Stellenabbau im Bremer Airbus-Werk? IG Metall will das verhindern

  • IG Metall veranstaltet Aktion am Bremer Airbus-Werk
  • Chefs aller Bürgerschaftsfraktionen zu Gespräch eingeladen
  • Gewerkschaft befürchtet, dass Airbus die Corona-Krise für Sparkurs nutzt
Video vom 23. Juni 2020
Mitarbeiter von  IG Metall haben ein Stand auf dem Airbus-Gelände aufgebaut.
Bild: Radio Bremen

Mit einer Aktion im Werk am Bremer Flughafen hat die IG Metall auf den drohenden Stellenabbau bei Airbus in Bremen aufmerksam gemacht. Dazu hatte die Gewerkschaft die Chefs aller Bürgerschaftsfraktionen zum Hintergrundgespräch eingeladen. Die IG Metall befürchtet, dass der Flugzeugbauer Tausende Arbeitsplätze in Europa abbauen will. Deshalb müsse die Bremer Politik auf ein industrielles Konzept für den Standort drängen.

Zwar biete der Luft- und Raumfahrtstandort für Airbus Synergien, so die Gewerkschaft. Allerdings habe das bei den Verhandlungen mit der Geschäftsleitung zuletzt keine mehr Rolle gespielt, sagt Bremens IG-Metall-Geschäftsführerin Ute Buggeln.

Die Unruhe bei den rund 4.500 Bremer Airbus-Beschäftigten wächst. Seit Wochen warten sie auf den Sparplan, den das Unternehmen mehrfach angekündigt hat. Inzwischen schließe der Flugzeugbauer auch betriebsbedingte Kündigungen – anders als in früheren Krisen – nicht mehr aus, sagt Buggeln. Sie befürchtet, dass Airbus die Corona-Krise nutzen könnte, um das Unternehmen drastisch zu verschlanken. "Bisher sind Krisenbewältigungen bei Airbus immer so abgelaufen, dass wir betriebsbedingte Kündigungen verhindern konnten. Dass das Unternehmen das jetzt so offensiv von Anfang an auf den Tisch legt, das ist neu", sagt sie. "Das muss man auch als Zeichen ernst nehmen."

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 23. Juni 2020, 19:30 Uhr