Fragen & Antworten

Kein Landgang, nur Seetage: So wollen Kreuzfahrtschiffe wieder starten

Nichts ging mehr in der Kreuzfahrtbranche. Wegen Corona legten auch in Bremerhaven mehrere Schiffe eine Zwangspause ein. Die nun anstehenden Touren sollen ganz anders werden.

Ein Kreuzfahrtschiff liegt vor offenem Meer in einem Hafen.
Mit der "Mein Schiff 2" geht Tui demnächst wieder an den Start. (Archivbild) Bild: DPA | Robert Schmiegelt / Geisler-Fotopress

Nicht lange ist es her, da gingen die letzten Kreuzfahrt-Touristen von Bord ihrer Schiffe. Seitdem ging in der Corona-Krise nichts mehr, die Kreuzliner harrten samt beschäftigungsloser Besatzungen aus, zum Beispiel vor Wangerooge oder in Bremerhaven. Sie warteten auf bessere Zeiten. Jetzt kommt Bewegung in die Sache. Gleich drei Reedereien haben verkündet, dass es wieder losgeht.

Wie soll das gehen, die Pandemie ist ja noch nicht vorbei?
Mit viel Platz, Abstand – und einem abgespeckten Programm. Die Kreuzfahrtindustrie hat mit deutschen Behörden und Hafenverwaltungen ein Sicherheitskonzept erarbeitet. Dazu gehören Abstands- und Hygieneregeln. Einchecken geht nur noch online. Reisende müssen Gesundheitsfragebögen ausfüllen und bei der Anreise vorzeigen. Dabei sein dürfen erstmal nur deutschsprachige Gäste. Der Neustart soll in drei Phasen erfolgen. In der ersten Phase sollen Schiffe von Hamburg, Rostock, Kiel oder Bremerhaven aus starten können. In der zweiten Phase dürfen auch ausländische Häfen angefahren werden und in der dritten sollen die Reedereien zu ihrer gewohnten Routengestaltung zurückkehren können. Ein konkreter Zeitplan wurde zunächst nicht bekannt gegeben.
Startet eine Reederei von Bremerhaven aus?
Nein, erstmal nicht. Hapag-Lloyd startet ab Ende Juli zunächst von Hamburg aus. Von dort legt auch Aida ab dem 5. August ab, später dann von Rostock und Kiel. Ebenfalls von Hamburg aus startet Tui ab dem 24. Juli. Immerhin mit der "Mein Schiff 2", die zuletzt noch in Bremerhaven lag.
Wie sehen Kreuzfahrten denn dann genau aus?
Die Grundregel ist: Keiner verlässt das Schiff. Es gibt nur Seetage, keinen Landgang. Das Schiff fährt in einem Hafen los, zum Beispiel Richtung Norwegen, Dänemark oder Ostsee. Außerdem sind an Bord nur halb so viele Passagiere erlaubt. Es soll Wegeleitsysteme geben. Theater, Restaurants und Bars sind zwar nutzbar – aber unter eingeschränkten Bedingungen. Dann geht es zurück in den Starthafen. Tui sagt: "Wir tasten uns Schritt für Schritt vor." Wie es weitergeht muss die Entwicklung zeigen.

Die letzten Passagiere gehen von Bord: "Artania" zurück in Bremerhaven

Video vom 8. Juni 2020
Das Kreuzfahrtschiff MS Artania.
Bild: Radio Bremen

Autor

  • Joschka Schmitt

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der neue Morgen, 10. Juli 2020, 6:15 Uhr