Meinungsmelder

Breminale und Co. – so wünschen sich die Bremer ihr Kulturangebot

Soll die Breminale ihren Namen behalten? Und welche Veranstaltungen fehlen in Bremen, Bremerhaven und umzu? Radio Bremen hat dazu seine Meinungsmelder befragt.

Die Breminale an der Weser.

Die Breminale steht in den Startlöchern. Doch es könnte das letzte Mal unter diesem Namen sein. Wenn es nach den Radio Bremen Meinungsmeldern geht, soll die Breminale aber auch in Zukunft Breminale heißen. Dafür stimmte die Mehrheit bei der Befragung zum Thema "Theater, Kino, Festival – ist Bremen eher Kulturwüste oder -hochburg?". 495 Teilnehmer im Alter zwischen 17 und 86 Jahren aus Bremen, Bremerhaven und dem Umland haben mitgemacht.

Fast 70 Prozent sind gegen eine Umbenennung. Nur fünf Prozent befürworten einen neuen Namen, der Rest hat dazu keine eindeutige Meinung.

Wozu soll ein neuer Name gut sein? Schließlich weiß jeder, wenn er 'Breminale' hört oder liest, was sich dahinter verbirgt – umsonst, draußen, für jeden was dabei.

59-jährige Meinungsmelderin aus Bremen

Da überrascht es auch nicht, dass 54 Prozent der Meinungsmelder bei der Frage nach alternativen Namen die Antwort "Der Name soll so bleiben, wie er ist" wählen. Der Name habe sich schließlich etabliert, kommentieren einige. Hintergrund: Die Bremer Kulturbehörde hat die Breminale für 2020 bis 2022 ausgeschrieben. Erst im Spätsommer soll entschieden werden, wer das Festival ausrichtet. Da das jetzige Team das Namensrecht an der Breminale hält, könnte das Festival auch umbenannt werden.

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Auch, wenn der Name geändert werden sollte, werden die Bremer*innen vermutlich weiterhin 'Breminale' sagen, genauso, wie sie weiterhin den Namen 'Weserstadion‘ gebrauchen werden.

23-jährige Meinungsmelderin aus Bremen

Keiner der Alternativvorschläge findet besonderen Zuspruch. Gut weg kommen noch "Festival an der Weser“ (19 Prozent) und "Weserfestival“ (17 Prozent). Viele Meinungsmelder kritisieren, dass bei den Alternativvorschlägen der Bezug zu Bremen fehlt.

Die Vorschläge (…) könnten auch für Hameln, Bremerhaven, Verden oder sonstwo an der Weser gelten.

63-jährige Meinungsmelderin aus Bremen

Einige könnten sich einen neuen Namen vorstellen, wenn es ein neues Konzept gibt:

Eigentlich ist die 'Breminale' doch gut etabliert, aber wenn frischer Wind mit neuem Namen kommt...ok.

54-jähriger Meinungsmelder aus Bremen

Ein paar Meinungsmelder machen eigene – nicht immer ganz ernstgemeinte – Vorschläge: Darunter sind unter anderem "Weser Ballermann", "Bremer Sommer" und "Super Sieling Kultur Event".

Großer Zuspruch für klimaneutrale Events

Menschen an Biertisch-Garnituren
Nachhaltigkeit spielt auch bei Kulturangeboten inzwischen eine Rolle.

Die Organisatoren wollen die Breminale nachhaltiger machen. Offensichtlich liegen sie damit voll im Trend. Die Idee, dass Kulturveranstaltungen klimaneutral sein könnten und ohne Einweggeschirr aus Plastik auskommen sollten, findet unter den Meinungsmeldern großen Zuspruch. 85 Prozent stimmen "voll und ganz“ bzw. "eher“ zu.

Jede*r kann gut seinen Becher mitbringen. Auch könnte es selbstverständlich werden, einen Teller, Messer, Gabel dabei zu haben. Abwaschstationen wären dann gut.

56-jährige Meinungsmelderin aus Bremen

Einigen geht das sogar nicht weit genug:

Der Verzicht auf Einweggeschirr aus Plastik führt noch lange nicht zu einer klimaneutralen Veranstaltung. Das ist eher ein Tropfen auf den heißen Stein. Alle Ressourcen, die bei einer Veranstaltung verbraucht werden (Getränke, Essen, Strom, Gas, Erdöl, Arbeit, Transport etc.), können unten klimaneutralen Aspekten betrachtet werden.

