Wer hilft, wenn der Strom abgedreht wird?

Kein Strom, kein Wasser, keine Heizung – die Sperrung der Energieversorgung stellt den Alltag zu Hause auf den Kopf. Doch es gibt Hilfe, um sogenannte Energiesperren zu verhindern.

Ein Stromzähler
Eine Überprüfung des eigenen Energieverbrauchs kann eine erste Vorsorge gegen eine Energiesperre sein. Bild: DPA | Jens Wolf

Wenn ein Kunde mehr als 100 Euro Schulden bei einem Energieversorger hat, muss er damit rechnen, dass ihm der Strom abgestellt wird. Dass dies im Land Bremen seltener passiert als früher, liegt nach Meinung der Bremer Sozialbehörde am Runden Tisch "Energie- und Wassersperren im Land Bremen vermeiden", den es seit 2014 gibt. Neben der SWB sind unter anderem die Verbraucherzentrale, die Schuldnerberatungen und die Jobcenter mit dabei. Ihr Ziel: Stromsperren möglichst schon im Vorfeld verhindern, indem Betroffene individuell beraten und betreut werden.

1 Energieverbrauch überprüfen

Geräte im Standby-Betrieb, uneffektives Heizen oder veraltete Haushaltgeräte sind Faktoren dafür, warum der Energieverbrauch zu Hause sehr hoch sein kann. Der Runde Tisch "Energie- und Wassersperren im Land Bremen vermeiden" rät daher zu einer Überprüfung. Dazu wird auch ein sogenannter "Stromspar-Check" angeboten. Auf Wunsch besuchen ausgebildete "Stromsparhelfer" Haushalte und beraten, wie der Energieverbrauch gesenkt werden kann. Auf jeden Fall sei es ein erster Schritt, selbst zu analysieren, wie der eigene Energieverbrauch und -bedarf im Alltag aussieht, und wie eventuell gespart werden kann, heißt es.

2 Unterstützung holen

Sich Hilfe zu holen erfordert gerade in finanziellen Angelegenheiten häufig eine große Überwindung. Wer eine Ankündigung zur Energiesperre, den sogenannten "Gelben Schein", erhält, dem bleiben drei Tage, um die offene Rechnung zu bezahlen. Ansonsten wird Strom-, Gas- oder Wasseranschluss gesperrt. Daher ist es wichtig, sich so schnell wie möglich Hilfe zu holen, falls die Rechnung nicht beglichen werden kann, heißt es.

Vier Mitglieder der Kampagne "Zappenduster!" stehen vor einem Plakat
Die Mitglieder der Kampagne "Zappenduster!" wollen Energiesperren im Vorfeld verhindern und Betroffene betreuen. Bild: Ecolo Bremen

Eine Möglichkeit ist die direkte Kontaktaufnahme zum Energieversorger, damit eine gemeinsame Lösung gefunden werden kann. Auch kann bei den Jobcentern, dem Bremer Amt für Soziale Dienste oder dem Sozialamt Bremerhaven finanzielle Unterstützung beantragt werden. Zudem gibt es Beratungsstellen, die konkrete Hilfe anbieten, wenn die Rechnung nicht bezahlt werden kann.

3 Was tun, wenn der Strom bereits abgestellt ist?

Die Freischaltung eines gesperrten Anschlusses ist leider nicht so leicht, wie eine drohende Engergiesperre im Voraus zu verhindern. Zudem fallen weitere Kosten an: Sowohl die Sperrung als auch die Entsperrung kosten Geld. Damit erhöht sich die Gesamtrechnung nochmals. Doch trotz der vielleicht aussichtslosen Lage sollten sich Betroffene aktiv um Hilfe bemühen, raten die Experten. Der Kontakt zum Energieversorger sollte so schnell wie möglich hergestellt werden. Die Kampagne "Zappenduster!" des Runden Tisches soll dabei zwischen Versorgern und Betroffenen vermitteln. Die Mitarbeiter der vertretenen öffentlichen Stellen und Einrichtungen können zudem den Sperrprozess unterbrechen. Die so geschaffene Zeit kann genutzt werden, um mit den Betroffenen und der SWB eine gemeinsame Lösung zu finden und die Sperre abzuwenden.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 5. März 2019, 19:30 Uhr