Verbraucherzentrale fordert Kennzeichnung aller Lebensmittel

  • Bremer Verbraucherzentrale will Kennzeichnung für alle tierischen Lebensmittel
  • Hinweise zur Haltung von Hühnern veränderte Kaufverhalten von Kunden
  • Kunden sollen sich auch bei anderen Lebensmitteln orientieren können
Haltungshinweise auf Eiern.
Erzeuger müssen auf ihre Eier Hinweise aufdrucken, aus denen hervorgeht, wie die Hühner gehalten werden. Bild: DPA | Florian Schuh

Die Bremer Verbraucherzentrale hat eine verpflichtende Haltungskennzeichnung für alle tierischen Produkte gefordert. Gemeinsam mit der internationalen Tierschutzstiftung "Vier Pfoten" fordern die Verbraucherschützer von der designierten Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU), Verbrauchern eine transparente Orierntierungshilfe zu bieten.

Annabel Oelmann, Chefin der Bremer Verbraucherzentrale, sagt: "Was für frische Eier gilt, muss für alle tierischen Lebensmittel gelten." Schließlich wollten Verbraucher auch bei Fleisch, Wurst und Milch erkennen, wie die Tiere gehalten werden. Für mehr Transparenz sei es daher wichtig, dass alle Lebensmittel, die Eier oder Milch enthalten, mit entsprechenden Hinweisen versehen werden. Eine Kennzeichnung auch für Fleisch- und Milchprodukte könnte nach dem vierstufigen Modell der bereits etablierten Eier-Kennzeichnung erfolgen.

Eier aus Käfighaltung werden weiterhin verarbeitet

Ina Müller-Arnke, Agraringenieurin bei "Vier Pfoten", begründet die Forderung mit dem Effekt der Kennzeichnungspflicht bei den Eiern: "Die seit zwölf Jahren geltende Kennzeichnungspflicht bei Eiern hat Tieren und Verbrauchern geholfen, denn Käufer haben Eier aus tierquälerischer Käfighaltung erkennen können, sie abgelehnt und aus den Supermärkten verschwinden lassen." So würden Konsumenten deutliche Zeichen setzen, indem sie verstärkt Eier aus Freilandhaltung oder Bio-Eier kaufen würden.

Obwohl es frische Eier aus Käfighaltung nicht mehr in den Läden gibt, werden sie laut den Verbraucherschützern in verarbeiteten Ei-Produkten wie Kuchen oder Nudeln immer noch verwendet. Im Zuge des Fipronil-Skandals im vergangenen Jahr haben die Bremer Verbraucherschützer einen Marktcheck durchgeführt und 19 verschiedene Produkte aus weiterverarbeiteten Eiern gekauft. Das Ergebnis: Elf Produkte gaben keinerlei Auskunft über die Herkunft der Eier. Die Verbraucherschützer gehen hier von Käfighaltung aus.

 

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 15. März 2018, 23:20 Uhr