Das müssen Autofahrer zur Sperrung der Lesumbrücke wissen

Mit den Bauarbeiten an Bremens Nord-Süd-Verbindung ist das Verkehrschaos programmiert. Ab Sonntag kann der Verkehr nur noch über eine Brückenhälfte fließen.

Auf der Autobahnbrücke der A27 über die Lesum wird eine Sperrung vorgenommen.

Die Lesumbrücke der A27 ist zum Teil instabil und muss dringend repariert werden. Wie die Bremer Verkehrsbehörde mitteilte, sind die Vorarbeiten für die Bauarbeiten so gut wie abgeschlossen. Daher wird der gesamte Autoverkehrs wohl schon ab Sonntag 9 Uhr – und nicht wie eigentlich geplant am Montag – über nur noch eine Brückenhälfte fließen können.

Ob und wann genau die Umleitung eingeführt wird, hänge allerdings stark vom Wetter ab, weil die Arbeiten, die erledigt werden müssen, sehr witterungsabhängig seien. Daher kann sich die Planung auch noch ändern. Autofahrer sollten sich bevor sie losfahren in jedem Fall über die aktuelle Verkehrslage informieren.

1 Was ändert sich?

Der Verkehr wird komplett auf eine Brückenseite geleitet. Die bisherigen Spuren Richtung Bremen/Verden/Hannover sind dann gesperrt und der Verkehr muss sich auf zwei Fahrspuren je Richtung über die Brücke quälen. Die Spuren sind verengt, außerdem gilt dort ein Tempolimit von 80 Stundenkilometern. Schwerlasttransporte können den Baustellenbereich passieren.

2 Was erwartet die Autofahrer?

Rund 80.000 Fahrzeuge passieren die Brücke jeden Tag. Um dieses Verkehrsaufkommen zu bewältigen reichen der der Beurteilung des Amtes für Straßen und Verkehr (ASV) zufolge auch vier Spuren. Trotzdem wird es im Berufsverkehr wohl zu Staus kommen. Und zwar morgens an der Kreuzung mit der B74 stadteinwärts und abends am Dreieck Bremen-Industriehäfen stadtauswärts.

Zusätzliche Behinderungen drohen durch Unfälle: Im verengten Baustellenbereich ist vor allem mit leichten Unfällen zu rechnen, die den Verkehr starkt behindern können. Das Amt für Straßen und Verkehr rät Verkehrsteilnehmern deshalb, sich möglichst vorab über die aktuelle Verkehrslage rund um die Lesumbrücke zu informieren.

3 Lohnt es sich, die Sperrung zu umfahren?

Da es sich nicht um eine Vollsperrung handelt, gibt es auch keine empfohlene Umleitung für die Lesumbrücke. Auch die Verkehrsmanagement-Zentrale rät Autofahrern davon ab, über Nebenstraßen der A27 zu fahren. Die beiden Alternativen – die Heerstraße durch Bremen-Burg oder ein Umweg durch Ritterhude – wären beide nicht lohnenswert. Wenn es auf der Autobahn zu einem Stau kommt, seien diese beiden Straßen wahrscheinlich auch überfüllt.

4 Warum wird die Brücke gesperrt?

Bei einer Prüfung der Brücke offenbarten sich "erhebliche Defizite bei der Tragfähigkeit", wie der Senat mitteilte. Der Teil der Brücke, auf dem die Autos in Fahrtrichtung Bremen unterwegs sind, wurde früh nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut: Einige der Stahlträger sind bereits über 70 Jahre alt. Die andere Hälfte der Brücke ist deutlich neuer und stabiler: Die Strecke in Richtung Bremerhaven wurde erst in den Siebzigerjahren gebaut und ist laut des Senats auch stabil genug für den kompletten Verkehr der Brücke.

5 Wird die Brücke während der Sperrung repariert?

Noch bis in den Sommer des nächsten Jahres soll die Brücke genauer untersucht werden. Danach soll klar sein, ob sie noch saniert werden kann, oder ob sie abgerissen werden muss. "Die jetzt leider notwendigen Einschränkungen auf dieser Strecke werden wir so gut und so schnell wie möglich kompensieren. Dabei werden wir sowohl die Ertüchtigung der vorhandenen Brücke verfolgen als auch parallel bereits den Neubau der Brücke anschieben", sagt der Staatsrat für Bau- und Verkehr, Jens Deutschendorf. Ein Neubau hätte jahrelange Einschränkungen im Brückenbereich zur Folge. Die Kosten für die Reparatur und einen möglichen Neubau trägt der Bund, die Planungskosten muss jedoch größtenteils das Land Bremen übernehmen. 

Lässt Bremen seine Straßen und Brücken vergammeln?

Die Autobahnbrücke in Lesum ist stark befahren.

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  • Yannick Lemke

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 12. Dezember 2018, 9 Uhr