Umfrage: Jeder zehnte Bremer will die Stadt im nächsten Jahr verlassen

Jeder Achte will Städte verlassen

Audio vom 19. Juli 2021
Ein Mann läuft einen Bahnsteig entlang. Im Hintergrund fährt ein IC.
Bild: DPA | Jochen Tack
Bild: DPA | Jochen Tack
  • Umfrage stammt vom Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung
  • 11,3 Prozent der Bremerinnen und Bremer wollen demzufolge wegziehen
  • Rate in den meisten anderen deutschen Städten höher

Fast jeder zehnte Bremer plant, die Stadt innerhalb des nächsten Jahres zu verlassen – zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Ifo Instituts (Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München). Für die Umfrage wurden im Mai deutschlandweit rund 18.000 Personen befragt.

Natürlich wisse man nicht, wie viele Menschen dies wirklich in die Tat umsetzten, doch Pläne, binnen sechs oder zwölf Monaten die Stadt zu verlassen, könne man durchaus als relativ konkret sehen, so Studienautor Mathias Dolls. Fast die Hälfte der Befragten nannte Corona als wichtigen Grund für die Entscheidung, aufs Land oder in eine kleinere Stadt ziehen zu wollen.

Die meisten zieht es in Speckgürtel oder kleinere Städte

Mit seinen 11,3 Prozent steht Bremen im deutschlandweiten Vergleich relativ weit unten. Die Spitze bildet Hannover, wo 16,5 Prozent der Befragten angaben, binnen eines Jahres wegziehen zu wollen. Dahinter folgen Frankfurt mit 16,2, Dortmund mit 14,2 sowie Berlin und Stuttgart mit je 14,1 Prozent. In Hamburg ist der Wegzugswunsch mit 11,4 Prozent nur unwesentlich höher als in Bremen. Am geringsten ist er in Essen ausgeprägt, dort gaben bloß 7,6 Prozent an, die Stadt verlassen zu wollen.

Ziel der großstadtmüden Bewohner waren meistens kleinere Großstädte oder die Speckgürtel. Besonders Familien mit Kindern und Menschen in der Familiengründungsphase strebten in den suburbanen Raum und in kleinere Großstädte, hieß es vom Ifo. Mathias Dolls mahnt daher, dass die Anbindung der Speckgürtel und die dortige Bildungsinfrastruktur an Bedeutung gewinnen werden.

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Vier News, 19. Juli 2021, 16 Uhr