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Corona-Ticker (30. März): Zahl der Corona-Toten in Bremen steigt auf 4

Nach Angaben der Gesundheitsbehörde gibt es inzwischen landesweit insgesamt 297 bestätigte Corona-Infizierte. Die Entwicklung im Liveticker.

Ein Reagenzglas mit einer dunklen Flüssigkeit und einem Etikett mit der Aufschrift "Covid-19"
Inzwischen sind im Land 297 Personen mit dem Virus infiziert. Bild: DPA | Zuma Press / Robin Utrecht

+++ Bremer Flüchtlingsrat zeigt Sozialbehörde an +++

Der Bremer Flüchtlingsrat hat eigenen Angaben zufolge die Sozialbehörde und die Arbeiterwohlfahrt (AWO) wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz angezeigt. Sie stünden im Verdacht, in der Erstaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge in der Lindenstraße in Vegesack gegen die Allgemeinverfügung zur Eindämmung des Coronavirus verstoßen zu haben, begründete die Initiative ihr Vorgehen.

Bei dem Betrieb der Lager in der Lindenstraße und auch in der Alfred-Faust-Straße handelt es sich faktisch um täglich stattfindende 24-Stunden-Großveranstaltungen.

Gundula Oerter, Flüchtlingsrat Bremen

Der Flüchtlingsrat fordert seit einigen Tagen die Auflösung der zentralen Aufnahmestelle. Die Bewohner könnten dann in der Vorstellung des Vereins auf leere Hotels, Übergangswohnheime und Container verteilt werden. Dies ist laut Sozialressort weder rechtlich möglich, noch sinnvoll, da Versorgung und Betreuung darunter leiden würden.

Laut der Behörde haben bereits 30 Personen mit erhöhtem Risiko die Landesaufnahmestelle verlassen. Weitere 100 sollen in den kommenden Tagen in die Jugendherberge in der Innenstadt ziehen.

+++ Zahl der Corona-Toten im Land Bremen steigt auf 4 +++

Im Land Bremen gibt es zwei weitere durch den Coronavirus bedingte Todesfälle. Damit sind inzwischen vier Menschen an den Folgen der Viruserkrankung gestorben. Bei den beiden aktuellen Todesfällen handelt es sich um Menschen mit Vorerkrankungen, die 88 und 90 Jahre alt waren.

Nach Angaben der Gesundheitsbehörde, steigt die Zahl der bestätigten Corona-Infizierten im Land auf insgesamt 297. In der Stadt Bremen sind aktuell 277 Fälle gemeldet, in Bremerhaven sind es 20 registrierte Infizierte. 71 Menschen im Land Bremen wieder genesen.

+++ Gesundheitsbehörde: Lieferengpässe bei Schutzausrüstung +++

Laut der Bremer Gesundheitsbehörde gibt es Probleme bei der vom Bundesgesundheitsministerium organisierten Verteilung von Schutzausrüstung. "Die beim Bundesministerium bestellte Menge ist bei uns leider nicht vollständig eingetroffen, nur ein kleiner Teil um genau zu sein", sagte Sprecher Lukas Fuhrmann gegenüber buten un binnen.

Deswegen sind wir Ende der letzten Woche auch selbstständig tätig geworden und haben eine eigene Bestellung aufgegeben.

Lukas Fuhrmann, Sprecher der Gesundheitsbehörde

Auch bei der Einrichtung neuer Beatmungsbetten in den Kliniken sei Bremen auf den Bund angewiesen. "Dort haben wir nämlich weitere Beatmungsgeräte bestellt", sagt Fuhrmann. "Stand Freitag sind 40 freie Beatmungsbetten in Bremen vorhanden, die für Corona-Patienten genutzt werden können."

Engpässe bei den Lieferungen gibt es laut Fuhrmann auch bei den Reagenzien, die im Labor für die Corona-Tests benötigt werden. Die Bremer Labore bekämen zwar Nachschubslieferungen, jedoch nur in kleinen Mengen. "Weiterhin stehen die Labore in Kontakt mit ihren Lieferanten weltweit, um kurzfristig Nachschub organisieren zu können", so Fuhrmann.

