswertung erfolgt wirklich schnell." Laut der Gesundheitssenatorin werden künftig Engpässe bei den Reagenzien auftreten. Im Moment habe man noch ausreichend und es liefen Bestellungen.
  • Für Bernhard muss ein besonderer Fokus auf Pflegeheimen liegen: "Dort lauern natürlich die Gefahren der Ansteckungen", sagt sie. In vier Bremer Pflegeheimen gebe es bestätigte Coronafälle. Es gebe auch einen bestätigten Fall bei einem ambulanten Pflegedienst.
  • Bei der Ambulanz in Bremen Nord lassen sich laut Bernhard aktuell etwa 70 Personen pro Tag testen.
  • Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) erklärt, dass am 8. April etwa 40 neue Beatmugsgeräte nach Bremen geliefert werden sollen.
  • Innensenator Mäurer hat die Pläne der Deutschen Fußball-Liga, ab Mai mit Geisterspielen wieder in den Spielbetrieb einsteigen zu wollen, kritisiert: Der Senat sei sich einig, "dass die Botschaft der DFL keine gute Botschaft war." Er habe großen Zweifel daran, dass die Geisterspiele ab Anfang Mai stattfinden können. Auch die Pläne von Werder Bremen, ab Montag wieder zu trainieren, hat er kritisiert: "Ein normales Fußballtraining ist für uns schwer vorstellbar."


  • Abholdienste sind laut Mäurer ausschließlich für Restaurants möglich. Für alle anderen Branchen gelte ein Verbot.
  • Wer unter Quarantäne steht und das Haus verlässt oder Besuch empfängt, muss mit 400 Euro Strafe rechnen.
  • Menschenversammlungen im offenen Raum sollen 50 Euro bis 150 Euro kosten.


  • Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) stellt die neue Allgemeinverfügung vor. Mit ihr kommt ein neuer Bußgeldkatalog einher.
  • Die bisher erlassenen Allgemeinverfügungen hat der Senat zu einer Rechtsverordnung zusammengefasst. Sie muss nicht mehr gesondert in Bremerhaven verabschiedet werden und tritt am Samstag um 0 Uhr in Kraft.
  • Bovenschulte bittet die Bremer, über Ostern "nur ein absolutes Minimum an Besuchen und Reisen" zu unternehmen.
  • Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) eröffnet die Pressekonferenz und betont, dass die geringeren neuen Infektionszahlen eine gute Nachricht sind. Dies bedeute aber noch nicht, dass man die Kontaktbeschränkungen lockern sollte.

+++ Bremen startet Studie zur Verbreitung des Corona-Virus +++

Der Senat hat nach Informationen von buten un binnen das Projekt jetzt freigegeben. Das Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS) soll regelmäßig Modellrechnungen zur Entwicklung der SARS-CoV-2-Fälle im Land Bremen erstellen.

Außerdem sollen die Forscher herausfinden, wie die Ansteckungswege sind, die Krankheit verläuft und wie viele Menschen im Land Bremen tatsächlich mit dem neuen Corona-Virus infiziert sind (Durchseuchungsgrad).

+++ Sommersemester soll an allen Hochschulen stattfinden +++

Das Sommersemester an den Hochschulen soll in diesem Jahr trotz Corona-Krise in ganz Deutschland stattfinden und am 20. April beginnen. Darauf haben sich nach Angaben der Hamburger Bildungsverwaltung die Wissenschaftsministerien der Bundesländer verständigt.

+++ Amateur-Fußball steht weiter still +++

Die 21 Landesverbände im Deutschen Fußball-Bund (DFB) haben sich wegen der Corona-Krise gemeinsam auf eine Aussetzung des Spiel- und Trainingsbetriebes ab den Regionalligen bis auf Weiteres verständigt. Das teilten die Verbände am Freitag mit. DFB-Vize-Präsident Rainer Koch stellte aber klar, dass dies nicht gleichbedeutend mit dem Ende der Saison 2019/20 sei. Eine mögliche Fortsetzung werde mit einer Vorlaufzeit von mindestens 14 Tagen angekündigt, um allen Vereinen ausreichend Planungssicherheit zu geben.

+++ RKI-Präsident: Behelfsmasken schützen nicht vor eigener Infizierung +++

Der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, weist erneut darauf hin, dass das Tragen von Behelfsmasken nicht vor einer Infizierung mit dem Coronavirus schütze. Eine solche Maske könne allenfalls helfen, eigene Tröpfchen zurückzuhalten und andere damit vor einer Infektion zu schützen, sagt Wieler in Berlin. Wichtig sei, wenn jemand Symptome zeige, müsse diese Person unbedingt zu Hause bleiben. Für Busse und Bahnen gelte im Besonderen, Abstand zu halten. Notfalls sollte die Taktung im öffentlichen Nahverkehr erhöht werden.

