Kleiner Waffenschein auch in Bremen immer beliebter

  • Zahl der Kleinen Waffenscheine in ganz Deutschland stark gestiegen
  • Land Bremen liegt deutlich unter dem Bundesdurchschnitt
  • Der Schein erlaubt Menschen, bestimmte Waffen verdeckt zu tragen
Ein Kleiner Waffenschein liegt zwischen einer Schreckschuss-Pistole, einem Magazin und einer Knallpatrone.
Die Zahl der Kleinen Waffenscheine steigt weiter. Bild: DPA | Oliver Killig

Die Zahl der Kleinen Waffenscheine in Deutschland steigt weiter – auch in Bremen. Dieser Waffenschein berechtigt Menschen, Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen verdeckt zu tragen. Laut einer Umfrage des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) bei den Innenministerien der Bundesländer waren Ende Oktober 2018 insgesamt 599.940 Kleine Waffenscheine registriert. Das sei ein Anstieg um rund 130 Prozent seit 2014, als es demnach noch 261.332 solche Erlaubnisse gab.

Im Land Bremen fällt der Anstieg moderater aus. Gab es laut Innenbehörde im Jahr 2014 noch 1831 Kleine Waffenscheine in Bremen und Bremerhaven, sind es heute 2959. Das ist ein Anstieg von etwas mehr als 60 Prozent. Niedersachsen hingegen liegt dagegen soger über dem Bundesdurchschnitt, hier beträgt der Anstieg rund 145 Prozent. Ende 2014 waren es noch 24.178 Kleine Waffenscheine in Niedersachsen. Ende Oktober 2018 schon 59.700.

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Zahl der Kleinen Waffenscheine steigt nur noch langsam

Auch auf kürzere Sicht betrachtet zeigt der Trend zwar noch nach oben, die Zunahme an Kleinen Waffenscheinen in Deutschland verlangsamt sich aber, und zwar in allen Bundesländern. 2016, dem Jahr nach den sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht in Köln, wurden im Land Bremen 780 Kleine Waffenscheine ausgestellt. Im Folgejahr waren es noch 337. Bis Ende November 2018 sank die Zahl der bewilligten Anträge auf 158.

"Die Zahl der Antragstellungen ist erfreulicherweise wieder stark rückläufig", sagte die Sprecherin des Innensenators, Rose Gerdts-Schiffler, zu bunten un binnen. "Das können wir nur begrüßen, denn eine Selbstbewaffnung schafft häufig nur eine Illusion von mehr Sicherheit und führt nicht selten dazu, dass eine Situation beim Zücken des Abwehrsprays oder der Schreckschusspistole erst richtig eskaliert."

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Als möglicher Grund für das gestiegene Interesse an den Berechtigungen war in den vergangenen Jahren immer wieder Verunsicherung etwa durch Terroranschläge genannt worden. Der stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jörg Radek, reagierte besorgt: "Wir müssen aufpassen, dass wir in Deutschland keine amerikanischen Verhältnisse bekommen", sagte er dem RND. "Es besteht die Gefahr, dass Waffen nicht ordnungsgemäß eingesetzt werden und ihre Inhaber sich selbst gefährden."

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Nachmittag, 7. Dezember 2018, 16 Uhr