+++ Humanitäre Sprechstunde bleibt laut Gesundheitsamt geöffnet +++

Das Gesundheitsamt hat Vorwürfe von MediNetz zurückgewiesen, wonach die humanitäre Sprechstunde geschlossen worden sei und Menschen ohne Krankenversicherung deshalb ohne Gesundheitsversorgung seien. Tatsächlich sei die Sprechstunde wegen eines Krankheitsfalls nicht besetzt gewesen, allerdings nur vorübergehend, wie Sprecher Lukas Fuhrmann auf Anfrage von buten un binnen sagte. Man arbeite zurzeit auch an einem Konzept, um die Menschen während der Corona-Krise gut zu versorgen.

+++ Bremer Schulen und Kitas bleiben mindestens bis zum 20. April zu +++

Bis an Schulen und Kitas im Land Bremen wieder der normale Betrieb herrscht, dauert es noch mindestens bis zum 20. April. Das gab die Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD) am Montag bekannt. Ursprünglich sollte nach den Osterferien – der letzte Ferientag ist der 14. April – wieder mit dem Unterricht und der regulären Betreuung begonnen werden.

Dies bedeute jedoch nicht, dass die Ferien verlängert werden. Ab dem 15. April soll wieder die allgemeine Notbetreuung an den Schulen einsetzen, die vor Ferienbeginn auch herrschte. Damit soll den Schülerinnen und Schülern das Lernen zu Hause ermöglicht werden. Die entsprechende Verordnung zur Verlängerung der Notbetreuung soll am Freitag im Senat verabschiedet werden.

+++ Polizei beendet Geburtstagsparty in Blumenthal +++

Die Polizei in Bremen-Blumenthal eine Geburtstagsparty mit 14 Menschen als Verstoß gegen die Corona-Beschränkungen aufgelöst. Wie die Polizei am Montag mitteilte, hatte ein 35-jähriger Vater für Sonntagabend Verwandte und Freunde zum Geburtstag seines Sohnes eingeladen. Dazu zählten auch Kinder zwischen zwei und 13 Jahren. Die Beamten kontrollierten die Wohnung und schickten alle Menschen fort, die nicht dort wohnten. Außerdem erstellten sie eine Strafanzeige wegen eines Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz. Bereits am Sonntagfrüh war eine Party in Vegesack aufgelöst worden.

+++ Bremer Hausärzte richten spezielle Untersuchungsstellen für Infekte ein +++

Um Hausärzte und Praxispersonal besser zu schützen, hat der Bremer Hausärzteverband jetzt zwei Untersuchungsstellen für Infekte eingerichtet. In zwei Praxen in Bremen-Süd und Bremen-Mitte können Patienten untersucht werden, die Symtome wie Husten, Halsschmerzen oder Fieber aufweisen, aber nicht auf das Corona-Virus getestet werden sollen. Die Hausärzte versprechen sich davon besseren Schutz für sich und ihre Angestellten. Um in den Stellen untersucht zu werden, ist eine Überweisung vom Hausarzt notwendig. In der nächsten Woche sollen zwei weitere Untersuchungsstellen in Bremen-Nord und in Huchting eingerichtet werden.

+++ Limit für kontaktlose Zahlungen wird erhöht +++

Die Banken in Deutschland erhöhen angesichts der Corona-Pandemie das Limit für kontaktlose Zahlungen an der Ladenkasse, die nicht mit PIN-Eingabe am Terminal bestätigt werden müssen. Statt bisher ab 25 Euro müssen Kunden bei Nutzung der EC-Karte künftig erst ab 50 Euro die Geheimzahl eintippen, wie die Deutsche Kreditwirtschaft mitteilt. Bis es soweit ist, könne es aber noch dauern.

