Fragen & Antworten

5 Fakten zu den aktuellen Impfungen in Bremen

Drei Impfstoffe kursieren mittlerweile in Bremen. Zugleich ändern sich die Impf-Priorisierungen. Wovon gibt es für wen wie viel? Und wann? Eine Übersicht.

Eine Hand hält eine Ampulle Astra Zeneca-Impfstoff in der Luft
Der Impfstoff von Astra-Zeneca: Zu Unrecht umstritten, meint der Sprecher des Bremer Gesundheitsressorts Lukas Fuhrmann. Bild: Imago | Scanpix

19.497 – so viele Bremer gelten mittlerweile als vollständig geimpft, haben also die erste und die zweite Impfstoffdosis erhalten. Von Bremens Gesamtbevölkerung sind das etwa 2,9 Prozent, bundesweit beschert das Bremen Platz 6. Wie die anderen Länder hat auch Bremen noch einen langen Weg zu gehen.

Doch wie es diesen genau geht, kann bisweilen etwas unübersichtlich werden. Von den vorhandenen Impfstoffen gibt es unterschiedlich viel und nicht jeder kann für jeden eingesetzt werden. Darüber hinaus ändert Bremen zum Teil seine Priorisierungen, wer geimpft wird; so kommen in den nächsten zwei Wochen vor allem Kita-Personal und Lehrkräfte an die Reihe.

Wie viel Impfstoff hat Bremen bislang erhalten, und wie viel davon ist bereits verimpft?
Biontech, Moderna, Astra-Zeneca: Von diesen drei Herstellern hat Bremen bislang Impfstoff erhalten, allerdings in sehr unterschiedlichen Mengen. Biontech ist mit einigem Abstand Spitzenreiter: Knapp 54.000 Dosen hat Bremen bislang insgesamt in regelmäßigen Lieferungen erhalten, rund 46.200 davon sind verimpft worden. Das entspricht 85,5 Prozent. Vom Astra-Zeneca Impfstoff gab es bislang etwa 12.000 Dosen, wovon aber erst knapp ein Viertel genutzt worden ist. Abgeschlagen auf dem letzten Platz liegt Moderna: Hier hat Bremen bislang nur etwa 6.000 Impfdosen erhalten, etwas mehr als die Hälfte ist verimpft worden. "Moderna ist in dieser Hinsicht ein wenig eine Enttäuschung", äußerte sich der Sprecher des Gesundheitsressort Lukas Fuhrmann. Zu Beginn des Jahres noch hieß es, bis Anfang März könne Bremen von 12.000 Moderna-Impfdosen ausgehen. "Da haben wir tatsächlich mit ganz anderen Mengen gerechnet, was uns die Planung auch erschwert hat", so Fuhrmann.
Wie steht es um den Fortschritt innerhalb der einzelnen Impfgruppen?
Innerhalb der sogenannten Priorisierungsgruppe 1, also vor allem Personen ab dem 80. Lebensjahr sowie Pfleger und medizinisches Personal, zeichnet sich allmählich ein Ende ab: Die allermeisten Personen, die älter als 85 sind, seien laut Gesundheitsressort vollständig geimpft, die 80- bis 85-Jährigen arbeite man zurzeit noch Jahrgang für Jahrgang ab. Dazu Fuhrmann: "Wir gehen davon aus, dass wir in eineinhalb Wochen eine Impfeinladung an jeden aus dieser Gruppe versendet haben." Diese Personen erhalten ausschließlich den Biontech-Impfstoff, da der von Astra-Zeneca nur für unter 65-Jährige empfohlen ist. Zunehmend könne das Gesundheitsressort nun die Priorisierungsgruppe 2 ins Auge fassen; allen voran die Menschen mit Vorerkrankungen, heißt es.
Wie sieht es mit den Impfungen in Pflegeeinrichtungen aus?
"Wir haben es bis heute geschafft, nahezu allen Pflegeeinrichtungen in Bremen sogar schon die zweite Impfung anzubieten", hieß es am Mittwoch in einer Pressemitteilung des Bremer Senats. "Sie können nahezu 100 Prozent sagen", so Fuhrmann. In den Einrichtungen gibt es auch Pläne für neu Zugezogene. Bei neuen Bewohnern wird der Impfstatus erfasst und wenn es mehrere ungeimpfte Bewohner gibt, kommt ein Impfteam vorbei.
Wird Bremen den Astra-Zeneca-Impfstoff los?
Dahingehend gibt sich Lukas Fuhrmann vorsichtig optimistisch: "Dass von dem vorhandenen Impfstoff etwa ein Viertel verimpft wurde, ist nicht überragend, aber es ist in Ordnung." Schließlich könne er erst jetzt so wirklich eingesetzt werden, da mit Kita-Erziehern und Lehrkräften größere Personengruppen hinzukommen, die jünger sind als 65. Der Zeitpunkt der ersten Astra-Zeneca-Lieferung war zudem ungüstig. Da war Bremen gerade mit der ersten Gruppe der Priorität 1 unter 65 Jahren fertig, danach kamen ältere Jahrgänge dran.
In anderen Städten sollen Impfkandidaten den Astra-Zeneca-Impfstoff abgelehnt haben. Sie sind dann wieder nach Hause gegangen. Sind solche Fälle in Bremen bekannt?
Bislang habe Fuhrmann keine Ablehnung gegen den Astra-Zeneca-Impfstoff feststellen können, allein am Freitag hätten ihn die ersten 400 Kita-Mitarbeiter erhalten. "Wie Astra-Zeneca jetzt weiter angenommen wird, muss sich in den nächsten Tagen erst einmal zeigen", so Fuhrmann. Für eine Bewertung ist es hier offenbar noch zu früh. Aus Bremen gibt es bisher auch keine Berichte über starke unerwartete Reaktionen auf die Impfung. Impfreaktionen wie Kopf- und Gliederschmerzen tauchten zwar auf, würden aber vom Hersteller beschrieben. Diese Beschwerden sind beim Astra-Impfstoff oft bei der ersten Impfung stärker als bei der zweiten – bei den beiden anderen Herstellern gibt es größere Beschwerden bei der zweiten Impfung. Aber grundsätzlich fällt die Reaktion bei jedem Menschen anders aus.

Deutschlands größtes Impfzentrum soll in Bremen entstehen

Video vom 23. Februar 2021
Die Decke einer Halle. Von der Decke hängt ein Schild, auf dem "Halle 6" geschrieben steht.
Bild: Radio Bremen


Autor

  • Jochen Duwe

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 26. Februar 2021, 23:30 Uhr