Der erste Mann im Weltall war der Freund dieser Bremerhavenerin

Vor 60 Jahren flog Juri Gagarin als erster Mensch ins All. Ludmilla Pavlova-Marinsky war mit ihm befreundet und hat ein Buch über "ihren Onkel Juri" geschrieben.

Video vom 13. April 2021
DIe Bremerhaverin Ludmilla Pavlova-Marinsky sitzt auf einem Stuhl, im Hintergrund auf einem Bildschirm ist ein altes Bild von Juri Gagarin.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Er war der erste Mensch im All. Und sie war seine Freundin: Die Bremerhavenerin Ludmilla Pavlova-Marinsky kannte den Kosmonauten Juri Alexejewitsch Gagarin seit ihrer Kindheit.

Yuri Gagarin in Militäruniform lächelt und winkt, im Jahre 1961.
Juri Alexejewitsch Gagarin war der erste Mensch im All. Bild: Imago | United Archives International

In ihrem Haus in Bremerhaven-Lehe bewahrt sie einen riesigen Schatz an Fotos aus dieser Zeit auf. Gagarin war ein enger Freund ihres Vaters Sergey Pavlov, dem damaligen Chef des Jugendverbandes der sozialistischen Partei. Die beiden Familien wohnten Tür an Tür und verbrachten viele gemeinsame Urlaube auf der Insel Krim.

"Onkel Juri war für mich mein Onkel 'Jurecka', also 'Jurchen'", sagt sie. "Den habe ich sehr, sehr geliebt. Und erst nach seinem Tod habe ich so richtig verstanden, welche Bedeutung er in der Welt hatte."

Vor der Raumkapsel zog er sich die Schuhe aus

1961 flog Juri Gagarin als erster Mensch ins All. Das Auswahlverfahren für den ersten Kosmonauten war hart. Aber Militärpilot Gagarin meisterte alle Tests mit Bravour – auch die gefürchtete Zentrifuge.

Ein Buch mit dem Titel "Juri Gagarin – Das Leben" liegt auf einem Tisch.
In ihrem Buch "Juri Gagarin – Das Leben" hat Ludmilla Pavlova-Marinsky ihre Erinnerungen an den ersten Mann im All festgehalten. Bild: Radio Bremen

Doch es schien nicht nur seine Fitness zu sein, die die sowjetischen Entscheider überzeugte, ihn als ersten Menschen in den Kosmos zu schicken, sondern auch sein Charisma und seine Manieren, etwa beim ersten Betreten der Raumkapsel: "Er hat die Schuhe ausgezogen. Er sagte, 'wenn ich irgendwo reinkomme, muss ich die Schuhe ausziehen'. Und so hat er das mit dieser Kapsel gemacht", erzählt Pavlova-Marinsky.

Gagarin wird zum Nationalhelden

Als Gagarin die Kapsel im April 1961 betrat, ging es um knallharte Weltpolitik. Im Kalten Krieg lieferte sich die Sowjetunion mit den USA ein Wettrennen, wer den ersten Menschen ins All schießen kann. Nach seinem Flug wurde Gagarin zum Nationalhelden. Doch er selbst habe den politischen Machtkampf abgelehnt, sagt Pavlova-Marinsky. Sie habe von ihm nie ein böses Wort über die amerikanischen Kollegen gehört.

Die Astronauten und die Kosmonauten, die mögen sich. Die machen den gleichen Job. Und nachdem er von oben die Erde gesehen hat, hat er immer betont: 'Die Erde ist so klein und so wunderschön. Man muss friedlich auf dieser Erde leben, weil sie ist sehr zerbrechlich'.

Ludmilla Pavlova-Marinsky über Juri Gagarin

Ihrem 'Onkel Juri', dem Pionier der bemannten Raumfahrt, war kein langes Leben vergönnt. Mit nur 34 Jahren stürzte er bei einem Trainingsflug ab – unter bis heute ungeklärten Umständen.

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Autoren

  • Luca Laube Autor
  • Sonja Harbers Autorin

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 13. April 2021, 19:30 Uhr