Hausärzteverband: Bremer Praxen wegen Impf-Anfragen am Anschlag

Video vom 7. Juni 2021
Mehrere Menschen warten im Impfzentrum auf ihre Corona Impfung.
Bild: Radio Bremen
Bild: DPA | Davide Pischettola
  • Hausärzteverbandschef: Patienten in Notlagen erreichen niemanden
  • Appell: Nicht alle in den ersten Tagen anrufen
  • Telefon-Ansturm in den Praxen läuft seit Wochen

Angesichts der Aufhebung der Impf-Priorisierung warnen die Kassenärztliche Vereinigung Bremen (KVHB) und der Hausärzteverband davor, dass Patienten in Notlagen in den Praxen mitunter niemanden erreichen. Der Ansturm der Menschen, die sich um einen Impftermin bemühen, sei einfach zu groß. Der Vorsitzende des Bremer Hausärzteverbands, Hans-Michael Mühlenfeld, sagte: "Die Telefon-Anlagen sind seit Wochen schon überlastet." Ob es heute noch einmal mehr Anrufer gegeben habe, könne man nicht sagen, da die Anrufer nicht gezählt würden. Was Mühlenfeld aber sehr wohl sagen kann: "Die Zahl der Beschwerden von Patienten in Notlagen, die uns nicht erreichen können, weil die Leitungen verstopft sind, nimmt zu." Das sei zunehmend ein Problem.

Wie der Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Bremen (KVHB), Christoph Fox, buten un binnen erklärte, ist der Ansturm auf die Praxen seit Wochen schon sehr groß: "Die Menschen haben schon in den letzten Wochen in den Praxen angerufen, um sich einen Impftermin zu sichern." So habe die Aufhebung der Impfpriorisierung offenbar zu keinem zusätzlichen Ansturm in den Arztpraxen geführt, der Andrang sei aber ohnehin schon längere Zeit sehr groß.

Ärzte rufen zu Geduld auf

Derweil haben die niedergelassenen Mediziner in Niedersachsen am Tag der Aufhebung der Impfpriorisierung zu Geduld bei der Vereinbarung von Corona-Impfterminen aufgerufen. "Wenn die Telefonleitungen zu den Arztpraxen ständig belegt sind und die Email-Postfächer überlaufen, kommen andere Patienten, zum Beispiel solche mit einer chronischen Erkrankung, nicht mehr durch", sagte der Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN), Detlef Haffke. Die Bürgerinnen und Bürger sollten sich nicht direkt alle in dieser Woche an die Praxen wenden, sondern es im Laufe des Monats versuchen.

Belastet sehen sich die niedergelassenen Ärzte laut Haffke nicht vom Impfaufwand selbst, sondern vor allem wegen der Vereinbarung der Termine. Die Kommunikation mancher Bürgerinnen und Bürger mit den Praxispersonal habe in den vergangenen Wochen absurde Züge angenommen. Haffke rief dazu auf, mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Praxen "nicht so hart ins Gericht zu gehen". Ohnehin stünden den Praxen bislang nur eine relativ geringe Menge an Impfstoff zur Verfügung.

"Befinden uns im Übergang zu all jenen, die nicht priorisiert sind"

Video vom 3. Juni 2021
Lukas Fuhrmann im Interview
Bild: Radio Bremen
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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 7. Juni 2021, 19:30 Uhr