Kommentar

"Stadt darf sich nicht unter Druck setzen lassen"

Wer verdient wie viel an der Breminale? Nachdem die WFB prüft, ob das Stadtfest weiterhin ihre Förderung braucht, fragt sich unser Autor Michael Pundt: Warum zahlt die Kulturbehörde Zuschüsse, ohne Fragen zu stellen?

Die Breminale ander Weser aus der Luft gesehen.
Die Bremer lieben ihre Breminale. Dass sie bleiben soll, will keiner bestreiten. Doch Städte müssen auch sparsam wirtschaften.

"Wenn man eine Breminale will, kommt man an mir nicht vorbei." Mit diesem Satz ließ sich Harald Siegel, Inhaber der Wortmarke "Breminale", Ende November von der Zeitung "TAZ" zitieren. Und er scheint Recht zu behalten: Die Kulturbehörde will die Breminale, und sie tut, was der Chef der Breminale GmbH vorgibt. Fördergelder werden kurzerhand umgeschrieben, weil Harald Siegel den Veranstalter des Stadtfestes ausgetauscht hat.

Dabei verzichtet die Kulturbehörde darauf – anders als die WFB – der Breminale GmbH ein paar kritische Fragen zu stellen: Wer verdient wie viel an dem Kulturfest? Wieso ist eine Veranstaltung mit mehr als 200.000 konsumierenden Gästen ein Zuschussgeschäft? Und wieso hat die alljährliche Deckungslücke stets eine so frappierende Ähnlichkeit mit der Höhe der zugesagten Fördermittel?

Natürlich soll die Breminale bestehen bleiben. Die Bremer lieben das Fest. Aber die Stadt hat auch eine Verantwortung, sparsam zu wirtschaften. Und sie darf sich dabei nicht unter Druck setzen lassen, nur weil jemand den Namen eines beliebten Stadtfestes sein Eigen nennt.

  • Michael Pundt

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 12. Februar 2018, 19:30 Uhr