Fragen & Antworten

Kneipenbesuch im Corona-Modus: Was Gäste ab heute beachten müssen

Endlich wieder ein geselliger Abend mit Freunden im Lieblingsrestaurant oder in der Stammkneipe – doch vieles ist neu. Wie man in Zeiten von Corona ausgeht, erklären wir hier.

Video vom 18. Mai 2020
Hinter eine Bar steht eine Frau und schenkt ein Glas ein. Sie trägt einen Mundnasenschutz.
Wer darf öffnen und was muss ich vor einem Lokalbesuch beachten?
Ab heute dürfen Restaurants und Kneipen im Land Bremen wieder öffnen – Bars sind ausdrücklich ausgeschlossen. Wie die Bremer Wirtschaftsbehörde mitteilt, kommt es bei der Unterscheidung auf die Konzession an. Wer eine Gaststätte betreibt, darf öffnen. "Mit Bars in diesem Sinne sind Betriebe gemeint, die mehr oder weniger nur aus einer Theke bestehen und keine Tische haben", heißt es von Seiten der Behörde.

Außerdem heißt die Möglichkeit zur Öffnung nicht, dass alle Gaststättenbetreiber auch davon Gebrauch machen. Einige Gastronomen haben nur eingeschränkte Öffnungszeiten, andere haben sich entschieden, mit dem Außer-Haus-Verkauf weiterzumachen, wieder andere haben noch nicht entschieden, wann sie wieder öffnen oder vergeben Tische nur nach Reservierung. Daher sollte man vor einem Besuch lieber anrufen oder sich über die sozialen Netzwerke informieren.
Muss ich einen Mund-Nase-Schutz dabei haben?
Wer einkaufen geht oder Straßenbahn fährt, braucht ihn sowieso, und auch beim Restaurant- oder Kneipenbesuch kann es notwendig werden, Mund und Nase zu bedecken. Doch nennt die Wirtschaftsbehörde in diesem Zusammenhang keine Maskenpflicht, sondern lediglich eine Empfehlung. Immer dann, wenn der Mindestabstand nicht gewahrt werden kann, zum Beispiel beim Eintreten in das Lokal oder beim Gang zur Toilette. Zwar haben einige Gastronomen dafür vorgesorgt, andere erwarten von ihren Gästen, dass diese einen Mund-Nase-Schutz dabei haben. Eine Pflicht, die Mund-Nase-Bedeckung am Tisch oder während des gesamten Aufenthalts zu tragen, gibt es nicht. Außerdem sind Kinder unter sechs Jahren und Personen, die aufgrund einer gesundheitlichen Beeinträchtigung oder Behinderung keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen können, von der Empfehlung ausgenommen, teilt die Wirtschaftsbehörde mit.
Mit wie vielen Personen darf ich ein Restaurant oder eine Kneipe besuchen?
Es kommt nicht in erster Linie auf die Zahl an, sondern darauf, dass es Personen aus maximal zwei verschiedenen Haushalten sein dürfen. Diese Kontaktbeschränkung gilt auch innerhalb von Lokalen. Das heißt auch: Man kann sich nicht spontan zu anderen Leuten aus einem dritten Haushalt an den Tisch setzen. Zwischen den einzelnen Gästegruppen muss die Abstandsregel von 1,5 Meter, die im öffentlichen Raum gilt, eingehalten werden. Zwischen den einzelnen Tischen müssen Gastronomen sogar zwei Meter Platz frei räumen.
Muss ich selbst die Abstände einschätzen können oder gibt es Hilfen?
Es gibt keine festen Regeln in der Rechtsverordnung , wie Abstandsregeln in Lokalen markiert werden. Einige Gastronomen berichten, dass sie zum Beispiel Markierungen auf dem Boden angebracht haben. "Wir empfehlen Markierungen am Boden im Bereich von Theken, Tresen, Rezeptionen und ähnlichem oder an Durchgängen, Zuwegungen. Sie sollten zur Einhaltung des Mindestabstands als Orientierungshilfe für die Kunden angebracht werden", schreibt die Wirtschaftsbehörde auf Anfrage
Gibt es Selbstbedienung oder kann ich an der Theke stehen?
Nein und nein. In den geöffneten Gaststätten ist laut Rechtsverordnung eine Bedienpflicht vorgeschrieben. Wenn eine Servicekraft an den Tisch kommt, um zu servieren oder abzuräumen, muss sie so lange einen Mund-Nase-Schutz tragen oder aber die Betreiber errichten eine andere geeignete Trennvorrichtung, zum Beispiel eine Plexiglaswand, so dass man sich nicht zu nahe kommt. Ebenso gibt es eine Sitzplatzpflicht und zwar am Tisch. Das an Theken übliche enge Sitzen und Stehen ist nicht möglich.
Stimmt es, dass ich meine Kontaktdaten hinterlassen muss?
Ja. Gastronomen sind verpflichtet, Namen und Adresse aufzunehmen und diese drei Wochen aufzubewahren. Dafür gibt es vorbereitete Formulare, die den Gästen ausgehändigt werden. In der Rechtsverordnung mit Stand vom 12. Mai 2020 heißt es dazu: "Die Betreiberin oder der Betreiber hat den Namen und die Kontaktdaten jedes Gastes sowie den Zeitpunkt des Betretens und Verlassens der Einrichtung zu dokumentieren und drei Wochen aufzubewahren; ein Gast darf nur bedient werden, wenn er mit der Dokumentation einverstanden ist".
Welche Hygieneregeln gelten?
Am Eingang sowie bei den Toiletten sollen Desinfektionsmittelspender aufgestellt werden. Die Gastronomen sollen darauf achten, dass Gegenstände, die von mehreren Menschen genutzt werden, wie zum Beispiel Speise- und Getränkekarten, Salz- und Pfefferstreuer, regelmäßig gereinigt werden. Außerdem sollen die Lokalbetreiber ihre Gäste auf die Regeln im Lokal hinweisen, zum Beispiel über Poster oder Tafeln.
Wer sich krank fühlt, sollte in jedem Fall zu Hause bleiben.

Wie die Gastronomie in Bremen wieder angefahren wird

Video vom 11. Mai 2020
Der Gastronom Marius Ries in seinem Restaurant, dass aufgrund von Corona geschlossen ist.

Autorin

  • Verena Patel

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 18. Mai 2020, 19:30 Uhr