Geräte-Klau: So schützen sich Krankenhäuser vor Diebesbanden

Der Diebstahl von Medizin-Geräten in Bremerhaven kam nicht überraschend: Die Masche ist alt. Wie gut sind die Kliniken im Land auf die Klau-Banden vorbereitet?

Frau mit Endoskop
Mehrere endoskopische Kamerasonden wie diese wurden am Wochenende in Bremerhaven gestohlen. Der Schaden: etwa 500.000 Euro. Bild: Imago | UIG

Rund 15 endoskopische Geräte wurden am Wochenende in der Bremerhavener Klinik Reinkenheide gestohlen – ein Diebstahl, der die betroffene Abteilung fast lahmlegte. Allerdings ist die Tat an sich keine wirkliche Überraschung. Schon seit einigen Jahren beobachtet die Polizei, dass offenbar organisierte Banden durch Deutschland und die benachbarten Länder ziehen und gezielt hochwertge Medizin-Geräte stehlen. Über Zwischenhändler gelangen diese dann laut Bundeskriminalamt vor allem nach Osteuropa und in den arabischen Raum.

In Bremerhaven war der Diebstahl der erste seiner Art, auch Bremen blieb bisher verschont: "Hier gab es solche Straftaten noch nicht", sagt eine Polizeisprecherin der Stadt Bremen. Vorbereitet sein könnten die Kliniken trotzdem. Polizei und Versicherer geben seit Jahren Tipps, wie man Diebstähle verhindern kann: von besonderen Geräte-Depots über besondere Video-Überwachungsanlagen bis zur Installation von Alarmanlagen gehen die Tipps.

Versicherung warnte Kliniken

Schild Videoüberwachung
Videoüberwachung: Auch das empfehlen Versicherer und die Polizei den Kliniken.

Das Rote-Kreuz-Krankenhaus in Bremen erfuhr von seiner Versicherung noch vor den Medien von dem Bremerhavener Diebstahl: "Unsere Versicherung hat uns am Dienstag vor kriminellen Banden gewarnt", sagt Klinik-Sprecherin Dorothee Weihe. Die Kostbarkeiten des Hauses sind seit einem Umbau 2011 aber ohnehin hinter schweren Stahltüren verschlossen.

Auch in den vier Bremer Kliniken des Verbundes Gesundheit Nord (Geno) steht die Sicherheit ganz oben. Hier werden beispielsweise die Eingänge videoüberwacht. Pressereferent Ralf Schlüter: "Wir haben den Anspruch, offen und besucherfreundlich zu sein und gleichzeitig eine hohe Sicherheit zu gewährleisten" – das sei jedoch auch immer ein Konflikt.

Wir sind so sicher, wie wir es heute sein können.

Ralf Schlüter, Referent der Geno

Krankenhaus Reinkenheide will sicher umbauen

Die Bremerhavener Klinik, in der die Diebe am Wochenende auftauchten, hatte ebenfalls videoüberwachte Eingänge und auch die Geräte waren gut verschlossen – trotzdem ist es zu dem Diebstahl in großem Stil gekommen. Nun will sich das Krankenhaus noch besser schützen. Die endoskopische Abteilung soll ohnehin bald umgebaut werden. "Da werden wir die Erfahrungen mit diesem Diebstahl sicher einfließen lassen", sagte der Chefarzt zu buten un binnen.

  • Boris Hellmers

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 13. Februar 2019, 19.30 Uhr