Krabbenfischer laufen wieder aus – sprechen aber von "größter Krise"

  • Großhändler kauften den Fischern wochenlang keine Krabben ab
  • Grund: Die Lager waren bis zum Rand gefüllt
  • Fischer sprechen von großer Krise
Ein Krabbenfischer in orangener Regenjacke hält ein Netz über das Wasser.
Nachdem in den Lagern der Großhändler wieder Platz ist, können die Krabbenfischer wieder auslaufen. Bild: Imago | imagebroker

Nach drei Wochen Zwangspause wollen die Krabbenfischer an der Nordseeküste wieder auslaufen. Zuvor hatten die Großhändler den Fischern wochenlang keine Krabben abgenommen. Grund waren große Fangmengen im vergangenen Herbst, die für randvolle Lager gesorgt hatten. Sinkende Preise und der Abnahmestopp ließen daraufhin die Einkommen der Fischer wegbrechen. "Das ist wahrscheinlich die größte Krise, die ich in meinem Leben mitgemacht habe", sagte Geschäftsführer Dirk Sander von der Erzeugergemeinschaft der Deutschen Krabbenfischer (EZDK) in Cuxhaven.

Krabbenbestand schwankt stark

Mit den Launen der Natur schwankt auch der jährliche Bestand der Nordseegarnele sehr stark. Vor zwei Jahren hatten sich dorschartige Wittlinge stark vermehrt und den damals geringen Bestand junger Garnelen drastisch dezimiert. Verbraucher mussten in der Folge sehr hohe Preise für ein Krabbenbrötchen bezahlen. Bis zu 11,50 Euro wurden dafür etwa 2017 an den Hamburger Landungsbrücken fällig. Und im ostfriesischen Greetsiel nahmen Gastronomen Krabbengerichte sogar von der Speisekarte, weil sie zu
teuer für Touristen waren.

Fischer fehlen Finanzpolster

Gänzlich anders verlief die Saison 2018: Die 500 Krabbenfischer von den dänischen bis zu den belgischen Revieren landeten von Juni bis zum Spätherbst große Fangmengen an, bis die Lager voll waren. "Das war ein extrem starker Bestand, damit hatte niemand gerechnet", sagte Fischereiberater Philipp Oberdörffer von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Oldenburg.

Doch als Ergebnis purzelten die Preise von satten zwölf Euro pro Kilogramm auf knapp drei Euro. "Das ist nicht mehr auskömmlich, denn die Betriebskosten für die Schiffe, Versicherungen, Hafengebühren und Lohnkosten laufen ja weiter", sagte Sander. Ein dickes Finanzpolster sei auch nicht vorhanden, um die Einkommensverluste durch die Zwangspause zu überbrücken.

Krabbenfischer müssen Zwangspause einlegen

Ein Krabbenkutter auf der Nordsee in Dorum

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 16. August 2019, 19.30 Uhr