Vom Bauernsohn zum Kaffee-König: 125 Jahre Jacobs

Vor 125 Jahren stieg Johann Jacobs ins Kaffeegeschäft ein und machte mit einer eigenen Röstmischung seinen Bohnenkaffee weit über Bremens Grenzen hinaus bekannt.

Video vom 6. Januar 2020
Drei Metalldosen vom Jacobs Kaffe

In der Jacobs-Welt soll das Geheimnis einer guten Ehe darin bestehen, den richtigen Kaffee zu servieren. So warben in den Wirtschaftswunderjahren Schauspieler wie Georg Thomalla für den Kaffee aus dem Hause Jacobs. Und auch noch in den 70er und 80er Jahren wusste das österreichische Fotomodell Xenia Katzenstein alias Werbe-Ikone Karin Sommer, welche wunderbaren Wandlungen mittels Kaffeebohne möglich sind. Mit dem richtigen Kaffee könne der Familienfrieden wieder hergerichtet werden, versprachen die TV-Spots mit seichtem Violinen-Klang im Hintergrund.

Den Grundstein der Kaffeemarke Jacobs legte Johann Jacobs 1895 mit einer schmucken Werbeanzeige in den Bremer Nachrichten: "Im Hause Domshof 18 eröffne ich ein Specialgeschäft in Caffee, Thee, Cacao, Chocolade, Biscuits."

Der Beginn einer Bremer Familiendynastie

Johann Jacobs um 1890
Johann Jacobs um 1890 Bild: Jacobs Archiv

1884 ist Johann gerade 15, als er als Zweitgeborener den elterlichen Hof in Borgfeld verlässt und in einer Bremer Kolonialwarenhandlung im Ostertorsteinweg den Kaufmannsberuf erlernt. Gut zehn Jahre später hat er bereits seinen eigenen Laden. Jacobs vertritt zunächst die Hamburger Cacao-Firma Gaedke. So richtig in Gang kommt der Handel allerdings nicht. Kaufmännisch versiert wie er ist, denkt er aber immer schon ein wenig weiter. Er verlegt seinen Laden bald in die besseren Lagen, zunächst in die Söge- und 1906 in die Obernstraße. Hier nimmt er eigene Röstmaschinen in Betrieb und bietet spezielle Mischungen an: Und das war das Erfolgsrezept! Kaffeebohnen wurden bis dahin meist grün verkauft und in der heimischen Küche selbst geröstet. Jacobs macht das Luxusprodukt Röstkaffee für ein breiteres Publikum in kleinen Mengen erschwinglich. Und bringt ihn mit dem eigene Lieferwagen später auch direkt zum Kunden.

Eine gute Nase beweist er, als er – inzwischen 60 Jahre alt – seinen Neffen Walther in die Firma holt und ihm verspricht: Wenn er "schön fleißig" in der Schule lerne, könne er auch mit ins Geschäft einsteigen. So kommt es dann auch. Und Walther krönt die Firma Jacobs-Kaffee sogar, indem er sie auch international bekannt macht. Zudem entwickelt er die Zubereitungsverfahren ständig weiter, wie etwa den "Moccapress". Mit diesem Pulver kann der Kaffee schnell zubereitet werden.

1961 übernimmt dann Sohn Klaus die Geschäfte. Er verlegt den Firmensitz in die Schweiz, fusionierte mit großen Konzernen und verkauft das ehemalige Bremer Familienunternehmen schließlich an einen amerikanischen Global Player.

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15.1.1895: Gründung von "Jacobs Kaffee"

Audio vom 15. Januar 2020
Werbung für Jacobs Kaffee
Bild: Jacobs Archiv

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Autoren

  • Katrin Krämer
  • Anna Berkhout

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Die Chronik, 15. Januar 2020, 7:15 Uhr