20 Jahre Hospizverein: Dem Tod den Schrecken nehmen

Der Hospizverein Bremen wird 20 Jahre alt – und lädt heute zum Tag der offenen Tür. Das Sterben leichter zu machen, ist das Ziel. Erwünscht war das nicht immer.

Jemand hält die Hand einer sterbenden Person zum Trost.
Mitglieder des Hospizvereins begleiten Menschen in der letzten Lebensphase. Bild: Imago | Rupert Oberhäuser

Vor 20 Jahren gründeten zwölf Mitglieder den Bremer Hospizverein, heute sind es um die 150 Menschen, die sich dort ehrenamtlich engagieren. Der Verein organisiert eine ambulante Sterbebegleitung. Das heißt: Ehrenamtliche besuchen sterbende und schwer kranke Menschen, hören zu, unterhalten sich, leisten Beistand. Gründungsmitglied Dagmar Katz erinnert sich so an die Anfänge des Vereins:

Wir hatten nichts weiter als unsere Mitgliedsbeiträge. Damals war das noch nicht so, dass der Senat uns Unterstützung gegeben hat. Das war alles noch in den Anfängen. Wir haben unseren ersten Raum in Osterholz bei den Maltesern gehabt. Es war mini-klein, und wir hatten nichts weiter als ein Telefon und Apfelsinenkisten.

Dagmar Katz, Hospizverein Bremen

Schwierige Anfänge

Damals sei es sehr schwierig gewesen, Unterstützung zu bekommen, auch die Kirchen hätten abgelehnt, sagte Katz. "Uns hat immer wieder motiviert, dass wir gesehen haben: Da gibt es eine Lücke. Wir wollten nicht, dass die Menschen in Krankenhäusern sterben, in die Badezimmer geschoben werden, wie das früher ja leider oft war. Es gab auch im medizinischen Bereich ganz große Berührungsängste bei dem Thema."

Heute ist das anders: Katz berichtet, dass sich mittlerweile auch jüngere Menschen zu Sterbebegleitern ausbilden ließen. Der Verein bietet pro Jahr zwei Schulungsdurchgänge an. Zehn bis zwölf Teilnehmer seien es jeweils.

Sterbebegleiter betreuen auch Angehörige

Viele Menschen glaubten, dass die Hospizarbeit immer traurig und bedrückend sein müsse, sagt Katz.

Natürlich war ich traurig, ganz oft sogar. Das gehört auch dazu, denn man muss ja einen Menschen loslassen, den man lange kannte oder begleitet hat. Aber es war auch immer eine unglaubliche Dankbarkeit da, dass ich das mit der Person gemeinsam erleben konnte.

Dagmar Katz

Katz betont, dass auch die Angehörigen eines sterbenden Menschen auf Unterstützung bauen könnten. Auch um sie kümmern sich die Sterbebegleiter, auf Wunsch auch nach dem Tod des Angehörigen. "Hospizarbeit bedeutet Leben bis zuletzt", so Katz.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 2nach1, 31. August 2017, 13:02 Uhr