Fragen & Antworten

"Bremen beim Impfen auf der Zielgeraden"

Audio vom 5. Juli 2021
Eine Reihe leerer Ampullen des Impfstoffs von Biontech/Pfizer.
Bild: DPA | Sven Hoppe
Bild: DPA | Sven Hoppe

Fast 80 Prozent der Volljährigen sind mindestens einmal geimpft. Laut Behörde wird es langsam schwierig, Menschen zu finden, die noch geimpft werden wollen. Ein Überblick.

Wie viele Menschen sind im Land Bremen bisher geimpft?
64,8 Prozent der Bevölkerung haben in Bremen inzwischen eine erste Impfung erhalten. Laut Lukas Fuhrmann, Sprecher des Gesundheitsressorts, haben rund 80 Prozent der Erwachsenen eine Impfung erhalten. Damit ist Bremen bundesweit vorn. 39,2 Prozent der Bevölkerung sind doppelt geimpft. "Wir sind sozusagen auf der Zielgerade unterwegs", so Fuhrmann.
Wann sollen in Bremen alle geimpft sein, die das wollen?
Das kann man so konkret nicht sagen. Zunächst muss man erstmal klären, wie viele Menschen überhaupt für eine Impfung infrage kommen. Erst dann kann man über einen Zeitpunkt nachdenken, so Fuhrmann. Senatorin Claudia Bernhard (Linke) hatte als Ziel mal 80 Prozent genannt, aber auch 70 Prozent sind schon eine Hausnummer. Denn wenn man elf Prozent der Bevölkerung abzieht, das sind die unter 12-Jährigen, rund fünf Prozent Genesene und 10 bis 20 Prozent der Menschen, die das Impfen generell ablehnen – dann sieht man, dass man in die Nähe des Ziels kommt.
Wie lange muss ich im Moment auf einen Impftermin warten?
Wer sich derzeit registriert, kriegt zeitnah einen Code und kann sich anmelden. Für die Termine gibt es kurze Wartezeiten. Wahrscheinlich wird es diese Woche nichts mehr. Aber nächste Woche dürfte es klappen.
Komme ich denn gerade leicht an eine Registrierung?
Das ist gerade etwas hakelig. Die Telefonhotline war am Wochenende manchmal überlastet. Allein Samstag gab es hier 90.000 Anrufe – dafür ist das System nicht ausgelegt. Der Grund: Die Bürger buchen ihre Zweitimpfungen gerade von AstraZeneca auf mRNA-Impfstoffe um. Und das waren allein in der Stadt Bremen 36.000 Menschen mit einer Erstimpfung durch "Astra".
Wie läuft denn die Umbuchung, was müssen die Menschen machen?
"Wer diese Woche einen Termin hat, muss nichts machen", sagt Fuhrmann. Wer den Termin wahrnimmt, bekommt statt "Astra" einen anderen Impfstoff. Wer in vier bis sechs Wochen einen Termin hat und beispielsweise statt "Astra" Biontech haben möchte, sollte die Hotline anrufen. Denn die Abstände sind dann kürzer. Dann ist ein früherer Termin nötig. Und: Man muss sich melden, die Stadt meldet sich nicht.
Ist denn genug Impfstoff da, wenn jetzt ganz viele Menschen ihren Termin vorziehen?
Es werden nicht alle in 14 Tagen bedient werden können. Aber es ist genug Impfstoff für die kommenden Wochen da. Bremen erhält allein im Juli 78.300 Dosen mit mRNA-Impfstoff. Fuhrmann beruhigt: "Es werden keine Termine abgesagt".
Gibt es denn wieder spontane Möglichkeiten, eine Impfung zu erhalten?
Ja. Die ganze Woche über können sich alle von 9 bis 17 Uhr mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson vor der Waterfront in Gröpelingen in einem Impfmobil impfen lassen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson ist nur eine Impfung notwendig. In der vergangenen Woche hatte Bremen solch eine ähnliche Aktion bereits in der Grohner Düne in Vegesack angeboten.
Und wie steht der Senat zu Bußgeldern, wenn man seinen Impftermin nicht wahrnimmt?
Während es auf Bundesebene Rufe nach Strafen für "Impfschwänzer" gibt, lehnt Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) dies ab.

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Video vom 2. Juli 2021
Eine Person wird geimpft.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Autor

  • Sven Kuhnen Redakteur

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Nachrichten, 5, Juli 2021, 17 Uhr