Rekord-Kokainfund in Bremerhaven: Bremer Zoll zieht Bilanz

  • Zoll stellt im Oktober 1,4 Tonnen Kokain in Bremerhaven sicher
  • Steuereinnahmen des Hauptzollamts Bremen pandemiebedingt gesunken
  • Ermittlungen führen zu Höchstwert bei Schäden durch Schwarzarbeit
Ein Hund und eine uniformierte Person stehen an einem Container.
Ein Rauschgiftspürhund des Zolls sucht an einem Container nach Drogen. Bild: Zoll

Das Hauptzollamt Bremen hat am Dienstag seine Bilanz für das Jahr 2020 vorgestellt. Erst jetzt gaben die Beamten dabei einen Kokainfund von 1,4 Tonnen im Oktober letzten Jahres in Bremerhaven bekannt. Die Drogen aus Südamerika waren demnach in Bananenkisten versteckt und wurden von Mitarbeitern eines Umschlagbetriebes entdeckt. Den Straßenverkaufswert des sichergestellten Rauschgiftes schätzt der Zoll auf 150 Millionen Euro. Die Ermittlung hat das Zollfahndungsamt Hamburg übernommen, aus taktischen Gründen wurde der Fund erst jetzt veröffentlicht.

Sichergestelltes Kokain erreicht Rekordwert

Die Menge macht nach Angaben des Zolls den Hauptteil des mit 1,5 Tonnen erreichten Rekordwertes an sichergestelltem Kokain aus. "Diese Kokainsendung zeigt, dass Bremerhaven als viertgrößter Containerhafen Europas nach wie vor als ein Eingangstor nach Europa für die Kokainschmuggler gilt", sagte die Leiterin des Hauptzollamtes Bremen, Nicole Tödter. Im März des letzten Jahres konnten die Zöllner außerdem über 500 Kilogramm Haschisch mit einem geschätzten Straßenverkaufspreis von rund 4 Millionen Euro sicherstellen. Sie entdeckten die Drogen im doppelten Boden eines Kleintransporters auf einem Parkplatz an der A1 bei Achim.

Steuereinnahmen des Zolls sinken wegen Corona

Die Steuereinnahmen des Hauptzollamtes Bremen sind 2020 auf fast 3,9 Milliarden Euro gesunken. Das sind rund 400 Millionen Euro weniger als im Vorjahr. Die Einnahmen liegen nach Zollangaben aber noch über denen aus dem Jahr 2017. Der größte Rückgang sei bei Zöllen und Einfuhrumsatzsteuer zu verzeichnen. Grund seien die pandemiebedingt geringeren Wareneinfuhren und die zeitweise Minderung des Einfuhrumsatzsteuersatzes. Ingesamt steht die Jahresbilanz nach Angaben des Zolls unter dem Einfluss der Pandemie. So sei etwa die Einfuhr von Hilfsgütern und Schutzausrüstung priorisiert abgefertigt worden.

Tabak, Waffen und Schwarzarbeit als weitere Schwerpunkte

Zu den weiteren Schwerpunkten des Hauptzollamtes gehörte die Sicherstellung unversteuerter Tabakwaren. Bei Zigaretten und Zigarren gab es einen Rückgang von fast 300.000 Stück im Vorjahr auf 175.000 Stück in 2020. Die Menge an Wasserpfeifentabak hat sich um 275 Kilogramm auf fast eine Tonne deutlich erhöht. Sicherstellungen von Waffen und Waffenteilen sind nach Zollangaben um die Hälfte gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen, im Vergleich zur Vergangenheit jedoch weiterhin auffallend. Im Bereich der Marken- und Produktpiraterie beschlagnahmte der Zoll im vergangenen Jahr Waren im Wert von 2,5 Millionen Euro. Eine coronabedingte Halbierung im Vergleich zum Vorjahr. Schwarzarbeitermittlungen führten 2020 zu einem neuen Höchstwert mit einer festgestellten Schadenssumme von über 26 Millionen Euro.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 4. Mai 2021, 15 Uhr