Videoüberwachung am Bremer Hauptbahnhof liefert in 400 Fällen Hinweise

  • Polizei Bremen zieht erstes Fazit zur Videoüberwachung am Hauptbahnhof
  • Videoleitstelle war insgesamt an 677 Einsätzen beteiligt
  • In 400 Fällen konnte sie sachdienliche Hinweise liefern
Ein Mann sitzt vor Überwachungsmonitoren
Acht zusätzliche Mitarbeiter wurden eingestellt, um die Monitore im Schichtbetrieb zu überwachen. Bild: dpa | Uwe Anspach

Seit knapp einem halben Jahr zeichnen Videokameras alles auf, was am Bremer Hauptbahnhof, der "Discomeile" und dem Vegesacker Bahnhofsvorplatz passiert. buten un binnen wollte wissen, was die Sicherheitsmaßnahme bringt.

Eine Bild von drei Überwachungskameras.
Auch am am Vegesacker Bahnhofsplatz wurden Kameras installiert.

Laut Polizei war die Videoleitstelle seit dem 1. Mai an 677 Einsätzen – wie beispielsweise Fahndungen – beteiligt. In 400 Fällen wurden durch die Leitstelle sachdienliche Hinweise beziehungsweise Erkenntnisse erlangt.

Noch ist jedoch nicht klar, bei wie vielen davon die Videoüberwachung auch zur Ergreifung des Täters geführt hat, weil die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen sind, teilte eine Sprecherin der Polizei Bremen mit.

Weniger Kriminalität durch Kameras?

Ob die Kameras die Kriminalität senken, lässt sich noch nicht klar sagen. Die Polizei erklärt, dass die Videoüberwachungsanlagen in erster Linie genutzt werden, um ein sich anbahnendes rechtswidriges Verhalten erkennen zu können. Dann könnten frühzeitig Polizisten zum Ort des Geschehens geschickt werden, um Schlimmeres zu verhindern.

Aufnahmen ermöglichen Fahndungen und Festnahmen

48 Stunden lang steht das Videomaterial der Polizei zur Verfügung. Erhält sie innerhalb dieses Zeitraums Kenntnis von einer Straftat im videoüberwachten Raum, wird geprüft, inwieweit Hinweise über die Videoüberwachungsanlage erlangt werden können. "Durch die hohe Qualität der Aufnahmen ist es der Polizei Bremen möglich, die gewonnen Aufzeichnungen auch nachträglich für Fahndungsmaßnahmen zu nutzen", teilte eine Sprecherin mit. Die Videosequenzen dokumentieren somit nicht nur gerichtsfest die jeweiligen Tathandlungen und Tatbeteiligungen, sondern ermöglichen auch die Festnahme von Tätern. Ein Beispiel dafür ist eine Schlägerei am Hauptbahnhof Mitte September. Laut Polizeiangaben konnte die Tat über die Videoleitstelle beobachtet werden. Die Einsatzkräfte trafen zeitnah am Tatort ein und nahmen die beiden Tatverdächtigen vorläufig fest.

Acht Mitarbeiter wurden eingestellt, um die Monitore der Überwachungsvideos im Schichtbetrieb zu überwachen. Angaben, ob diese Kapazitäten ausreichend sind, konnte die Polizei derzeit noch nicht machen.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 10. Oktober 2019, 23:30 Uhr