Wie es das Butjadinger Kuh-Altersheim in die New York Times schaffte

So schaffte es ein "Kuh-Altersheim" in die New York Times

Audio vom 31. Juli 2021
Kühe laufen über eine Wiese.
Bild: Radio Bremen | Leonard Steinbeck
Bild: Radio Bremen | Leonard Steinbeck

Im vergangenen Jahr gab es bereits einen Kinofilm über den besonderen Gnadenhof Butenland. Nun berichtet die internationale Presse über die Tierschützer von der Küste.

Idyllisch sieht es aus auf dem Hof von Karin Mück und Jan Gerdes. Rinder, Hühner, Hunde, Katzen, Pferde, Schweine und Gänse haben hier in Butjadingen im Landkreis Wesermarsch ein schönes Zuhause. Doch fast alle diese Tiere haben Schreckliches erlebt: Sie wurden vernachlässigt, stammen aus Versuchslaboren, Legebatterien oder Schlachthöfen. Oder sind Findelkinder und hatten einfach Schwein – wie einst das Ferkel Frederik, das auf der A1 bei Oyten vom Schweinetransporter fiel und von einer Bremerin auf den Hof gebracht wurde.

Eine Frau und ein Mann sitzen nebeneinander auf einer Hollywood-Schaukel.
Karin Mück und Jan Gerdes kümmern sich liebevoll um ihre Tiere. Bild: Radio Bremen | Leonard Steinbeck

Oder wie Kuh "Ramboline". "Im Alter von zwei Jahren wurde sie schon auf einen Schlachthof gebracht", berichtet Karin Mück. "Und da ist sie total ausgerastet, hat geschrien und gebrüllt und dann wurde die Schlachtung abgebrochen." Die Tierärztin, die die Schlachtung begleitete, informierte das Paar und die Butjenter übernahmen "Ramboline". "Wir können nicht die einen verkuscheln und verhätscheln und süß finden und die anderen mästen, einsperren und aufessen", sagt Karin Mück. "Rambolines" Rettung ist mittlerweile fast zehn Jahre her.

Es haben schon zahlreiche Medien berichtet, sogar einen Kinofilm gibt es über den Hof, den Jan Gerdes Anfang der 80er-Jahre von seinen Eltern übernommen hat. Damals war es noch ein konventioneller Bauernhof, den er zunächst zum Biohof umwandelte, bis ihm klar wurde, dass er Tiere nicht weiter auf das Schlachten vorbereiten will.

New York Times interessierte sich für Kuh-Schicksale

"Kuh-Altersheim" wird der rund 40 Hektar große Hof liebevoll genannt. Und jetzt wurde sogar die internationale Presse aufmerksam: Die New York Times berichtete. Wie genau die New York Times auf den Hof aufmerksam geworden ist, weiß Jan Gerdes gar nicht so genau. Die Hauptstadtkorrespondentin aus Berlin habe sich gemeldet und wollte berichten. Zwei Tage sei sie dann auf dem Hof gewesen. "Darüber haben wir uns sehr gefreut", sagt er. Die Korrespondentin und ihre Fotografin hätten sich insbesondere für die Schicksale der Kühe auf dem Hof interessiert.

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Aber es geht noch weiter: Nun war ein britisches Kamerateam vor Ort. Es gehört zu einem Tierschutzverein, der einen Dokumentarfilm über den Hof veröffentlichen will.

Die Butjenter freuen sich über die Aufmerksamkeit, die anhält. Denn jetzt trudeln Mails aus den USA ein. "Ich bin jetzt gerade dabei, ein bisschen Englisch zu lernen", sagt Jan Gerdes und lacht. Auch Spenden aus den USA seien bei dem Paar eingegangen. So können sie den Tieren den Lebensabend noch weiter versüßen.

Darum gibt es einen Kinofilm über ein Altersheim für Kühe

Video vom 29. Januar 2020
Kuh auf dem Hof Butenland
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Autoren

  • Sonja Harbers Autorin
  • Leonard Steinbeck

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Bremen Vier @Home, 24. Juli 2021, 12:45 Uhr