Bremer Gesundheitsressort: "Lage auf den Intensivstationen ist eng"

  • Die Zahl der intensivmedizinisch betreuten Corona-Patienten in Bremen steigt
  • Noch 17 Intensivbetten und drei Beatmungsplätze für Covid-Patienten frei
  • Laut Gesundheitsressort aber noch kurzfristige Reserven vorhanden
Eine Krankenpflegerin kümmert sich auf einer Intensivstation um einen komatösen Patienten (Symbolbild)
Die Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen steigt an. (Symbolbild) Bild: DPA | Sven Hoppe

"Eng ist die Lage auf jeden Fall." Lukas Fuhrmann, Sprecher des Gesundheitsressorts in Bremen, hat buten un binnen bestätigt, dass die Intensivstationen in den Kliniken zunehmend ausgelastet sind. Aktuell sind auch nach Angaben des Deutschen Intensivregisters (DIVI) nur noch 17 Intensivbetten im Land Bremen frei. Ein Grund dafür ist laut Fuhrmann die steigende Zahl an Corona-Patienten. Immer mehr Betroffene müssen demnach intensivmedizinisch betreut werden.

Es gibt 170 aktuell einsetzbare Intensivbetten im Land, 153 davon sind belegt, 52 von Menschen mit Corona. Vor einer Woche, am 30. März, waren es laut Intensivregister noch 40 Menschen mit Covid 19 gewesen. Die Zahlen stammen von den Kliniken selbst, die sie ans Intensiv-Register melden.

Noch drei freie Beatmungsplätze für Corona-Patienten

Schwankungen innerhalb eines Tages bilde das Intensivregister nicht ab, erklärte Behördensprecher Fuhrmann. So werden dort vier freie Beatmungsplätze für Covid19-Patienten angegeben, tatsächlich sind es laut Fuhrmann inzwischen, am Montagabend, sogar nur noch drei. So dramatisch, wie die Situation wirkt, sei sie dennoch nicht.

Jeder, der jetzt ein Covid-Beatmungsbett bräuchte, würde eines bekommen.

Lukas Fuhrmann, Sprecher Gesundheitsressort

"Jeder, der jetzt ein Covid-Beatmungsbett bräuchte, würde eines bekommen", so Fuhrmann weiter. "Weil es noch andere Reserven in den Kliniken gibt, die sehr kurzfristig aktiviert werden können. Trotzdem, die Lage auf den Intensivstationen ist eng."

Großteil der Corona-Patienten aus Niedersachsen

Die aktuelle Situation auf den Intensivstationen ist auch auf die Versorgung von Patienten aus dem Umland zurückzuführen, wie Fuhrmann weiter sagte. Allein in den Kliniken der Stadt Bremen lägen aktuell 40 Menschen mit Corona auf Intensivstationen, 19 von ihnen stammten aus Niedersachsen. Dazu kommen Menschen aus Bremen und Bremerhaven mit anderen Erkrankungen. "Wir haben nicht nur Corona, auch andere Patienten müssen versorgt werden. Menschen mit Schlaganfällen und Herzinfarkten."

buten un binnen hatte schon am vergangenen Mittwoch über die Lage in den Kliniken berichtet. Zwar war die Zahl der Corona-Patienten, die im Krankenhaus behandelt werden müssen, nicht ungewöhnlich hoch. Aber immer mehr der Betroffenen müssen intensivmedizinisch behandelt werden. Die Zahl hatte da schon einen Höchststand erreicht, steigt seitdem aber weiter stetig an.

Neben den 170 Intensivbetten gibt es laut Ressortsprecher Fuhrmann weitere Kapazitäten die kurzfristig aktiviert werden könnten und eine Notfallreserve von 138 Betten. Diese können innerhalb von sieben Tagen zusätzlich aufgestellt werden.

*Alle Angaben in diesem Artikel beziehen sich auf die Behandlung erwachsener Menschen.

So schwer ist der Kampf gegen Corona auf einer Bremer Intensivstation

Video vom 24. Februar 2021
Zwei Ärzte stehen mit voller Schutzausrüstung um einen Patienten herum, der im Bett liegt und an Covid-19 erkrankt ist.
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 5. April 2021, 19:30 Uhr