Fast 40 Prozent der Beschäftigten in Bremen waren in Kurzarbeit

  • 112.883 Bremerinnen und Bremer waren in Kurzarbeit
  • Bundesweit hatten Emden und Wolfsburg höchste Quoten
  • Zahlen hat ein Wirtschaftsinstitut der Böckler-Stiftung ermittelt
Das Bremer Stahlwerk am Weserufer.
Auch das Bremer Stahlwerk drosselte wegen der Corona-Krise die Produktion. Für fast alle Beschäftigten hieß das: Kurzarbeit. (Archivbild) Bild: DPA | 88087117

In der Hansestadt Bremen waren in den Monaten März und April 39,5 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten – also 112.883 Personen – in Kurzarbeit. Das hat das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Böckler-Stiftung ermittelt. Die bundesweit höchsten Quoten an Kurzarbeit hatten die beiden VW-Städte Emden und Wolfsburg zu verzeichnen. Laut WSI lag die Kurzarbeit-Quote in Emden bei 56,0 und in Wolfsburg bei 52,2 Prozent. Insgesamt lag der April-Wert für alle deutschen Städte und Kreise den Düsseldorfer Forschern zufolge im Schnitt bei gut 31 Prozent.

Kurzarbeit infolge der Corona-Krise hat vor allem Regionen mit einem hohen Anteil von Unternehmen aus der Metall- und Elektroindustrie sowie Urlaubsgebiete getroffen. Weitere Städte in Niedersachsen mit hohen Quoten jenseits der 40-Prozent-Marke waren etwa das Ammerland (42,7), Osterholz (40,2) oder Delmenhorst (40,1).

Die Krise habe "viele kleinere Betriebe hart getroffen, und die haben schnell mit Kurzarbeit reagiert", betonte WSI-Forscher Helge Emmler. Die Experten hatten Regionaldaten der Bundesagentur für Arbeit (BA) zur angemeldeten Kurzarbeit ausgewertet. Diese Zahlen dürften deutlich höher sein als die der tatsächlich kurzarbeitenden Beschäftigten. Die Unternehmen hätten oft vorsorglich für größere Gruppen Kurzarbeit angemeldet. Regionale Daten zur tatsächlich umgesetzten Kurzarbeit würden erst in einigen Monaten vorliegen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 29. Juni 2020, 23:30 Uhr