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So wollen Bremerhavener Forscher CO2 unschädlich machen

Video vom 17. September 2021
Ein Mann steht auf einer Wiese und hält ein Dose in der Hand.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Auf einer Blühwiese haben AWI-Forscher Großes vor: Sie wollen Kohlendioxid aus der Luft holen und im Boden binden. Ist das die Lösung gegen künftige Klimakatastrophen?

Es klingt zu schön um wahr zu sein, was Forscher des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts (AWI) vorhaben: Sie wollen Kohlendioxid in Böden binden und in eine unschädliche Substanz umwandeln. Das testen sie aktuell auf einer Blühwiese in Bramstedt im Landkreis Cuxhaven. "Carbon Drawdown" heißt das Projekt.

Wie genau wollen die Forscher das CO2 binden?
Die Forscher nutzen natürliche Prozesse, erklärt Jelle Bijma, Professor für Marine Biogeochemie. Die Pflanzen nehmen das CO2 über die Atmosphäre auf, diesen Vorgang wollen die Forscher beschleunigen. Dafür wurden die Blumensamen vor der Aussaat mit fein gemahlenen Gesteinen und Mineralien gemischt. "Wenn Gestein sich löst, dann nimmt es CO2 auf und bildet ganz harmlose Karbonate", sagt er. Das CO2 landet also als harmloses Salz im Boden. Die Forscher verwenden Basalt, Olivin und Holzkohle. Sie haben die Blühwiese in Parzellen eingeteilt, in denen sie unterschiedliche Zusammensetzungen der Gesteine testen.
Was passiert mit dem CO2 im Boden?
Im Boden ist bereits viel CO2, sagt Bijma. Das sei kein Problem. Problematisch sei CO2 in der Atmosphäre.
Was haben Landwirte davon?
Das Projekt könnte die Bodenqualität und damit die Ernte verbessern. Außerdem könnten die Landwirte mit "Carbon Credits", also handelbaren CO2-Zertifikaten, Geld verdienen.
Ist das jetzt die ultimative Lösung gegen den Klimawandel?
Wir müssen trotzdem weiter Emissionen einsparen, sagt Bijma. "Carbon Drawdown" sei nur eine zusätzliche Möglichkeit, CO2 einzusparen. Der Klimawandel sei schon zu weit fortgeschritten.
Wie geht es weiter?
Nicht nur in Bramstedt, auch in Fürth, in den Niederlanden und in Griechenland wird die Methode aktuell getestet. Bijma hofft, dass die Tests erfolgreich verlaufen und "Carbon Drawdown" weltweit eingesetzt wird, um zukünftige Klimakatastrophen zu verhindern.

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Autorin

  • Sonja Harbers Redakteurin und Autorin

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 17. September 2021, 19:30 Uhr