+++ Versorgung von Menschen ohne Papiere stark eingeschränkt +++

Die medizinische Situation von Menschen ohne Krankenversicherung in Bremen hat sich durch die Corona-Krise offenbar massiv verschlechtert. "Während in ganz Deutschland alles dafür getan wird die Gesundheitsversorgung aufrecht zu erhalten, ist sie hier in Bremen in der letzten Woche für eine bestimmte Personengruppe schon zusammen gebrochen", kritisiert Maren Janotta vom MediNetz Bremen, einer medizinischen Vermittlungs- und Beratungsstelle für Flüchtlinge, Migranten und Papierlose. Durch die Schließung der Humanitären Sprechstunde des Gesundheitsamtes seit Mitte März sei MediNetz "bei Weitem nicht in der Lage", die Versorgung von Menschen ohne Krankenversicherung mit der eigenen Sprechstunde zu gewährleisten. Die Entscheidung der Behörde sei ein Skandal, gerade in Zeiten einer Pandemie.

+++ Bremer Tafeln haben weiter geöffnet +++

Die fünf Ausgabestellen der Bremer Tafel sind weiterhin geöffnet. "Bei uns haben sich erfreulich viele junge Helfende gemeldet, die den Betrieb tatkräftig aufrecht halten", sagte der Vorsitzende Uwe Schneider zu buten un binnen. Auch das Angebot an überschüssigen Lebensmitteln sei noch immer sehr gut.Trotzdem halte sich in Bremen das Gerücht, dass die Ausgabestellen aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen seien. "Wir nehmen an, dass dadurch ausgerechnet die Menschen zuhause bleiben, die es am nötigsten haben", so Schneider.

+++ DIHK: Krise bedroht jeden zehnten Mittelständler +++

Mehr als jeder zehnte Mittelständler ist nach Angaben des DIHK durch die Corona-Krise von einer Pleite bedroht. "Besorgniserregend ist dabei nicht nur die absolute Zahl der befürchteten Pleiten, sondern die rasante Zunahme der konkreten Insolvenzsorgen innerhalb von nicht einmal drei Wochen", sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, der Nachrichtenagentur Reuters am Montag mit Verweis auf eine noch unveröffentlichte Sonderauswertung einer DIHK-Umfrage unter insgesamt 15.000 Unternehmen. Im Reise- und Gastgewerbe meldeten sogar 40 Prozent der überwiegend mittelständisch geprägten Betriebe akute Pleitegefahr.

+++ Fast 5.000 neue Infektionen in Deutschland +++

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts vom Morgen um 4.751 auf 57.298 gestiegen. Die Zahl der Todesfälle infolge der Covid-19-Erkrankung nahm demnach um 66 auf 455 zu.

+++ Zwölf neue Infektionen am Sonntag gemeldet +++

Im Land Bremen sind 290 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. 270 der bestätigten Fälle wurden in der Stadt Bremen gemeldet, 20 in Bremerhaven. Das bedeutet einen Anstieg um zwölf Fälle seit Samstag, hier hatte die Zahl der bestätigten Infektionen bei 278 im Land Bremen gelegen.

Grafische Darstellung eines Schemas über die Eindämmung des Corona-Virus Z eit F älle Unkont r ollie r te A usb r eitung Mit Maßnahmen Quelle: Bundesgesundheitsministerium Kapazität des Gesundheitssystems
Bild: Radio Bremen

+++ Bundesmittel für kleine Unternehmen ab heute verfügbar +++

"Die vom Bund bereitgestellten Haushaltsmittel von bis zu 50 Milliarden Euro können ab diesen Montag von den Ländern abgerufen werden", kündigte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier am Sonntag an. Die Soforthilfen sind für Soloselbständige, kleine Unternehmen, Freiberufler und Landwirte vorgesehen. Die Anträge können bei den Ansprechpartnern in den Ländern gestellt werden, hieß es. Die Auszahlung solle schnell und unbürokratisch erfolgen.

Corona-Update: Werden die Kontaktbeschränkungen verlängert?

Video vom 29. März 2020
Ein Skateground wurde mit Absperrband der Polizei weiträumig abgesperrt.
Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 30. März 2020, 19:30 Uhr