Nach Angriff in Halle: Polizei sichert jüdische Gemeinde in Bremen

  • Jüdische Gemeinde in Bremen lobt schnelle Reaktion der Sicherheitsbehörden
  • Man denke aber auch über zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen nach
  • Jüdische Gemeinde in Delmenhorst warnt vor wachsendem Antisemitismus

Der Davidstern, auf der Dachspitze der Synagoge der bremischen jüdischen Gemeinde.

Nach dem vermutlich antisemitischen Angriff in Halle hat die Polizei im Land Bremen an jüdischen Einrichtungen ihre Präsenz verstärkt. Wie viele Polizisten im Einsatz sind, wollte die Pressestelle aus taktischen Gründen nicht sagen. Ein Mann hatte am Mittwoch in Halle eine Synagoge angegriffen und zwei Menschen erschossen. Die Sicherheitsbehörden vermuten, dass er aus rechtsextremen Motiven heraus gehandelt hat.

Lob für die schnelle Reaktion der Bremer Polizei

Die Sicherheitslage werde ständig überprüft und die Maßnahmen entsprechend angepasst, heißt es von den Polizei-Pressestellen im Land Bremen und der Direktion Oldenburg. Die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Bremen, Elvira Noa, lobt die schnelle Reaktion der Sicherheitsbehörden nach dem Angriff in Halle. Es sei gut, dass die Polizei ihre Kräfte schnell an der Synagoge verstärkt habe.

Allerdings: Ihre Gemeinde denke auch über mehr eigene Sicherheitstechnik nach. Auch einen zusätzlichen privaten Sicherheitsdienst zu engagieren, sei immer wieder Thema – allerdings finanziell nicht zu stemmen.

Jüdische Gemeinde in Delmenhorst warnt vor zunehmendem Antisemitismus

Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Delmenhorst, Pedro Benjamin Becerra, warnt vor einem zunehmendem Antisemitismus. Das dürfe niemand auf die leichte Schulter nehmen. Becerra äußert großes Unverständnis dafür, dass der mutmaßliche Attentäter in Halle offenbar an Handgranaten und schwere Waffen gelangen konnte.

Auch anderswo in Norddeutschland hat die Polizei den Schutz von Synagogen erhöht, wie zum Beispiel in Hamburg und in Hannover. Der Vorsitzende des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Niedersachsen, Michael Fürst, sagte in einer ersten Reaktion: "Wir fühlen uns hier von der Polizei gut geschützt. Da sehen wir keine Probleme."

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Autorin

  • Ramona Schlee

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Nachrichten, 9. Oktober 2019, 21 Uhr