+++ Pflegeheime: Angehörige umgehen offenbar Besuchsverbot +++

Ältere Menschen gehören zu den vom Coronavirus meistgefährdeten Gruppen. Deshalb herrscht ein Besuchsverbot in Bremer Senioren- und Pflegeheimen. Für einige Angehörige ist die Sorge um ihre Liebsten jedoch offenbar zu groß: Sie sollen trotz wiederholter Appelle weiterhin versuchen, das Verbot zu umgehen, indem sie sich mit den Senioren außerhalb der Einrichtungen treffen. Das berichten Fachkräfte und Heimleiter eines Pflegeheims in Woltmershausen:

+++ Bundesarbeitsminister erwägt, Kurzarbeitergeld zu verlängern +++

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) überlegt, das Kurzarbeitergeld anzuheben und zu verlängern. Das sagte er der "Rheinischen Post". Ziel des SPD-Politikers ist es, möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten. "Mein Appell an die Arbeitgeber ist klar: Schmeißt die Leute nicht raus", sagte Heil der Zeitung. Die Regeln für Kurzarbeit seinen dafür gemacht, den Unternehmen eine Brücke über die Corona-Krise hinweg zu bauen. "Wenn es nötig ist, bauen wir diese Brücke auch noch länger", so der SPD-Politiker.

+++ Zahl der Krankenhausbetten für schwer Erkrankte steigt nur langsam +++

Die Zahl der Krankenhausbetten für schwer erkrankte Covid-19-Patienten steigt in Bremen und Bremerhaven nur langsam, wie Recherchen von buten un binnen ergeben haben. Das Problem laut Gesundheitsbehörde: Die nötigen Beatmungsgeräte zur Ausstattung neuer Plätze fehlen weiterhin. 172 Plätze gibt es derzeit in bremischen Kliniken für Intensivpatienten, die auch beatmet werden müssen. Das ist Voraussetzung, um Corona-Infizierte zu behandeln, deren Atemwegserkrankung einen schweren Verlauf nimmt. Vor einer Woche waren es nach Angaben von Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) noch 162 Plätze.

Etwas mehr als die Hälfte dieser Intensivbetten ist aktuell frei für Covid-19-Patienten, falls die Krankenzahlen bei der Pandemie ansteigen sollten. Auf lange Sicht soll es mehr als 300 Klinikbetten mit Beatmungsmöglichkeit in Bremen und Bremerhaven geben. Dafür hat das Land Beatmungsgeräte über das Bundesgesundheitsministerium bestellt. Die ersten sollen zwar bald geliefert werden, sagte ein Sprecher des Gesundheitsressorts. Angekommen sind bislang aber noch keine. Trotzdem könnten die Krankenhäuser notfalls schnell weitere 70 Plätze für Kranke mit schwerem Verlauf schaffen.

+++ Bürgermeister Bovenschulte sieht positiven Trend für Bremen +++

Die Verdoppelungszeit der Corona-Infektionen gilt als wichtiger Maßstab für die Entwicklung der Epidemie. In Bremen liegt sie derzeit bei 14 Tagen. Für Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) ist das eine positive Entwicklung.

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Mehr zur Verdopplungszeit der Infiziertenzahlen in Bremen gibt es hier:

+++ Niedersachsens Landwirtschaftsministerin begrüßt Entscheidung zu Erntehelfern +++

Trotz der Coronakrise dürfen Erntehelfer für die Spargel- und Beerenernte einreisen, hatten das Bundesinnenministerium und das Bundeslandwirtschaftsministerium in einer gemeinsamen Erklärung verkündet – allerdings begrenzt und unter strengen Auflagen. Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) begrüßte die Entscheidung im Gespräch mit dem NDR: "Das ist eine richtig gute Nachricht für unsere niedersächsischen Betriebe".

+++ Update aus Bremerhaven: Erste Kreuzfahrt-Passagiere sind zurück +++

500 Kreuzfahrt-Passagiere sind bereits zurück. Das war erst der Anfang: Am Kreuzfahrtterminal in Bremerhaven werden noch viele Rückkehrer erwartet. Und wie ist die aktuelle Situation in Pflegeheimen? Alle Neuigkeiten aus Bremerhaven im Video-Update.

Corona-Update aus Bremerhaven: Kreuzfahrtrückkehrer sind angekommen

Video vom 2. April 2020
Moderator Janos Kereszti im buten un binnen Studio, im Hintergrund Reporter Dirk Bliedtner.

+++ Bremer Forscher suchen Medikament gegen Covid-19 +++

Wissenschaftler des Pharmakologischen Instituts der Gesundheit Nord sind federführend für den deutschen Teil einer weltweiten Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verantwortlich. Im Zuge der Studie sollen vier Medikamente an Patienten getestet werden, die an der Lungenerkrankung Covid-19 in Folge einer Corona-Infizierung leiden. Das hat der Leiter des Instituts buten un binnen bestätigt.

+++ Anstieg der Corona-Infizierten im Land Bremen +++

Nach Angaben der Bremer Gesundheitsbehörde ist die Zahl der bestätigten Corona-Infizierten landesweit auf 341 angestiegen, ein Plus von 11 infizierten Personen. In der Stadt Bremen gibt es aktuell 319 registrierte Fälle, in Bremerhaven bleibt es bei 22 Corona-Fällen. Es ist kein weiterer Mensch verstorben, damit bleibt es bei insgesamt sechs Todesfällen. 106 Menschen sind im Land Bremen inzwischen wieder genesen.

Corona-Update: Werden die Kontaktbeschränkungen verlängert?

Video vom 29. März 2020
Ein Skateground wurde mit Absperrband der Polizei weiträumig abgesperrt.

Mehr zum Thema:

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 3. April 2020, 19:30 Uhr