Mammutaufgabe fürs Klinikum: So geht der Umzug über die Bühne

Mit einem Festakt wurde der Neubau des Klinikums Bremen-Mitte eröffnet. Personal und zahlreiche Patienten ziehen nun in das Gebäude um. So soll der Umzug ablaufen.

Das neue Krankenhaus Gelände Bremen Mitte von oben fotografiert.

Noch liegt der Gesundheit Nord (Geno) gar keine Betriebserlaubnis für den Neubau des Klinikums Bremen-Mitte vor. Und das, obwohl dort ab dem 15. Mai die ersten Patienten behandelt werden sollen. Ehe das Bauordnungsamt aber die erforderliche Konzession erteilt, seien nach Angaben des Geno-Sprechers Rolf Schlüter noch diverse Tests insbesondere an der Elektronik des Gebäudekomplexes erforderlich.

Falls es sich um ein paar Tage verzögern sollte, so wäre das kein Beinbruch. Trotzdem wollen wir so schnell wie möglich umziehen.

Rolf Schlüter, Sprecher Gesundheit Nord

Umzug in zwei Phasen

Dieser Umzug aber hat es in sich. Zwar steht der Neubau des Klinikums Bremen-Mitte derzeit leer. Auch ist das Bauwerk direkt mit den denkmalgeschützten Gebäuden des Klinikums zur St.-Jürgen-Straße verbunden: zu einem in sich geschlossenen Gebäudetrakt. Auf den ersten Blick betrachtet müssen die Patienten für den Umzug also nur über den Flur geschoben werden. Um aber ihre lückenlose Versorgung gewährleisten zu können, sollen die einzelnen Krankenstationen möglichst in einem Rutsch die Gebäude wechseln – mit allen Monitoren, Blutdruckmessgeräten und sonstigen medizinischen Instrumenten, die dazu gehören.

Es gibt für jeden einzelnen Patienten eine eigene Logistik. Der Umzug soll so schonend wie nur möglich für alle ablaufen.

Rolf Schlüter, Sprecher Gesundheit Nord

Wie viele Patienten des Klinikums Bremen-Mitte tatsächlich ab dem 15. Mai während ihres Krankenhausaufenthalts in den Neubau übersiedeln müssen, kann Schlüter nicht abschätzen. Fest steht jedoch: Allein in dieser ersten Umzugsphase des Klinikums, die bis Anfang Juli dauern wird, sollen planmäßig rund 160 Betten auf fünf Stationen im Neubau belegt werden. Hierzu wird das Klinikum Zug um Zug die Innere Medizin und die Strahlentherapie aus den Altbauten an der St. Jürgen-Straße in den Neubau verlegen.

Umzug folgt auf Umzug

Blick in den Neubau des Klinikums Bremen-Mitte vor der Eröffnung.
Noch leer: Der Neubau des Klinikums Bremen-Mitte von Innen.

Doch so aufwändig diese erste Umzugsphase auch sein mag. Die zweite Phase, die im September anlaufen soll, dürfte noch wesentlich komplizierter werden. Denn hierzu muss das Klinikum Bremen-Mitte Patienten aus der heutigen Urologie, der Frauenklinik und anderen Gebäuden in den Neubau verlegen. "Die Patienten müssen in Krankentransportwagen über Straßen gefahren werden", so Schlüter.

Schon jetzt ist daher absehbar, dass die Zeit der Umzüge am Klinikum Bremen-Mitte noch eine Weile andauern wird. Auch, weil jene Gebäude, die das Klinikum für den Umzug in den Neubau nach und nach leer räumt, umgehend umgebaut werden sollen: Damit das Klinikum diese Gebäude anschließend neu nutzen kann. Doch auch innerhalb des Neubaus wird es in den kommenden Jahren noch zu einigen weiteren Umzügen kommen. So ist für kommendes Jahr 2020 der Einzug des neuen Eltern-Kind-Zentrums mit moderner Frühgeborenen-Station geplant.

Maximalversorgung unter einem Dach

Das Klinikum Bremen-Mitte erstreckte sich bislang auf über 30 Gebäude und fast 20 Hektar Fläche. Dank des Neubaus wird das Klinikum künftig mit sechs Hektar Fläche auskommen. Dort sollen 25 Fachkliniken Platz finden, darunter auch einige hochspezialisierte wie das Onkologische Zentrum für Krebspatienten, das überregionale Traumazentrum für Schwerstverletzte und die überregionale Schlaganfallversorgung. Sollte der Bau ursprünglich 230 Millionen Euro kosten, so belaufen sie sich mittlerweile auf mindestens 350 Millionen Euro. Als Hauptgrund gelten erhebliche Verzögerungen beim Bau des Gebäudes.

Premiere im Klinikum Bremen-Mitte: Der erste Blick in den Neubau

Eine Besuchergruppe besichtigt die Operationsräume des Klinikneubaus.

Autor

  • Alexander Schnackenburg

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 10. Mai 2019, 19:30 Uhr