4.000 Impfungen für die Bremer Jahrgänge 1962 bis '71 sind vergeben

  • 50 bis 59-Jährige konnten sich Mittwoch auf Warteliste setzen lassen
  • Bremen will Impf-Priorisierung nicht komplett aufgeben
  • Auch Beschäftigte der "kritischen Infrastruktur" werden jetzt geimpft
Ein Arzt impft in der Impfstation des Diakonie-Krankenhauses "DIAKO" eine Frau mit dem Moderna-Impfstoff.
Bremen will auch weiterhin zunächst die Menschen impfen, die sie am dringendsten brauchen. Bild: DPA | Mohssen Assanimoghaddam

Bremerinnen und Bremer der Jahrgänge 1962 bis 1971 konnten sich am Mittwoch in eine Warteliste des Impfzentrums eintragen, ohne dass sie zu einer Priorisierungsgruppe gehören mussten. Am frühen Nachmittag waren die freien Plätze weg, sagte Lukas Fuhrmann, Sprecher der Gesundheitsbehörde. Es standen rund 4.000 Impfdosen von Johnson und Johnson sowie einige Dosen AstraZeneca zur Verfügung, die zuvor übrig geblieben waren.

Die erstmal verfügbaren Impfdosen sind vergeben. Die Termincodes kommen jetzt ab Nachmittag per Mail.

Lukas Fuhrmann äußert sich im Interview zu den Rechten von vollständig geimpften Bremern
Lukas Fuhrmann

Die Impfstoffe von Johnson und Johnsen sowie AstraZeneca waren übrig, weil sie vom Robert-Koch-Institut vor allem für Menschen über 60 Jahren empfohlen werden. Alle Bremer dieser Gruppe haben aber schon eine Einladung vom Impfzentrum erhalten, sagte Lukas Fuhrmann. "Deutlich mehr als 80 Prozent davon sind mittlerweile geimpft." Deshalb hat das Impfzentrum jetzt zum zweiten Mal von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, die überschüssigen Dosen auf Wunsch auch außerhalb der Priorisierung an Menschen unter 60 zu verimpfen.

Wer sich auf der Liste eingetragen hat, aber keinen Code zugeschickt bekommen hat, bleibt weiter auf der Warteliste stehen. Diese Menschen bekommen dann einen Code, wenn wieder Impfstoff im Impfzentrum übrig ist, sagte Fuhrmann. Es könne allerdings sein, dass das nicht mehr passiere: Das Impfzentrum erhält nur noch AstraZeneca für ausstehende Zweitimpfungen. Der Rest geht an die Hausärzte, dort kann der Wirkstoff auf Wunsch auch an Menschen unter 60 Jahren verimpft werden. Darüber hinaus sind für das Impfzentrum, für das das Land zuständig ist, derzeit keine Lieferungen von Johnson und Johonson angekündigt.

Die Warteliste war um 10 Uhr noch nicht sofort abzurufen, was für Irritation bei den Bremern und Bremerinnen sorgte. Später war sie aber wieder zu erreichen. Bis Mittwochnachmittag hatten sich auf die Warteliste der Jahrgänge 1962 bis 1971 und der Liste für die Beschäftigte in der "kritischen Infrastruktur", die ebenfalls freigeschaltet wurde, zusammen rund 9.000 Menschen eingetragen, sagte Fuhrmann.

Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) verteidigte unterdessen am Mittwochmorgen auf Bremen Zwei, dass die Impf-Priorisierung im Zwei-Städte-Staat nicht – wie zum Beispiel in Bayern – komplett aufgehoben wird. "Der Flaschenhals ist nach wie vor der knappe Impfstoff", sagte Bovenschulte. Alles was komme, werde sofort verimpft – gemessen an den gelieferten Impfdosen habe Bremen die höchste Impfrate. Es sei aber weiterhin wichtig, zunächst die Menschen zu impfen, die es am nötigsten haben.

Das, was Bayern macht, ist reines Marketing. Wir sind deutlich schneller als die Bayern.

Andreas Bovenschulte (SPD), Bremens Bürgermeister

Beschäftigte der "kritischen Infrastruktur" werden geimpft

Außerdem will Bremen jetzt damit beginnen, Beschäftigte der sogenannten "kritischen Infrastruktur", die zur Priorisierungsgruppe 3 gehören, zu impfen. Das sind unter anderem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Lebensmitteleinzelhandel. Außerdem gehören dazu Einrichtungen des Bundes wie Zoll oder Justiz, Apotheken, Bestatter, Lebensmittelhersteller, Wasser- und Energieversorger, Entsorgungsunternehmen, medizinische Labore, Beschäftigte in kulturellen Einrichtungen, Journalisten und mehr.

Bremens Bürgermeister verteidigt Lockerungsbeschluss gegen Kritik

Video vom 18. Mai 2021
Bürgermeister Andreas Bovenschulte im Interview bei buten un binnen.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 18. Mai 2021, 19:30 Uhr