Von wegen verlorener Sommer: Viele Veranstaltungen in Bremen geplant

Corona macht es den Organisatoren von Kultur-Veranstaltungen nicht gerade leicht. Nun haben sich aber mehrere Akteure zusammengetan, denn: Irgendwas geht immer.

Mehrere Menschen sitzen mit Abstand im Park und sehen sich ein Theaterstück an.
Wie hier bei "Shakespeare im Park" soll es im Laufe des Sommers noch viele Veranstaltungen geben – trotz Corona. Bild: Radio Bremen

Von wegen kulturelle Dürre: Unter dem Motto "Sommer Summarum" haben sich in Bremen unterschiedlichste Akteure zusammengetan, um unter Corona-Bedingungen für die kommenden Wochen ein vielfältiges Kultur-Programm zusammenzustellen. Bis Ende August seien bislang 140 Veranstaltungen geplant, darunter allein 60 Konzerte, sagte Initiatorin Renate Heitmann, Geschäftsführerin der Bremer Shakespeare Company und fügte hinzu: "Während des Lockdowns war die Kunst im Netz gefangen – aber jetzt hat die Digital-Diät ein Ende und die Kunst muss an die frische Luft."

Breites Programm trotz Corona

Im Programm stehen neben Musik auch Lesungen, Theater und Tanz sowie Varieté, Performances und Akrobatik – meist unter freiem Himmel. Die Organisatoren machen aus der Not eine Tugend mit teils spektakulären Spielorten wie einer Tanzperformance auf dem Sportplatz, einem dadaistischen Abendprogramm im Licht-und-Luft-Bad und Jazz im Skulpturengarten.

Es entsteht ein einzigartiges Kulturnetzwerk: Genres, Formate und ungewöhnliche Spielorte finden zusammen.

Renate Heitmann, Initiatorin

Die Veranstaltungen des Kultursommers haben keinen großen Rahmen, sondern locken mit kleinen Formaten, um die geltenden Abstandregeln einzuhalten. "Aus diesem Grund ist bei den verschiedenen Spielorten immer nur eine angepasste Zuschauerzahl zugelassen und die Vorstellungen sind auf etwa 45 Minuten gekürzt", erläuterte Heitmann.

Viele Aufführungen werden an mehreren Tagen oder sogar mehrmals hintereinander inszeniert. Eine Abendkasse gibt es nicht, Tickets sind nur über den Vorverkauf erhältlich. Finanziert wird das Projekt zu je einem Drittel aus öffentlichen Geldern sowie durch Partner und Sponsoren und durch Ticketerlöse.

Kulturstaatsrätin lobt Initiative

"Wir haben einen Etat von derzeit etwa 110.000 Euro", bilanzierte Heitmann. Kulturstaatsrätin Carmen Emigholz (SPD) lobte ihre Initiative, der sich viele Kulturschaffende wie das Theater Bremen, das Tanzkollektiv Bremen, die "Kulturambulanz" und eine große Zahl von Einzelkünstlern angeschlossen haben. Die Staatsrätin betonte, das Programm zeige, dass Bremen künstlerisch viel zu bieten habe – "trotz Corona". Erste Rückmeldungen seien positiv, berichtete Malte Prieser vom Kulturbüro im Bremer Norden: "Die Besucher sehnen sich nach Austausch." Jetzt wünschen sich die Organisatoren vor allem zwei Dinge: Gutes Wetter und, ergänzte Prieser, "dass die Leute hingehen".

Bremer Kultursommer startet mit Open Air-Theater "Shakespeare im Park"

Video vom 2. Juli 2020
Auf einer Bühne im Grünen steht ein Mann in Anzug und Hut. Auf der Bühne liegen mehrere Personen, dass Publikum klatscht.
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 2. Juli 2020, 19:30 Uhr