6 Alltagstipps für Bremer gegen Lebensmittelverschwendung

Oft merkt man gar nicht, wie viele Nahrung im Müll landet. Mit einem Tag gegen Verschwendung wollen die Vereinten Nationen das ändern. Bremens Verbraucherzentrale hat Tipps.

Eine Frau entsorgt Tomaten in einer Mülltonne (Symbolbild)
Nicht mehr perfekt: Oft werfen wir Gemüse und Obst in den Müll, welches man noch essen könnte. (Symbolbild) Bild: Imago | ingimage

Es kommt zunächst etwas sperrig rüber: Am heutigen Dienstag, dem 29. September, ist erstmals "Tag des Bewusstseins für Nahrungsmittelverschwendung". Oder wie Oma und Opa schon früher sagten: "Man wirft kein Essen weg." Doch das tun wir Menschen tagtäglich. Weil das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist, weil etwas nicht schmeckt oder die Portion zu groß ist. Den neuen Tag haben die Vereinten Nationen ausgerufen, um auf die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Folgen der Lebensmittelverschwendung aufmerksam zu machen. Damit soll auch ein Ziel der Agenda 2030, die weltweite Lebensmittelverschwendung bis 2030 zu halbieren, gestärkt werden.

Bundesweit schmeißen Menschen etwa 11,9 Millionen Tonnen Lebensmittel im Jahr weg – das sind 75 Kilogramm pro Kopf im Jahr, also etwa ein belegtes Brötchen am Tag. Sonja Pannenberger von der Verbraucherzentrale Bremen ruft ein paar wichtige Hinweise in Erinnerung und schlägt vor, wie man bewusster mir Nahrung umgehen kann. Sogar schon vor dem Einkauf.

1 Die richtige Planung

Sonja Pannenbecker empfiehlt das Schreiben einer Einkaufsliste. Das sei zwar erst mal eins sehr gängiger Tipp, beim Schreiben sollte aber auf jeden Fall der Kühlschrank und die Vorratskammer im Blick behalten werden. Auch mit der Familie und der WG sollte der Einkauf gut geplant sein, rät Sonja Pannenberger. "Wenn jemand auf Klassenfahrt oder im Urlaub ist, kann frühzeitig effetkiver eingekauft werden."

2 Kostenlose Früchte auf dem Boden

In Niedersachsen sind einige Streubostbäume mit einem gelben Band gekennzeichnet. Dort darf das Obst der Bäume, das in Griffweite liegt, mitgenommen werden. In Bremen gibt es das zwar noch nicht, aber es gibt die Organisation "Mundraub". Auf der Internetseite von "Mundraub" zeigt eine Karte an, wo Streuobstbäume zu finden sind, von denen kostenlos gepflückt werden darf – und es gibt vereinzelt auch welche in Bremen und Bremerhaven.

3 Bananen hängen, Äpfel abseits lagern

Um Lebensmittel länger haltbar zu machen, sollte man außerdem auf eine artgerechte Lagerung achten. So sagt Sonja Pannenbecker von der Verbraucherzentrale Bremen, dass Bananen am besten gehangen werden, da sie sich sonst gegenseitig einquetschen. Äpfel sondern außerdem beim Liegen Gase ab, die andere Früchte, die nachreifen müssen, matschig machen. Deshalb sollten die nicht zusammenliegen.

4 Das Lager sauber halten

Wenn Vorratskammer und Kühlschrank regelmäßig mit Essigwasser ausgeputzt werden, haben Keime kaum eine Chance an die Lebensmittel zu gelangen. Dadurch werden viele Lebensmittel länger haltbar gemacht, betont Pannenberger.

5 Kreatives Kochen

Fällt beim Blick in den Kühlschrank auf, dass mehrere Lebensmittel schon matschige Stellen haben oder aber sehr bald verbraucht werden sollten, hilft die Initiative "Zu gut für die Tonne!" der Bundesregierung. Mit Hilfe der "Beste Reste"-App können die Lebensmittel eingetragen werden, die man nutzen möchte. Die App stellt dann auf Basis der Lebensmittel ein Rezept zusammen.

6 Im Falle eines Falles

Muss dann doch etwas weggeschmissen werden, lohnt es sich eine Liste darüber zu führen, sagt Sonja Pannenbecker. Das ist zwar am Anfang etwas mühsam, aber man kann sein Einkaufsverhalten besser reflektieren und vermeidbare Abfälle reduzieren.

Diese Lebensmittel hält der Wald für uns bereit

Video vom 20. August 2020
Eine Hand hält einen Pilz, der mit einem Messer in zwei Hälften geschnitten wurde.
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, 29. September 2020, 6:20 Uhr