Das sind die Entwürfe für das Hachez-Areal in der Bremer Neustadt

Video vom 14. Oktober 2021
Hachez Gelände Bremen
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Auf dem Gelände der ehemaligen Schoko-Fabrik soll ein neues Wohnquartier entstehen, mit Kulturangeboten und Gastronomie. Schon 2023 könnten die Bauarbeiten beginnen.

Schokolade wird auf dem Hachez-Gelände in der Bremer Neustadt nicht mehr produziert, die Fabrikgebäude stehen leer, die ehemalige Pförtnerloge ist verwaist. Doch geht es nach den Plänen der Eigentümer, der dänischen Toms-Gruppe, soll hier schon bald ein lebendiges Stadtquartier entstehen. Und dafür liegen jetzt die ersten Entwürfe vor.

Am Mittwochabend wurden sie zum ersten Mal öffentlich vorgestellt, auf einer digitalen Einwohnerversammlung des Ortsamtes Neustadt/Woltermshausen. Kristina Beckendorf, die die Toms-Gruppe vertritt, skizziert das Bauvorhaben so:

Wir wollen ein offenes Quartier schaffen, das nachhaltig, grün und sozial ausgerichtet ist. Wir sagen immer: Wir wollen ein neues Herz in der alten Neustadt entwickeln.

Kristina Beckendorf, Vertreterin Toms-Gruppe

Die Entwürfe machen deutlich: Das neue Quartier ist gedacht als eine Mischung aus Neubau und altem Bestand. Fünf Gebäude, darunter die alte Fabrik, das Pförtnerhaus und das Kontorhaus, sollen erhalten werden und neue Funktionen im Quartier bekommen. Gewerbe, Kultur und Cafés, aber auch Co-Working und Co-Living sind in den alten Produktionsstätten geplant. Laut Entwürfen soll das Pförtnerhaus als Orientierungspunkt im neuen Quartier dienen. Um die Bestandsgebäude herum soll neue Wohn- und Gewerbefläche entstehen. Auch sozial geförderten Wohnraum sehen die Planungen vor.

Entwürfe zum neuen Hachez-Quartier
So könnte in Zukunft das neue Quartier auf dem Hachez-Gelände aussehen. Bild: Cobe/Toms-Gruppe

Im Neustädter Beirat kommen die Entwürfe zunächst einmal gut an: "Gemischte Nutzung, soziales Wohnen, gemeinschaftliches Bauen, Nachhaltigkeit, mehr Grün, öffentliche Zugänglichkeit und Beteiligung der Bevölkerung und des Beirats: Man denkt im ersten Moment, dass es auf jeden Fall in die richtige Richtung geht. Und wir können uns da wiederfinden", sagt Beiratssprecher Ingo Mose (Grüne).

Das große Thema fürs neue Quartier: Nachhaltigkeit

Nicht nur der Beirat, alle Bremerinnen und Bremer konnten in den vergangenen Monaten ihre Ideen zum neuen Quartier einbringen. Mehr als 200 Vorschläge hat das Planungsteam der Toms-Gruppe gesammelt und in die Entwürfe miteinbezogen. Deutlich wurde dabei auch, dass vor allem das Thema Nachhaltigkeit viele Menschen im Stadtteil umtreibt.

Entwürfe zum neuen Hachez-Quartier
Möglichst grün soll das neue Quartier sein. Auch gemeinschaftlich genutzte Flächen sind geplant. Bild: Cobe/Toms-Gruppe

Das spiegelt sich auch in den Entwürfen wider: Begrünte Dächer und Fassaden, Urban Gardening, kleine Areale mit Blumen und Bäumen sind an vielen Stellen im Quartier vorgesehen. Möglichst grün soll es werden. Beiratssprecher Ingo Mose unterstützt das voll und ganz. Das alleine reiche aber nicht aus. Man müsse sich auch mit der Substanz und dem Bauen selbst beschäftigen, meint er.

Das betrifft die energetische Versorgung, die Entsorgung und den Umgang mit den Flächen. Wir müssen uns zum Beispiel die Frage stellen: Versiegeln wir hier oder können wir offene Flächen bewahren? Das sind viele Aspekte, die alle zusammenkommen müssen.

Ingo Mose (Grüne); Beiratssprecher

Autoarm, aber nicht autofrei

Neben den architektonischen Entwürfen gibt es auch schon eine sogenannte Mobilitätsstrategie: Autoarm soll das neue Quartier werden, nicht autofrei: "Dieses Viertel liegt ja auch im Fahrrad-Modellquartier in der Neustadt. Insofern bietet es sich natürlich auch an, Mobilitätskonzepte neu zu denken. Es gibt natürlich noch immer Autoverkehr und den versuchen wir in den Konzepten auch gut abzubilden", sagt Kristina Beckendorf, Vertreterin der Toms-Gruppe.

Einige Fragen sind noch offen, die Entwürfe nur ein erster Schritt auf dem Weg hin zum neuen Quartier. Eine Baugenehmigung gibt es noch nicht. Die Toms-Gruppe rechnet aber damit, dass die Bauarbeiten bereits 2023 beginnen könnten.

Autorin

  • Catherine Wenk Redakteurin und Autorin

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 14. Oktober 2021, 19:30 Uhr