52-jähriger Meinungsmelder aus Bremen

Kultur ist für alle da

Die Mehrheit der Befragungsteilnehmer ist der Meinung, dass Kulturangebote wichtig für die Gesellschaft (73 Prozent) und prinzipiell für alle da sind (53 Prozent). Fast jeder Vierte (22 Prozent) gibt an, dass ihm Kulturangebote auch persönlich wichtig sind, da sie einen großen Teil der Freizeit ausmachen.

Kritische Aussagen – wie "Für mich sind Kulturangebote zu teuer" (16 Prozent), "...egal" (4 Prozent) und "...eine reine Zeitverschwendung" (1 Prozent) – finden nur wenig Zustimmung.

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Viele Antworten zeigen, dass die Teilnehmer Positives mit dem Kulturangebot assoziieren: Für sie ist es "...das Salz in der Suppe", "...das kleine extra Lebensqualität" und "...die Essenz meines Lebens". Aber auch kritische Antworten wie "nicht sehr attraktiv" und "zu wenig" sind dabei.

Kulturhochburg mit Luft nach oben

Fast die Hälfte der Befragten (48 Prozent) würde ihren Wohnort eher als Kulturhochburg bezeichnen. Gut jeder Vierte (27 Prozent) hingegen empfindet seinen Ort eher als Kulturwüste.

Trotz Zufriedenheit gibt es für einige noch Luft nach oben:

Vielleicht ist Hochburg etwas übertrieben; aber die Stadt bietet durchaus vielfältige und sehr unterhaltsame Möglichkeiten der kulturellen Freizeitgestaltung.

56-jähriger Meinungsmelder aus Bremen

Die Entwicklung in den letzten Jahren geht in Richtung einer 'Kulturhochburg‘...aber ein zartes Pflänzchen, das weiterhin noch viel und gut unterstützt werden muss…

58-jährige Meinungsmelderin aus Syke

Insbesondere beim Marketing sehen einige Verbesserungspotenzial:

Bremen hat eine unglaubliche Vielfalt von kleinen Veranstaltungen. Leider klappt es mit der Vermarktung oftmals nicht so gut.

55-jähriger Meinungsmelder aus Bremen

Viele Bremer gehen ins Theater

Theater am Goetheplatz
Das Theater am Goetheplatz wird als wichtiger Bestandteil der Kulturszene Bremens empfunden.

Vielen (231) ist Theater wichtig. Genannt wurden unter anderem das Theater am Goetheplatz, das Stadttheater Bremerhaven und die Shakespeare Company. Dicht dahinter folgen Konzerte (209 Nennungen) und Großveranstaltungen (204), wie La Strada, die Breminale, der Samba Karneval und die Sail. Die Hälfte der Radio Bremen Meinungsmelder gibt für Kulturveranstaltungen 40 Euro oder weniger pro Monat aus.

Konzerte großer Künstler fehlen

Elton John am Klavier in Bremen
Passt ins Beuteschema vieler Kulturinteressierten: ein Star wie Elton John.

Fragt man nach Kulturangeboten, die fehlen, werden in erster Linie Konzerte von großen, internationalen Künstlern genannt, dahinter folgen Feste wie Stadt-, Stadtteil- und Straßenfeste. An dritter Stelle nennen die Meinungsmelder mehr Angebote im Theaterbereich: Unter den Vorschlägen sind unter anderem "gutes Tanztheater", "internationale Gastspiele" und "mehr namenhafte Inszenierungen über einige Monate".

Klein, aber fein

Wenn die Radio Bremen Meinungsmelder über die Förderung von Kulturangeboten entscheiden dürften, würden die meisten das Geld aufteilen (42 Prozent) oder kleine Veranstaltungen finanziell unterstützen (40 Prozent). Die vorrangige Förderung von einzelnen Großveranstaltungen befürworten nur acht Prozent der Befragten.

Einige Meinungsmelder kritisieren, dass die bestehende Kulturförderung nicht ausreicht oder falsche Schwerpunkte gesetzt werden:

In Bremen werden stets dieselben Personen/Vereine gefördert.

49-jähriger Meinungsmelder aus Bremen

Das Fördergeld wird bisher immer und zu viel in die falschen Veranstaltungen gesteckt. Theater, Klassikmusik und seit 2006 in die Jazzahead. Freie Theater, aktuelle Rock- und Popmusik müssen einen gleichen Stellenwert erhalten.

69-jähriger Meinungsmelder aus Bremen

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Autorin

  • Sonja Harbers

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 2. Juli 2019, 19.30 Uhr