Drohende Borkenkäfer-Plage bringt Bäume in Gefahr

2019 könnte es wieder einen Rekordsommer geben. Mit dramatischen Folgen für den Baumbestand in und um Bremen – dem Schädlinge jetzt schon mächtig zusetzen.

Jürgen Drewes auf einem Acker.

Derzeit liegen Massen an Holz, säuberlich aufgestapelt, in den Wäldern – auch rund um Bremen und Bremerhaven. Die Förster kriegen es entweder gar nicht oder viel zu billig verkauft. Es sind einfach zu viele Bäume gefällt worden. Die Schuld trägt hauptsächlich ein winziges Tierchen: Der Borkenkäfer. Der Schädling frisst sich durch die Rinde, vermehrt sich dort und gräbt kleine Tunnel, die den Transport von Wasser in die Krone verhindern – der Baum trocknet aus und stirbt. Der Käfer fliegt dann einfach zum nächsten Baum.

Günstige Bedingungen für Schädlinge

Eine Borkenkäferlarve frisst sich durch das Holz eines Baumstammes.
Der Borkenkäfer nutzt die Bäume auch zur Fortpflanzung. Bild: DPA | Weingartner/Chromorange

Am liebsten frisst sich der Borkenkäfer durch Fichten. Durch das warme und trockene Wetter können diese nicht genügend Harz produzieren, um die Schädlinge abzuwehren. Die Dürre macht vor allem den flachwurzligen Bäumen zu schaffen. Sie sterben ab, sind durch Dürre extrem geschwächt und dadurch besonders gut angreifbar.

Bereits im vergangenen Sommer schoss die Zahl der Schädlinge in die Höhe. Hauptleidtragende sind die Bäume. Für dieses Jahr wird ein weiterer Hitzesommer erwartet, was den Borkenkäfer freuen dürfte. Die drohende Plage inklusive der voraussichtlich verheerenden Auswirkungen lässt nun die Landesforste aktiv werden.

Nachhaltige Bekämpfung

Forstarbeiter finden Borkenkäfer
Besonders die Fichte hat unter dem Borkenkäfer zu leiden.

Die Bäume werden einzeln begutachtet und auf einen Befall überprüft, um dem Borkenkäfer die Brutgrundlage zu nehmen. Wird der festgestellt, muss der Baum gefällt und aus dem Wald abtransportiert werden, um eine Vermehrung und Ausbreitung des Schädlings zu verhindern. Außerdem werden Auffangnetze aufgestellt, die über Duftstoffe den Käfer anlocken. Die Insekten werden vergiftet und verenden anschließend.

Um dem Problem nachhaltig entgegenzuwirken, wird die tiefwurzelige Weißtanne gepflanzt, die im Schatten der bestehenden Fichten in deren Lichtschächte wächst. Die Tanne ist für den Borkenkäfer nicht anfällig und soll perspektivisch die Fichte ersetzen.

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Autor

  • Jan Meier-Wendte

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 24. April 2019, 19:30 Uhr