Zerstückelte Leiche in Bremen: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage

  • Polizisten hatten zerstückelte Leiche in Gröpelinger Wohnung gefunden
  • Opfer konnte zunächst nicht identifiziert werden
  • Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Nachbarn wegen Totschlags
Ein aufgebrochenes Polizeisiegel an einem Tatort

Es war ein grausiger Fund, den Polizisten im vergangenen Oktober machten: In einer Gröpelinger Wohnung fanden sie eine männliche Leiche, zerstückelt in mehrere Teile. Zudem war das Gesicht durch einen Kopfschuss unkenntlich. Mehrere Tage dauerte es, bis Ermittler die Identität des 50-Jährigen feststellen konnten. Noch bevor überhaupt klar war, wer das Opfer ist, gab es jedoch bereits einen Tatverdächtigen: Ein 65-jähriger Nachbar hielt sich in der Wohnung auf, bei Eintreffen der Polizei versuchte er zu fliehen.

Auch nach Abschluss der Ermittlungen geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass es sich bei dem Mann um den Tätern handeln könnte und hat Anklage wegen Totschlags erhoben. "Ein Unfallgeschehen oder einen möglichen Suizid können wir nach den Erkenntnissen, die wir aufgrund von kriminaltechnischen Untersuchungen und auch von rechtsmedizinischen Untersuchungen gewonnen haben, ausschließen", so der Sprecher der Staatsanwaltschaft Frank Passade.

Im Haus des 65-jährigen Nachbarn hätten die Ermittler Leichenteile gefunden sowie einen Revolver. Der Mann selbst habe eine Schuld aber zunächst bestritten, so Passade. "Er hat Angaben gemacht, die wir aber als widerlegt ansehen. Und wir insofern davon ausgehen, dass es sich um ein gezieltes Tötungsdelikt handelt." Nun muss das Bremer Landgericht entscheiden, ob es die Anklage zulässt und sich der 65-Jährige für die mutmaßliche Tötung verantworten muss.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 22. Januar 2020, 19:30 Uhr