Fragen & Antworten

Wie geht es weiter mit den Ozeanriesen in Bremerhaven?

Seit Beginn der Corona-Krise sitzen viele Seeleute auf ihren Schiffen fest. In Bremerhaven hatten Kreuzfahrt-Crewmitglieder nun die Gelegenheit von Bord zu gehen.

Ein Kreuzfahrtschiff liegt im Hafen, im Hintergrund liegen weitere Kreuzfahrtschiffe.
Die "MS Amadea" liegt als eines von mehreren Schiffen in Bremerhaven. Hier wurde ab Mitte Juni eine Folge der ZDF-Serie "Traumschiff" fertig gedreht. (Archiv)

Ein Job auf einem Kreuzfahrtschiff kann anstrengend sein – schon weil die Schiffe teilweise monatelang auf See sind. Zu Corona-Zeiten ist es für die Seeleute um so belastender: Viele von ihnen sitzen an Bord fest – seit Monaten, auf begrenztem Platz, fernab ihrer Familien. Etliche von ihnen auch auf mehreren Kreuzlinern in oder vor Bremerhaven. Dort konnten die Besatzungen der "Mein Schiff 1" und "Mein Schiff 2" nun persönliche Gebrauchsgegenstände einkaufen oder zum Frisör gehen.

Wie läuft der Landgang für die Seeleute ab?
Die Behörden überwachen die gesundheitliche Lage der Seeleute, die in der Stadt ankommen. Es soll sichergestellt werden, dass dort niemand mit Corona-Symptomen unterwegs ist. Vorher wurden die Besatzungen über Hygieneregeln informiert – also Abstandsregeln, Mundschutz oder Sicherheitsmaßnahmen für Frisör- oder Restaurant-Besuche. Den Seeleuten soll durch den ermöglichten Landgang ein Stück der Belastung der letzten Wochen genommen werden.
Prägen nun viele Kreuzfahrt-Crewmitglieder das Stadtbild?
Nein, das fällt nicht auf. Die Möglichkeit zum Landgang hatten am Dienstag etwa 150 Seeleute von der "Mein Schiff 2", am Montag waren es ungefähr ebenso viele von der "Mein Schiff 1". Wenn die Besatzungsmitglieder von Bord gehen, dann eher ohne Uniform und in zivil.
Welche Kreuzliner liegen momentan in Bremerhaven?
Nach ihrem Besuch am Montag liegt die "Mein Schiff 1" schon wieder draußen auf Reede vor der Insel Wangerooge. "Mein Schiff 2" ist heute in Bremerhaven und auch "Mein Schiff 3" wird erwartet. Durch die Corona-Krise ist das Aufkommen an Kreuzlinern höher als gewöhnlich, auch um Proviant zu laden und kleinere Reparaturen durchführen zu lassen. Darunter sind die "Artania", die "Aidadiva" oder die "Hamburg". Auf dem ZDF-"Traumschiff" "MS Amadea" wurde zudem die "Seychellen"-Folge fertig gedreht. Die "Iona" wird von der Meyer-Werft ausgerüstet und soll frühestens im August an die Reederei übergeben werden.
Steht schon fest, wann es mit den Kreuzfahrtreisen wieder losgehen soll?
Ein konkreter Termin lässt sich nicht nennen, die Corona-Krise bremst das Geschäft weiter. Das Grundproblem ist: An Bord wären zu viele Menschen auf zu engem Raum. Daher sind die meisten Reisen noch abgesagt oder können wegen Reisebeschränkungen gar nicht angeboten werden. Hinzu kommt, dass Spanien bis zum Ende der Corona-Krise gar keine Kreuzfahrtschiffe zulassen will – also auf unbestimmte Zeit. Die Reedereien hatten darauf gehofft, im Herbst wenigstens nach Mallorca, Barcelona oder die Kanarischen Inseln fahren zu können. Aber danach sieht es jetzt nicht aus.

Die letzten Passagiere gehen von Bord: "Artania" zurück in Bremerhaven

Video vom 8. Juni 2020
Das Kreuzfahrtschiff MS Artania.

Autor

  • Joschka Schmitt

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Nachmittag, 30. Juni 2020, 15:10 Uhr