Darum sollten Bremer Hund und Katze registrieren lassen

Haustiere gehören für viele zur Familie. Damit das so bleibt, macht das Tierheim Bremen am Welttierschutztag eine Chip-Aktion. Pressesprecherin Gaby Schwab erklärt, warum.

Eine schwarz-weiße Katze liegt im Gras.
Katzen mit einem Mikrochip können innerhalb weniger Stunden ihrem Besitzer zugeordnet werden, so Gaby Schwab vom Bremer Tierschutzverein. Bild: DPA | Jürgen Landshöft
Sie machen am Sonntag eine Sonderaktion und registrieren Haustiere. Warum ist das so wichtig?
Wenn sich ein Tier verläuft, unbemerkt durch das Loch im Zaun schlüpft, der Nase nach aus Versehen im Keller des Nachbars landet oder im Urlaub am Strand einer Möwe hinterherjagt, kann es sein, dass der geliebte Hund oder die Schmusekatze nicht mehr nach Hause kommt. Das gilt aber nicht nur für freilaufende Katzen oder Hunde, sondern auch für Kleintiere wie Hasen oder Hamster. "Was uns hilft, die Tiere schnell wieder nach Hause zu bringen, ist der registrierter Mikrochip", erklärt Gaby Schwab, Pressesprecherin des Bremer Tierschutzvereins.
"Bei entlaufenen Hunden ist es einfacher den Besitzer zu finden als bei Katzen", erklärt Gaby Schwab. Besitzer können dann bei den Tierheimen in der Umgebung anrufen, das Tier beschreiben und anhand der Rasse, der Fellfarbe, des Charakters und der Anmutung kann ein gefundenes Tier relativ schnell seinem Besitzer zugeordnet werden. "Leider gibt es aber viele ähnliche Tiere wie zum Beispiel bei Katzen, da wird es schwierig", erläutert Schwab. Es gibt sehr viele schwarze Katzen und Katzen laufen auch weiter weg als Hunde – nach Verden, nach Stuhr oder auch nach Hannover. Da hilft ein Mikrochip, der das Identifizieren der Tiere und des Haltern eindeutig macht.
Wie oft werden Fundtiere im Tierheim Bremen abgegeben?
Fast täglich werden im Bremer Tierheim sogenannte Fundtiere abgegeben. Nur gut die Hälfte trägt einen Chip unter ihrem Fell. "Da können wir die Besitzer schnell informieren. Bei der anderen Hälfte ist das schwierig", erklärt Schwab.
Insgesamt warten fast 400 Tiere im Bremer Tierheim darauf adoptiert zu werden. Zurzeit leben dort über 30 Hunde, rund 150 Katzen und viele Kleintiere.
Was passiert, wenn ein Haustier im Bremer Tierheim abgegeben wird?
"Wenn wir hier ein gechiptes Tier bekommen, können wir die Chipnummer auslesen, sehen wem das Tier gehört und innerhalb weniger Stunden ermitteln wir den Halter", erklärt Schwab. Das gelte auch für Tierärzte, die Polizei oder den Zoll, die ebenfalls oft Chiplesegeräte haben. "Dann können wir anrufen, mailen oder anders nach dem Besitzer suchen und das Tier kommt schnell nach Hause."

Bei nicht registrierten Katzen läuft es meist so: "Wenn wir eine Katze bekommen, muss die erst mal auf die Quarantänestation. Wenn dann ein potenzieller Besitzer kommt, müssen wir anhand eines Fotos gucken, ob es seine Katze ist", beschreibt Schwab den Ablauf. Mit einem Chip kann das Tierheim sicher sein, dass ein Besitzer und Katze zusammengehören. "Das bedeutet Sicherheit für alle – fürs Tier und auch für den Besitzer."
Was bedeutet 'chippen' und wie läuft das ab?
Beim Bremer Tierschutzverein dauert das Chippen und die Registrierung nur 15 bis 30 Minuten. "Die Tierhalter müssen sich aber vorher anmelden – wegen Corona", sagt Gaby Schwab, Pressesprecherin des Bremer Tierschutzvereins. In einem geschlossenen Raum wird das Tier dann gechippt. "Der Mikrochip ist kleiner als ein Reiskorn, die meisten Tiere merken das gar nicht", sagt Schwab und führt aus: "Für die Tiere ist das nur ein Mini-Pieks in die linke Schulter, das dauert nur ein oder zwei Sekunden." Jeder Tierhalter füllt dann noch einen Fragebogen aus und macht Angaben zum Tier und zu seiner Person. Die Daten zur 15-stelligen Identifikationsnummer werden dann sofort im Haustierregister Findefix eingetragen.

Für die Registrierung müssen die Besitzer den Impfpass des Tieres mitbringen. "Da kommt dann die Identifikationsnummer rein und das war's schon", sagt Schwab. "Normalerweise kostet die Registrierung 30 Euro, am Welttierschutztag bieten wie diese für 10 Euro an."
Haustierregister: Findefix oder Tasso?
In Deutschland gibt es zwei größere Haustierregister: 'Findefix' vom Deutschen Tierschutzverband und das Register der Tierschutzorganisation 'Tasso'. Beide Register sind kostenlos nutzbar – nur das sogenannte chippen kostet je nach Tierarzt. Der Chip hat eine 15-stellige Nummer: "Diese muss unbedingt registriert werden, damit der Chip auch einem Halter zugeordnet werden kann", sagt Gaby Schwab: "Wir hatten schon häufiger den Fall, dass der Chip nicht registriert war und dann können wir die Halter auch nicht ermitteln."
Der Bremer Tierschutzverein sagt: "Letztendlich ist es egal, wo man sein Tier registriert, Hauptsache man registriert es." Vorwiegend werden Hunde und Katzen bei Tasso sowie Findefix registriert. Aber auch kleinere Tiere wie Frettchen können gechippt werden.
Müssen Hund und Katze auch bei der Stadt registriert werden?
Wenn es nach dem Bremer Tierschutzverein ginge, ja. Der Verein fordert schon lange eine einheitliche Chip- und Registrierungspflicht in der Stadt und bundesweit. Eine Petition für ihr Anliegen hat der Tierschutzverein bei der Bürgerschaft eingereicht. "Wir wollen erreichen, dass alle Tiere registriert sind und so schnell zu ihrem Besitzer zurückgeführt werden können", erklärt Tanja Pollak, Geschäftsführerin des Bremer Tierschutzvereins. Damit wollen wir auch das Aussetzen der Tiere verhindern, führt sie aus.

Bei der Stadt müssen aber nur Hunde offiziell angemeldet werden. Diese müssen beim Finanzamt in Bremen oder Bremerhaven registriert werden. Und: Für sie wird jedes Jahr eine Gebühr von 90 Euro in Bremerhaven oder 150 Euro in Bremen fällig. Insgesamt 20.000 Hunde sind in Bremen und Bremerhaven beim Finanzamt angemeldet. Damit erwirtschaftet das Land Bremen gut zwei Millionen Euro im Jahr. Seinen Hund dort zu melden ist Pflicht – genau wie die Abgabe der Hundesteuer. Doch wenn ein Hund sich verläuft und den Weg zum Besitzer nicht mehr findet, hilft die Registrierung beim Finanzamt wenig.

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Video vom 29. Mai 2020
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Bild: Radio Bremen

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Autorin

  • Marike Deitschun Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 2. Oktober 2020, 23:30 Uhr